Leicesters Spätzünder Jamie Vardy feiert im Carabao Cup-Spiel gegen Newport Town  seinen Treffer zum 3:0, 8.11.2022

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Besser spät als nie – Spätzünder im Fußball

Jamie Vardy

Jamie Vardy ist das Paradebeispiel eines Spätzünders im modernen Fußball. Bis zu seinem 25. Lebensjahr spielte der Engländer ausschließlich im Amateur- und Semi-Profibereich. Nach seiner Zeit in der Jugend von Sheffield Wednesday wurde er früh aussortiert und schlug sich anschließend in unteren englischen Ligen durch. Erst 2012 wagte Leicester City den ungewöhnlichen Schritt und verpflichtete ihn aus der fünften Liga.

Auch dort verlief der Start holprig, doch Vardy entwickelte sich stetig weiter. Der endgültige Durchbruch gelang ihm in der Saison 2015/16, als er mit Leicester sensationell die Premier League gewann und mit 24 Ligatoren zu den Schlüsselspielern zählte. Vardy wurde Englands Fußballer des Jahres und kam erst mit 28 Jahren zu seinem Länderspieldebüt.

Miroslav Klose

Miroslav Klose ist einer der erfolgreichsten deutschen Stürmer aller Zeiten – und zugleich ein klassischer Spätentwickler. Klose wuchs in einer sportlich geprägten Familie auf, spielte aber bis ins junge Erwachsenenalter ausschließlich im Amateurbereich. Erst mit 20 Jahren wechselte er zum FC Homburg in die dritte Liga. Nach dem Wechsel zum 1. FC Kaiserslautern bestritt er mit knapp 22 Jahren sein erstes Bundesligaspiel.

Klose wurde Torjäger der „Roten Teufel“, von Werder Bremen und Bayern München. Noch heute ist Klose mit 71 Toren in 137 Länderspielen deutscher Rekordtorschütze und krönte seine Karriere mit dem WM-Titel 2014. Niemand erzielte in der Geschichte der Weltmeisterschaften mehr Tore als er: 16 Tore bei vier Teilnahmen.

Oliver Giroud

Olivier Giroud wechselte mit 21 Jahren von der zweiten in die dritte französische Liga, da ihm kein Potenzial attestiert wurde. Kurze Zeit später kehrte er jedoch zurück in die Ligue 2, wurde Torschützenkönig und wechselte mit 24 Jahren zum Erstligisten Montpellier. Dort schoss er die Südfranzosen als Torschützenkönig gleich zum Meistertitel.

Es folgten erfolgreiche Stationen beim FC Arsenal, FC Chelsea und AC Mailand. International debütierte er mit 25 im Nationalteam, gewann mit Frankreich 2018 die Weltmeisterschaft und wurde Rekordtorschütze der Nationalmannschaft. Noch heute ist der mittlerweile 39-jährige Stürmer in Lille aktiv.

Min-jae Kim

Auch der Südkoreaner Kim durchlief keinen klassischen Werdegang und machte erst spät außerhalb seiner Heimat auf sich aufmerksam. Seine Profikarriere startete er in der koreanischen K-League bei Gyeongju KHNP und Jeonbuk Hyundai Motors. Trotz seiner körperlichen Präsenz und defensiven Stabilität wagte er den Schritt aus der Heimat erst vergleichsweise spät, als er mit 23 Jahren und zu Beijing Guoan nach China wechselte.

Erst über diesen Weg begann Kims rasanter Aufstieg. Nach starken Leistungen in der Chinese Super League folgte 2021 der Wechsel zu Fenerbahçe Istanbul, wo er sich schnell als Abwehrchef etablierte. Der endgültige Durchbruch auf höchstem Niveau gelang ihm mit 25 Jahren beim SSC Neapel. In der Saison 2022/23 war Kim eine tragende Säule der Defensive, gewann mit Neapel die erste Meisterschaft seit 33 Jahren und wurde zum besten Verteidiger der Serie A gewählt. Der Wechsel zum FC Bayern München markierte schließlich den vorläufigen Höhepunkt seiner Karriere.

N'Golo Kanté

Kaum ein Spieler steht so sehr für den späten Durchbruch wie N’Golo Kanté. Bis zu seinem 22. Lebensjahr spielte der Franzose in der vierten französischen Liga und wurde aufgrund seiner geringen Körpergröße lange unterschätzt. Erst beim US Boulogne und später bei SM  Caen erhielt er eine echte Chance im Profifußball. 2015 wechselte Kanté zu Leicester City und gewann auf Anhieb die Premier League – als laufstarker Ballgewinner und taktisch disziplinierter Mittelfeldspieler.

Nach seinem Wechsel zum FC Chelsea 2016 erfolgte die Titelverteidigung in der Premier League, 2021 gewann er mit seinem Team die Champions-League. 2016 debütierte Kanté mit 24 Jahren für die Nationalmannschaft. Zwei Jahre später feierte er den Weltmeistertitel mit Frankreich. Aktuell spielt der defensive Mittelfeldspieler in der Saudi Pro League und ist weiterhin für die französische Nationalmannschaft aktiv.

Jonas Hector

Jonas Hector blieb lange bei seinem Jugendklub SV Auersmacher in der Oberliga und spielte bis zu seinem 20. Lebensjahr ausschließlich im Amateurbereich – fernab von Nachwuchsleistungszentren oder U-Nationalmannschaften. Erst 2010, im Alter von 20 Jahren, wechselte er zum 1. FC Köln, allerdings zunächst nicht in den Profikader, sondern in die zweite Mannschaft in der Regionalliga.

Dort arbeitete er sich über konstante Leistungen und hohe Einsatzzeiten Schritt für Schritt nach oben: Sein Bundesliga-Debüt feierte Hector erst mit 23 Jahren. Trotz dieses späten Durchbruchs entwickelte er sich rasch zum Stammspieler, absolvierte über Jahre hinweg konstant hohe Einsatzminuten und wurde später sogar Kapitän des FC. 2014 debütierte Hector mit 24 Jahren für die deutsche Nationalmannschaft und absolvierte insgesamt 43 Länderspiele.

Deniz Undav

Deniz Undav ist ein modernes Beispiel für einen Spätzünder. Er durchlief keine klassische NLZ-Karriere, spielte lange in unteren deutschen Ligen und machte erst spät auf sich aufmerksam. Undav wurde in der Jugend bei Werder Bremen aussortiert und spielte zunächst bei kleineren Vereinen wie SV Weyhe und TSV Havelse. 2018 folgte mit 22 Jahren der Sprung zum SV Meppen in die dritte Liga.

Mit seinem Wechsel zu Union Saint-Gilloise in Belgien gelangen ihm mit starken Leistungen erste Schritte im europäischen Profifußball. Über Brighton & Hove Albion wechselte Undav 2023 mit 27 Jahren zum VfB Stuttgart. Sein Wechsel zum VfB Stuttgart markierte den Durchbruch in der Bundesliga. Mit Toren, Spielintelligenz und mentaler Stärke etablierte sich Undav nicht nur im Verein, sondern seit 2024 auch in der deutschen Nationalmannschaft.

Diese Karrieren zeigen eindrucksvoll, dass es im Fußball keinen festen Zeitplan für den Erfolg gibt. Nicht jeder Weg führt über Nachwuchsleistungszentren oder frühe Debüts. Für Nachwuchsfußballer bedeutet das: Entwicklung verläuft individuell – entscheidend sind Geduld, Einsatzbereitschaft und der Wille, sich stetig zu verbessern.

Quelle: Gokixx

Foto: imago images/Depositphotos
 

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