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Kognitives Training – Wie ihr schneller denkt und besser spielt
Im modernen Fußball reicht es nicht mehr, nur schnell, stark oder technisch gut zu sein. Spieler, die auf hohem Niveau bestehen wollen, müssen auch im Kopf topfit sein. Die Erkenntnisse von Prof. Dr. Daniel Memmert, einem führenden Experten der Deutschen Sporthochschule Köln, zeigen wie wichtig Wahrnehmung, Antizipation und Kreativität für euer Spiel geworden sind.
Der kognitive Ansatz
Antizipation, Wahrnehmung und Aufmerksamkeit spielen eine entscheidende Rolle für eure Kreativität auf dem Platz. Besonders in engen Räumen müsst ihr schnelle und richtige Entscheidungen treffen, Spielintelligenz zeigen und passende Lösungen finden. Erfahrungen, die in eurem Gedächtnis gespeichert sind, helfen euch dabei – und genau diese lassen sich sowohl einzeln als auch kombiniert trainieren.
Ein bekanntes Beispiel ist das 3:2 von Belgien gegen Japan im WM-Achtelfinale 2018. Nach einem abgefangenen Ball startet Belgien einen schnellen Konter: Kevin De Bruyne treibt den Ball im hohen Tempo nach vorn und passt präzise zu Meunier. Dieser erkennt durch seine hohe Aufmerksamkeit, dass in die Mitte bereits zwei Mitspieler gestartet sind. Romelu Lukaku lässt den Ball clever für Chadli durch, der schließlich vollendet.
Je größer eure Aufmerksamkeitsfenster auf dem Platz ist, also je mehr Informationen ihr gleichzeitig wahrnehmen könnt, desto kreativer und effektiver könnt ihr agieren.
Gezielt trainieren
Eure kognitiven Fähigkeiten werden im normalen Trainings- und Spielbetrieb zwar automatisch mit gefördert, doch ein gezieltes Training macht Spieler und Teams nachweislich besser. Es kann in jeder Phase der Saison eingesetzt werden. Ex-Bundestrainer Joachim Löw brachte es mit der folgenden Aussage auf den Punkt: „Ich glaube, dass der Fußball im körperlichen Bereich eine Grenze erreicht hat. Wir brauchen künftig Spieler, die im kognitiven Bereich besser ausgebildet sind."
Dazu wurden spezielle Spielformen entwickelt, mit denen Fußballtrainer Antizipation, Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Kreativität, Spielintelligenz und das Arbeitsgedächtnis systematisch schulen. Diese lassen sich auf dem Platz umsetzen, aber auch computer- und onlinebasiert trainieren. Für euren Fortschritt ist das ebenso wichtig wie Schnelligkeit, Technik, Ausdauer oder Kraft.
Freizeit sinnvoll nutzen
Nicht nur auf dem Platz könnt ihr eure kognitiven Fähigkeiten verbessern. Auch auf dem Weg zum Training oder Spiel, im Mannschaftsbus, in Pausen oder während einer Verletzungsphase könnt ihr gezielt daran arbeiten. Das funktioniert auf jedem Leistungsniveau – vom Nachwuchs über den Amateurbereich bis hin zum Profifußball.
Grundlegende Kognitionen und sportspielübergreifende Basistaktiken wie Anbieten, Orientieren oder das Erkennen und Nutzen von freien Raumen sollten bereits im jungen Alter trainiert werden. Je früher ihr also diese verinnerlicht, desto größer ist der Vorteil, den ihr im Spielaufbau, im Umschalten und in Drucksituationen habt.
Kognitive Fähigkeiten sind ein entscheidender Baustein für euren Erfolg im modernen Fußball. Wer schneller denkt, nimmt mehr wahr und trifft bessere Entscheidungen im Spiel. Wenn ihr gezielt an euren mentalen Ressourcen arbeitet, gewinnt ihr einen Wettbewerbsvorteil, der über Jahre hinweg den Unterschied machen kann.
Quelle: Gokixx
Foto: imago images/Zink









