
Niemand muss fallen: Mehr Schutz vor Absturz
Abstürze gehören zu den schwersten Arbeitsunfällen. Wir zeigen Ihnen, was Sie konkret tun können, um für mehr Sicherheit bei Arbeiten in der Höhe zu sorgen.
Absturzrisiken lassen sich vermeiden
Abstürze sind zwar nicht die häufigsten Arbeitsunfälle, können aber schwere Folgen haben – im schlimmsten Fall mit tödlichem Ausgang. Dabei müssen Beschäftigte nicht auf einem Dach oder in großer Höhe arbeiten: Auch Leitern, Treppen oder Ladebereiche bergen erhebliche Risiken. Etwa die Hälfte aller tödlichen Absturzunfälle passiert aus Höhen von bis zu fünf Metern.
Besonders bei kurzzeitigen Tätigkeiten werden Gefahren oft unterschätzt – unter Zeitdruck wird nach dem Motto gehandelt: „Das geht schnell – es wird schon gut gehen." Routine kann dazu führen, dass Mängel unbeachtet bleiben oder Sicherheitsregeln nicht konsequent eingehalten werden.
Viele dieser Unfälle wären vermeidbar. Entscheidend sind eine realistische Einschätzung der Gefährdung, geeignete Arbeitsmittel und eine sichere Organisation der Arbeit. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über zentrale Themen der Absturzprävention.





Typische Arbeitssituationen mit Absturzrisiko
Absturzgefahren treten je nach Tätigkeit und Arbeitsumgebung in unterschiedlichen Situationen auf. Die folgenden Beispiele zeigen typische Risiken und geben weiterführende Informationen für die sichere Gestaltung von Arbeitsplätzen und Arbeitsabläufen.
Logistik- und Ladebereiche
Absturzgefahren entstehen häufig beim Be- und Entladen von Fahrzeugen, insbesondere auf Ladeflächen, Laderampen oder Fahrzeugaufbauten. Schon geringe Höhenunterschiede können zu schweren Unfällen führen – etwa wenn Personen beim Sichern der Ladung abrutschen oder an ungesicherten Rampenkanten abstürzen.
Zeitdruck, unübersichtliche Verkehrswege, nasse oder verschmutzte Oberflächen erhöhen das Risiko. Damit Beschäftigte sicher arbeiten können, sind geeignete Verkehrswege, sichere Zugänge und eine gute Organisation wichtig.
Weiterführende Informationen finden Sie unter den Themen Laderampen, Ladungssicherung LKW sowie zum sicheren Einsatz von Flurförderzeugen im innerbetrieblichen Verkehr.
Arbeiten mit Leitern
Leitern gehören zu den Arbeitsmitteln, bei denen es immer wieder zu Absturzunfällen kommt. Ursachen sind unter anderem die Verwendung ungeeigneter Aufstiegshilfen, eine falsche Aufstellung oder ein unsicherer Stand.
Gefährlich wird es, wenn Beschäftigte sich seitlich hinauslehnen, schwere Gegenstände transportieren oder provisorische Lösungen nutzen. Um Risiken zu reduzieren, müssen geeignete Leitern eingesetzt, regelmäßig kontrolliert und sicher aufgestellt werden.
Weiterführende Informationen finden Sie in den Themen Arbeiten mit Leitern und Tritten sowie im Praxisbeispiel „Riskante Behelfslösung – Absturz von improvisiertem Tritt“.
Treppen und Verkehrswege im Betrieb
Viele Unfälle passieren auf den Verkehrswegen der Betriebsstätten – in Fluren, auf Treppen oder in stark frequentierten Bereichen. Fehlende Geländer, rutschige Oberflächen, schlechte Beleuchtung oder abgestellte Gegenstände können dazu führen, dass Beschäftigte stolpern oder das Gleichgewicht verlieren.
Eine sichere Gestaltung reduziert das Risiko: ausreichend breite und gut beleuchtete Wege, ebene und trittsichere Oberflächen sowie sichere Geländer und Handläufe.
Weiterführende Informationen finden Sie in den Themen Verkehrswege im Gebäude und Treppen sowie in den Fachinformationen zu Stufenabmessungen, Geländern und Handläufen.
Arbeiten am Gebäude
Arbeiten an Gebäuden bergen Absturzgefahren auf Dächern, an Dachkanten, an hochgelegenen Fenstern oder in anderen erhöhten Arbeitsbereichen. Auch Lichtkuppeln, Dachöffnungen oder nicht tragfähige Flächen stellen typische Gefahrenquellen dar.
Um Abstürze zu vermeiden, sind eine sorgfältige Arbeitsplanung, geeignete Absturzsicherungen und sichere Zugänge entscheidend. Prüfen Sie vor Beginn der Tätigkeit, welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind.
Weiterführende Informationen finden Sie in den Themen Dächer, Fassaden und Fenster sowie in den Informationen zu Schutzmaßnahmen gegen Absturz auf Dächern und zur Montage von Photovoltaikanlagen.
Schutzmaßnahmen gegen Absturz
Absturzunfälle sind in vielen Fällen vermeidbar, wenn Risiken zuvor erkannt und geeignete Schutzmaßnahmen umgesetzt werden. Die folgenden Themen zeigen, welche Maßnahmen helfen, Beschäftigte wirksam zu schützen.

Wie lassen sich Absturzrisiken beurteilen?
Eine wirksame Absturzprävention beginnt mit der sorgfältigen Ermittlung von Gefährdungen. Eine systematische Gefährdungsbeurteilung hilft, Risiken zu erfassen und geeignete Schutzmaßnahmen abzuleiten.
Dabei sind nicht nur die vorhandenen Absturzsituationen wichtig, sondern auch die eingesetzten Arbeitsmittel, die Organisation der Arbeitsabläufe sowie die Frage, ob Beschäftigte ausreichend unterwiesen sind.
Weiterführende Informationen:
Wie lassen sich Arbeitsplätze sicher planen und gestalten?
Viele Absturzunfälle lassen sich durch eine sichere Gestaltung der Arbeitsumgebung vermeiden. Dazu gehören gesicherte Arbeitsbereiche, klare Verkehrsführungen, gute Beleuchtung und eine sichere Organisation von Arbeitsabläufen.
Berücksichtigen Sie bereits in der Planung, wo Absturz- oder Sturzgefahren entstehen können und welche Maßnahmen erforderlich sind.
Weiterführende Informationen:

Wie lassen sich sichere Arbeitsmittel einsetzen?
Arbeitsmittel wie Leitern, Hubarbeitsbühnen oder Flurförderzeuge müssen für die jeweilige Tätigkeit geeignet sein und sicher verwendet werden. Ungeeignete oder improvisierte Lösungen erhöhen das Unfallrisiko erheblich.
Entscheidend sind die richtige Auswahl, regelmäßige Prüfungen und eine sichere Anwendung. Beschäftigte sollten wissen, welche Arbeitsmittel für welche Tätigkeiten geeignet sind.
Weiterführende Informationen:
Wann ist persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz erforderlich?
Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) ist eine eigenständige Schutzmaßnahme, die Beschäftigte bei Arbeiten in absturzgefährdeten Bereichen vor schweren oder tödlichen Verletzungen schützt. Sie kommt zum Einsatz, wenn technische oder organisatorische Maßnahmen allein keinen ausreichenden Schutz bieten – oder wenn die Arbeitssituation den Einsatz von PSAgA erfordert.
Damit PSAgA wirksam schützt, müssen Ausrüstung, Anschlageinrichtungen und Arbeitsabläufe aufeinander abgestimmt sein. Die Ausrüstung muss geprüft, gewartet und richtig aufbewahrt werden. Beschäftigte müssen regelmäßig unterwiesen werden, damit sie die Ausrüstung korrekt anwenden können.
Weiterführende Informationen:


