Am Kopf verletzter Fußballspieler mit Verband, 

Kopfverletzung Jimmy Briand (96) Fussball Bundesliga, Hannover 96 - Eintracht Frankfurt

Schnell und 
richtig handeln bei Kopfverletzungen

Wie Sie eine Gehirnerschütterung frühzeitig erkennen, wie Sie richtig handeln und wie Sportlerinnen und Sportler danach risikofrei ins Training zurückkehren.

Gehirnerschütterungen und ihre Folgen

„Schiri, ist das das Finale?“, fragte der Nationalspieler Christoph Kramer im Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Zuvor hatte er die Schulter eines argentinischen Gegenspielers mit voller Wucht ins Gesicht bekommen. Zum Glück informierte Schiedsrichter Nicola Rizzoli Mitspieler Bastian Schweinsteiger, der dafür sorgte, dass Kramer ausgewechselt wurde – mit einer Gehirnerschütterung. Bis heute fehlt dem Nationalspieler die Erinnerung an Teile der ersten Halbzeit des legendären Finalspiels.

Solche Vorfälle sind in Kontaktsportarten wie Fußball keine Seltenheit und können gravierende Folgen haben, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Trifft es den Kopf, kommt es schnell zum Schädel-Hirn-Trauma, das innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden Komplikationen verursachen kann. Bei wiederholten Vorfällen drohen den Sportlerinnen und Sportlern irreversible Schäden, die das berufliche und private Leben erheblich beeinträchtigen können.

Symptome erkennen und schnell handeln

Schnelles Handeln ist entscheidend. Neben offensichtlichen Anzeichen wie Gedächtnisverlust gibt es unspezifische Symptome wie Reaktionsverzögerung, Schwindelgefühl, Nackenschmerzen oder Müdigkeit, wie der Verhaltenspsychologe Dr. Eidenmüller vom Zentrum für klinische Neuropsychologie beschreibt.

Derart unspezifische Symptome können die Diagnose erschweren. Das Betreuungspersonal sollte daher für die Ernsthaftigkeit einer Kopfverletzung sensibilisiert sein. Auffälligkeiten wie unsicheres Stehen oder das Berühren des Kopfes bei den Sportlerinnen und Sportlern können erste Hinweise sein. In solchen Fällen ist es wichtig, gezielte Fragen zu Ort, Zeit und Befinden der betroffenen Person zu stellen.

Besteht der Verdacht auf eine (auch nur leichte) Gehirnerschütterung, ist die betroffene Person sofort aus dem Trainings- oder Wettkampfgeschehen herauszunehmen. Anschließend ist eine ärztliche Diagnose notwendig.
 

Alles auf einen Blick: Ihre Taschenkarte für Notfälle 

Unsere praktische Taschenkarte bietet Ersthelferinnen und Ersthelfern eine schnelle Orientierung im Notfall. Einfach in die Sporttasche stecken und im Ernstfall wissen, was zu tun ist: Von Symptomen einer Gehirnerschütterung bis zu den sofortigen Schritten für ärztliche Hilfe. Die Inhalte der Karte, auch als Pocket-SCAT bekannt, wurden von einer internationalen Expertengruppe in Kooperation mit renommierten Sportverbänden wie IOC, FIFA, IIHF, IRB und FEI entwickelt.

Für die medizinische Beurteilung kommt der spezialisierte SCAT5-Test zum Einsatz, durchgeführt von qualifizierten Fachkräften. Dieser Test umfasst sowohl kognitive als auch körperliche Prüfungen.
 

Schrittweise Rückkehr ins Spiel nach einer Gehirnerschütterung 

Nach einer diagnostizierten Gehirnerschütterung ist für die betroffene Sportlerin oder den betroffenen Sportler eine ärztlich verordnete Auszeit unumgänglich. Führen Sie die Betroffenen nur schrittweise wieder in Trainingseinheiten und Wettkämpfe ein. Hierfür hat die oben genannte Expertengruppe ein sechsstufiges Konzept namens "Return-to-Play" entwickelt, das unten verlinkt ist. Jede dieser Stufen muss beschwerdefrei durchlaufen werden, bevor nach einer 24-stündigen Pause zur nächsten Belastungsstufe übergegangen wird.

Initiative "Schütz deinen Kopf"

Aufgrund der Wichtigkeit des Themas hat die VBG in Kooperation mit der Hannelore-Kohl-Stiftung, dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft und weiteren Partnern unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums des Inneren die Initiative „Schütz deinen Kopf“ gegründet. Alle Informationen dazu finden Sie im untenstehenden Faltblatt.

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