Navigation und Service

VBG - Ihre gesetzliche Unfallversicherung (Link zur Startseite)

Bereichsmenu Arbeitsstätten gestalten

Verkehrsflächen in Gebäuden

Eingangsbereich eines Bürogebäudes Barrierefreie Arbeitsstätten – Türen und Tore

Türen und Tore

Nutzen:

Sicher und barrierefrei gestaltete Türen ermöglichen ein reibungsloses Bewegen im Gebäude und ein gefahrloses Betreten der Räume.

Bereich: Bewegung in Gebäuden

Es wird untersucht, welche möglichen Gefährdungen und Belastungen an Türen und Toren auftreten und welche Maßnahmen zu treffen sind, damit diese sicher und barrierefrei benutzt werden können. Sie können alle Planungsalternativen wählen, die die Gefährdungen vermeiden helfen. Im Folgenden finden Sie einige Hinweise zur barrierefreien Gestaltung, die sich bewährt haben.

Hinweise zu allgemeinen Aspekten der sicheren Gestaltung finden sich im gleichen Gliederungspunkt der VBG-Onlineseite "Arbeitsstätten sicher planen und gestalten".

Hinweise zur barrierefreien Gestaltung:

  • Die Türen besitzen folgende Breite und Höhe: lichte Zargen-Durchgangsbreiten: mindestens 0,90 m; lichte Zargen-Durchgangshöhen: mindestens 2,05 m (über Oberkante Fertigfußboden).
  • Türgriffe und Bedienungselemente weisen einen seitlichen Abstand zu Wänden beziehungsweise bauseitigen Einrichtungen von mindestens 0,50 m auf – Türleibungen über 0,26 m sind wie eine Wand zu betrachten; Türgriffe und Bedienungselemente für Kraftbetätigung sind 0,85 m über Oberkante des Fußbodens angebracht.
  • Die Bewegungsfläche an Türen vor Treppenaufgängen und -abgängen beträgt mindestens 1,50 m x 1,50 m. Flächen vor spezifischen Türen sind entsprechend der Art der Tür zu dimensionieren – zum Beispiel vor Drehflügeltür, Schiebetür, Türen für Aufzüge.
  • Türen sind deutlich zu erkennen, sicher zu passieren, leicht zu öffnen und zu schließen. Sie sind kontrastreich gestaltet und eingeordnet. Die Oberflächen von Zargen (auch Leibungen bei Ganzglastüren), Flügeln, schlossseitigen seitlichen Fälzen von Flügeln, Drückern/Griffen und Schildern sind untereinander kontrastierend ausgebildet – zum Beispiel helle Wand/dunkle Tür, dunkle Tür/ heller Türgriff; bei Ganzglastüren auch Kennzeichnung der Hauptschließkante.
  • Glastürflügel besitzen kontrastreiche Sicherheitsmarkierungen. Sie sind in einer Höhe von 0,40 m bis 0,50 m und 1,30 m bis 1,40 m über dem Fußbodenbelag über die gesamte Türflügelbreite ausgeführt.
  • Bei Drehflügeltüren in stark frequentierten Verkehrswegen sind Sichtverbindungen zu empfehlen – zum Beispiel bei Türen zwischen Gastraum und Küche.
  • Untere Türanschläge und -schwellen sind vermieden.
  • Drückergarnituren sind griffgünstig ergonomisch gestaltet – möglichst bogen- oder u-förmig. Die Bedienung von Türen wird nicht durch versenkte oder schwierig zu handhabende Elemente wie Griffmuscheln und Springgriffe oder eingelassene Griffe erschwert. Drehgriffe sind vermieden. Kombinierte Bewegungen sind vermieden – zum Beispiel nicht Drehen und Ziehen gleichzeitig.
  • Das Betätigen der Tür ist mit geringem Kraftaufwand möglich – Bedienkräfte und -momente der Klasse 3 nach DIN EN 12217 – zum Beispiel 25 N zum Öffnen des Türblatts bei Drehtüren und Schiebetüren.
  • Um ein kraftbetätigtes Öffnen und Schließen schwergängiger Türen – zum Beispiel Brandabschnittstüren – zu ermöglichen, sollten Leerrohre für mögliche elektrische Leitungen vorgesehen werden.
  • Schließmittel mit unkontrolliertem Schließablauf – zum Beispiel Federbänder werden nicht eingesetzt.
  • Pendeltüren haben Schließvorrichtungen – zum Beispiel Pendeltürschließer nach DIN EN 1154, die ein Durchpendeln der Türen verhindern.
  • Bei Feuer- oder Rauchschutztüren werden Feststellanlagen verwendet – zum Beispiel Haftmagnete oder Freilauftürschließer.

Automatische und kraftbetätigte Türen

  • Kraftbetätigte Türen sind so gestaltet und gesteuert, dass keine Person vom Türflügel erfasst werden kann.
  • Die Taster für Drehflügeltüren befinden sich bei frontaler Anfahrt

    • in Öffnungsrichtung in mindestens 2,50 m
    • in Schließrichtung mindestens in 1,50 m

    Entfernung von der Hauptschließkante.

  • Die Taster für Schiebetüren befinden sich bei frontaler Anfahrt beidseitig in ? 1,50 m Entfernung.

Karusselltüren

  • Bei Karusselltüren ist ein gleichberechtigter Zugang in unmittelbarer Nähe der Karusselltür vorhanden – zum Beispiel Drehflügeltür.

Illustration zu rollstuhlgerechter Planung von Türen und Toren Barrierefreie Arbeitsstätten – Türen und Tore


Eingangsbereich eines Firmengebäudes mit Eingang für Rollstuhlfahrer Barrierefreie Arbeitsstätten – Türen und Tore

Weiterführende Informationen:

Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV
BGI 669 "Glastüren, Glaswände" 
DIN 18040-1 "Barrierefreies Bauen - Planungsgrundlagen - Teil 1: Öffentlich zugängliche Gebäude"
DIN-Fachbericht 124 "Gestaltung barrierefreier Produkte"
Fachinfoblatt "Türen"
Fachinfoblatt "Bedienelemente"
Fachinfoblatt "Griffhöhen und -bereiche in Arbeitsräumen"
DIN 18650-1 "Automatische Türsysteme - Teil 1: Produktanforderungen und Prüfverfahren"
DIN 18650-2 "Automatische Türsysteme - Teil 2: Sicherheit an automatischen Türsystemen"
DIN EN 1154 "Schlösser und Baubeschläge - Türschließmittel mit kontrolliertem Schließablauf - Anforderungen und Prüfverfahren"
DIN EN 12217 "Türen - Bedienungskräfte - Anforderungen und Klassifizierung"

Diese Seite

RSS