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Was ihr euch von Fußballprofis abschauen könnt
Pressing à la Florian Wirtz
Florian Wirtz überzeugt nicht nur mit seinen Aktionen am Ball, auch gegen den Ball arbeitet der Offensivspieler konsequent und aufmerksam. Erfolgreiches Pressing bedeutet dabei nicht, blind loszulaufen, sondern den richtigen Moment zu erkennen, um Räume zu schließen und als Mannschaft zusammenzuarbeiten. Wir zeigen euch, worauf es ankommt und wie ihr Pressing selbst trainieren könnt.
Wirtz‘ Aufmerksamkeit gegen den Ball
Florian Wirtz ist vor allem für seine Kreativität, Technik und Spielübersicht bekannt. Doch auch gegen den Ball übernimmt der deutsche Nationalspieler Verantwortung. Er versucht, Gegner früh unter Druck zu setzen, Passwege zu schließen und seine Mitspieler durch clevere Laufwege zu unterstützen. In der vergangenen Saison kam Wirtz in der Premier League auf 21 Balleroberungen im letzten Spielfelddrittel und zählte damit zu den Besten auf seiner Position. Dabei geht es nicht darum, jeden Ball mit einem Sprint zu attackieren. Viel wichtiger ist es, den richtigen Moment für den Anlauf zu erkennen. Wirtz orientiert sich an der Stellung des Gegners, beobachtet dessen nächste Aktion und versucht, ihn zu einer ungenauen Entscheidung zu zwingen.
Gemeinsam statt allein agieren
Pressing funktioniert nur als Mannschaftleistung. Wenn ein Spieler anläuft, müssen seine Mitspieler wissen, wie sie darauf reagieren sollen. Sonst entstehen große Lücken, die der Gegner leicht ausspielen kann. Lauft deshalb nicht einfach unkoordiniert los. Orientiert euch an den Bewegungen eurer Mitspieler und achtet darauf, ob sie ebenfalls nach vorne schieben. Wenn der ballführende Gegner unter Druck gerät, sollten gleichzeitig mögliche Passwege zugestellt werden. Ein guter Pressinglauf hilft nicht nur dem Spieler, der den Ball attackiert, sondern der gesamten Mannschaft.
Den Gegner in eine Richtung lenken
Beim Pressing geht es nicht immer darum, den Ball direkt zu gewinnen. Häufig ist es schon ein Erfolg, wenn ihr euren Gegner zu einem bestimmten Pass zwingt. Versucht, den ballführenden Spieler bewusst in eine Richtung zu lenken. Läuft er beispielsweise mit dem Ball nach außen, kann eure Mannschaft die Seitenlinie als zusätzlichen „Mitspieler“ nutzen. Der Gegner hat dann weniger Platz und weniger Möglichkeiten, das Spiel fortzusetzen. Achtet dabei auf eure Körperstellung. Lauft nicht einfach gerade auf den Ball zu, sondern positioniert euch so, dass ihr gleichzeitig einen Passweg schließen könnt.
Intensität und kurze Wege abwechseln
Gutes Pressing braucht Intensität. Allerdings bedeutet das nicht, dass ihr dauerhaft mit voller Geschwindigkeit anlaufen müsst. Viel wichtiger sind kurze, explosive Aktionen, die ihr mit voller Konzentration ausführt. Versucht, euren Abstand zum Gegenspieler schnell zu verkürzen und anschließend kontrolliert zu bleiben. Wenn ihr zu ungestüm in den Zweikampf geht, kann euere Gegenspieler euch mit einer einfachen Bewegung ausspielen. Nach einem abgebrochenen Pressinglauf solltet ihr nicht stehen bleiben. Schiebt wieder in eure Position und bereite euch auf die nächste Aktion vor.
Kommunikation hilft eurer Mannschaft
Pressing wird deutlich einfacher, wenn ihr dabei miteinander sprecht. Ruft euch zu, wenn ein Gegner unter Druck gesetzt werden soll, wenn ein Passweg offen ist oder, wenn ein Mitspieler Unterstützung benötigt. Dabei müssen es nicht immer lange Ansagen sein. Kurze und klare Kommandos reichen meist aus. Wichtig ist, dass alle wissen, wann sie gemeinsam nach vorne schieben und wann sie sich wieder zurückziehen.
Trainingstipp: Pressing auf engem Feld
Um Pressing zu trainieren, könnt ihr mit eurer Mannschaft eine kleine Spielform spielen. Teilt euch dazu beispielsweise in zwei Teams mit jeweils vier Spielern auf und spielt auf einem engen Feld.
Nach jedem Ballverlust hat die Mannschaft fünf Sekunden Zeit, den Ball zurückzuerobern. Dabei soll der ballführende Gegenspieler sofort unter Druck gesetzt werden, während eure Mitspieler Passwege schließen und nachschieben.
Achtet besonders auf drei Dinge:
- Läuft der erste Spieler im richtigen Moment an?
- Schieben eure Mitspieler gemeinsam nach?
- Wird der Gegner in eine bestimmte Richtung gelenkt?
So trainiert ihr nicht nur eure Laufarbeit, sondern auch Timing, Kommunikation und euer Verhalten als Mannschaft.
Gutes Pressing entsteht nicht durch blindes Anlaufen, sondern durch klare Abläufe und gemeinsames Handeln. Wenn ihr den richtigen Moment erkennt, Passwege schließt und euch an den Bewegungen eurer Mitspieler orientiert, könnt ihr eure Effizienz im Pressing deutlich erhöhen.
Quelle: Gokixx
Foto: imago images/Pressefoto Baumann/Julia Rahn









