
Wissen to go
Tipps zu Fitness, Ernährung, Erholung und Verletzungsprävention
Was bringt das Dehnen nach dem Training?
Nach dem Abpfiff noch kurz die Oberschenkel dehnen – für viele Fußballer gehört das ganz selbstverständlich zur Regeneration. Doch hilft Stretching wirklich gegen Muskelkater und macht euch schneller wieder fit? Die Antwort ist etwas differenzierter: Dehnen kann sinnvoll sein, aber nicht unbedingt aus den Gründen, die viele vermuten.
Dehnen ist nicht gleich Regeneration
Statisches Stretching bedeutet, eine Dehnposition für eine gewisse Zeit zu halten. Mobility geht noch etwas weiter: Dabei geht es darum, eure Gelenke kontrolliert durch ihren möglichen Bewegungsumfang zu bewegen. Neben Beweglichkeit spielen also auch Kraft, Stabilität und Körperkontrolle eine Rolle.
Gerade für Fußballer kann eine gute Beweglichkeit wichtig sein. Schließlich müsst ihr im Training und Spiel sprinten, abbremsen, schießen, die Richtung wechseln und immer wieder unterschiedliche Bewegungspositionen einnehmen. Wenn ihr nach dem Training dehnt, bedeutet das aber nicht automatisch, dass sich euer Körper dadurch schneller erholt. Stretching kann Muskelkater nicht einfach verhindern und sorgt auch nicht dafür, dass eure Kraft oder Leistungsfähigkeit schneller zurückkommen. Kurz gesagt: Dehnen kann sinnvoll sein, ist aber kein schneller Trick für eine bessere Regeneration.
Hilft dehnen gegen Muskelkater?
Vielleicht kennt ihr das Gefühl: Nach einem intensiven Training oder Spiel sind eure Beine am nächsten Tag schwer und die Muskeln fühlen sich empfindlich an. Viele Fußballer versuchen sich deshalb direkt nach der Belastung ausgiebig zu dehnen. Doch das Dehnen kann Muskelkater in der Regel nicht einfach „wegmachen“. Auch längeres statisches Stretching sorgt nicht automatisch dafür, dass eure Muskeln am nächsten Tag wieder frisch sind.
Das bedeutet nicht, dass ihr nach dem Training komplett darauf verzichten müsst. Wichtig ist nur, die Wirkung richtig einzuschätzen. Wenn euer Ziel ausschließlich darin besteht, schneller zu regenerieren, solltet ihr euch nicht nur auf Stretching verlassen.
Warum Mobility trotzdem sinnvoll ist
Mobility kann trotzdem einen festen Platz in eurem Trainingsalltag haben. Regelmäßiges Beweglichkeitstraining kann euch dabei helfen, euren Bewegungsumfang langfristig zu verbessern und Bewegungen kontrollierter auszuführen. Für einen Fußballer kann das zum Beispiel bedeuten, dass bestimmte Bewegungen leichter fallen oder ihr Positionen besser kontrollieren könnt. Entscheidend ist deshalb immer das Ziel eurer Einheit.
Wenn ihr Mobility nutzt, um gezielt an eure Beweglichkeit und Bewegungskontrolle zu arbeiten, kann sie sehr sinnvoll sein. Wenn ihr dagegen erwartet, dass ein paar Minuten dehnen nach dem Training eure komplette Regeneration beschleunigen, solltet ihr eure Erwartungen herunterschrauben.
Das Dehnen nach dem Training ist nicht nutzlos – aber auch kein Wundermittel für eure Regeneration. Betrachtet Mobility eher als ein langfristiges Training für eure Beweglichkeit und Körperkontrolle. Für eure Erholung nach Training und Spiel solltet ihr hingegen immer das Gesamtbild im Blick behalten. Dehnt euch also nicht einfach aus Gewohnheit, sondern nutzt Mobility gezielt und mit einem klaren Ziel.
Quelle: Gokixx
Foto: imago images/Pro Sports Images/Jeff Mood









