Leverkusens Shootingstar Ibrahim Maza während der Bundesliga-Partie gegen den 1. FC Köln, 13.12.2025

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Leverkusens nächster Zauberer

Porträt von Shootingstar Ibrahim Maza

Ibrahim Maza ist einer der Aufsteiger der aktuellen Saison. Der junge Berliner hat sich in Rekordzeit von Herthas Nachwuchs über die Bundesliga bis in die Champions League gespielt. Mit starken Leistungen bei Bayer Leverkusen und der algerischen Nationalmannschaft spielt sich der 19-Jährige zunehmend in den Fokus. Wie Maza nach Anfangsschwierigkeiten Fuß fasste und welche Positionen er bespielt, erfahrt ihr in unserem Spielerporträt.

Herthaner Eigengewächs

Ibrahim „Ibo“ Maza ist ein 19-jähriger Deutsch-Algerier aus Berlin, der spielerisch schon früh auf sich aufmerksam machte: 2016 wechselte er mit elf Jahren aus der Jugend der Reinickendorfer Füchse zu Hertha BSC und durchlief dort sämtliche Nachwuchsteams. Besonders in der U19 glänzte er mit starken Leistungen: In 22 Partien erzielte er neun Tore und bereitete zwölf weitere Treffer vor.

Sein Weg führte ihn konsequent zu den Profis, für die er im April 2023 sein Debüt feierte. Am letzten Spieltag der Saison 2022/23 erzielte Maza gegen Wolfsburg sein erstes Bundesliga-Tor und wurde damit zum jüngsten Torschützen der Vereinsgeschichte. Insgesamt bestritt er für Hertha 48 Pflichtspiele in der ersten und zweiten Bundesliga, in denen ihm neun Treffer und sieben Vorlagen gelangen. Das Hertha-Eigengewächs blieb insgesamt neun Jahre im Verein.

Sprung in die Champions League

Im Sommer 2025 wagte Ibrahim Maza den nächsten Karriereschritt und wechselte für zwölf Millionen Euro von Hertha BSC zu Bayer 04 Leverkusen, wo er einen Vertrag bis 2030 unterschrieb. Ursprünglich als Investition in die Zukunft vorgesehen, entwickelte sich der Youngster schneller als erwartet. Der Sprung von der zweiten Bundesliga auf die große Bühne der Königsklasse erwies sich für ihn keineswegs als zu groß. Zwar hatte er zunächst mit Anlaufproblemen zu kämpfen – angesichts der vielen neuen Spieler im Leverkusens Kader jedoch keine Überraschung. „Es war schwierig am Anfang, weil so ein bisschen diese Chemie für mich gefehlt hat, da man sich noch nicht so gut kennt. Aber jetzt versteht man sich besser und da sieht man, dass wir dadurch viel besser spielen können“, berichtet er über seine Anfangszeit in Leverkusen.

Ende Oktober platzte schließlich der Knoten: Erst überzeugte Maza im Pokal-Achtelfinale gegen den BVB mit dem entscheidenden Tor und der Auszeichnung zum Man of the Match, kurz darauf erhielt er dieselbe Auszeichnung bei seinem Startelfdebüt in der Champions League. In derselben Woche gelangen ihm zudem zwei Bundesliga-Tore und eine Vorlage – diese herausragende Leistung zeigte er beim 6:0-Sieg gegen Heidenheim im November, als er den ersten Treffer einleitete, noch vor der Pause zum 5:0 traf und nach dem Seitenwechsel sogar einen Doppelpack schnürte. Dazu kamen starke statistische Werte: 94 Prozent Passgenauigkeit, vier von vier erfolgreichen Dribblings, 89 Prozent gewonnene Zweikämpfe sowie das größte Laufpensum aller Spieler. Für Leverkusen kommt Maza wettbewerbsübergreifend auf 21 Einsätze, vier Tore und drei Vorlagen.

Zehner oder Sechser?

Spätestens seit seinem Startelf-Debüt in der Champions League gegen Benfica Lissabon, bei dem der eigentlich als Zehner eingeplante Kreativspieler aufgrund der Personalnot als zweiter Sechser aushelfen musste, zeigt sich: Maza ist weit mehr als ein klassischer Spielmacher. Die Idee von Maza auf der Sechs erwies sich schnell als Volltreffer. Sowohl im spektakulären Pokal-Krimi in Paderborn als auch beim Auftritt in Lissabon wurde er zum „Man of the Match“ gewählt. Auf ungewohntem Terrain agierte er mutig, drehte selbst unter hohem Druck tief in der eigenen Hälfte geschickt auf und eröffnete das Spiel mit präzisen Pässen in die Schnittstellen. Maza zeigt sich damit besonders variabel: Er kann flexibel im Zentrum spielen, das Spiel aufbauen, aber auch sehr gut zwischen den Linien agieren. Dabei überzeugte er nicht nur mit seiner bekannten technischen Brillanz, sondern auch mit einem defensiven Einsatz, den man so nicht von ihm erwartet hätte.

Das intensive Pressing und Gegenpressing, das Trainer Hjulmand fordert, setzte Maza nahezu perfekt um. Seine technischen Fähigkeiten bleiben dennoch sein Markenzeichen: die engen Dribblings, die kleinen Bewegungen auf kleinstem Raum, mit denen er Gegner aussteigen lässt und Räume öffnet. In einigen Momenten erinnerte er an Florian Wirtz – nicht zufällig, schließlich gehört Maza zu den Talenten, die perspektivisch helfen sollen, die Lücke nach dessen Abgang zu schließen. Wie er aufdreht, dribbelt, Mitspieler glänzen lässt und selbst torgefährlich wird, hat Leverkusen in den vergangenen Wochen nachhaltig beeindruckt. Ob klassischer Zehner oder überraschend starker Sechser – Maza zeigt, dass seine Zukunft im Mittelfeld nicht auf eine Rolle begrenzt sein muss.

Algerischer Nationalspieler

Ibrahim Maza durchlief zunächst die deutschen Nachwuchsteams und spielte von der U18 bis zur U20 für den DFB. Geboren in Berlin mit algerischen Wurzeln, stand ihm jedoch früh die Option offen, für Algerien aufzulaufen. 2024 entschied er sich schließlich für die nordafrikanische Auswahl und debütierte im selben Jahr.

Seitdem bestritt er acht Länderspiele und qualifizierte sich mit dem Team für die Weltmeisterschaft 2026. Aktuelle spielt er mit Algerien beim Afrika-Cup in Marokko. Ausschlaggebend für seine Entscheidung war die realistische Aussicht auf regelmäßige Einsatzzeiten. Auf seiner Position sah er mit Musiala oder Wirtz große Konkurrenz um Spielzeit. Um seine Chancen auf eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft zu erhöhen, entschied er sich aus sportlichen Gründen für Algerien.

Ibrahim Maza verkörpert eine erfolgreiche Mischung aus Talent, Lernfähigkeit und Variabilität, die einen jungen Spieler außergewöhnlich schnell reifen lässt. Von seinen Anfängen in Berlin-Reinickendorf über die Hertha bis zum Champions-League-Debüt in Leverkusen und der Entscheidung für die algerische Nationalmannschaft: Maza hat binnen kurzer Zeit beeindruckende Schritte gemacht. Er zeigt, dass er auf höchstem Niveau bestehen kann – und, dass seine Entwicklung längst noch nicht abgeschlossen ist.

Quelle: Gokixx

Foto: imago images/Laci Perenyi

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