Ätzende Flüssigkeiten

1. Allgemeines

Zur Reinigung und Desinfektion werden häufig starke Laugen oder starke Säuren eingesetzt. Sie zerstören das Gewebe der Haut, der Schleimhäute und der Augenhornhaut. Die Folge sind Reizungen, teilweise schwer heilende Entzündungen bis hin zur Zerstörung von Körpergewebe. Beim Einwirken auf die Augen kann dies zur Erblindung führen. Beim Verschlucken können schwerwiegende Gesundheitsschäden im Magen-Darm-Trakt und Vergiftungen die Folge sein.

Vor allem Konzentrate zur Herstellung von Reinigungslösungen und zum Einsatz in Reinigungs- und Spülmaschinen können Beschäftigte gefährden.

Gefahrstoffsmbol ätzend
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2. Schutzmaßnahmen

Wegen der großen Gesundheitsgefahren müssen strenge Schutzmaßnahmen getroffen werden:

  • Die Stoffe nur entsprechend den Herstellerangaben und der Betriebsanweisung verarbeiten und benutzen.
  • Säuren und Laugen niemals zusammenschütten oder zusammen lagern. Sie können sehr heftig miteinander reagieren.
  • Stets die Persönliche Schutzausrüstung benutzen (Schutzhandschuhe, Schutzbrille bzw. Gesichtsschutz, säurefeste Kleidung, Sicherheitsschuhe).
  • Handschuhstulpen umschlagen, um ein Hineinlaufen von Säuren oder Laugen in die Handschuhe zu vermeiden. Den Übergang zwischen Handschuhen und Schutzanzug dicht schließen.
Schutzhandschuh
  • In schlecht gelüfteten Räumen bei Überschreiten des Arbeitplatzgrenzwertes Atemschutz tragen.
  • Beim Anmischen eines Reinigers zuerst Wasser in den Behälter füllen, dann die Säure zugeben. (Merksatz: “Gieße nie das Wasser in die Säure, sonst geschieht das Ungeheure!“)

3. Erste Hilfe bei Verätzungen

Sind Beschäftigte mit ätzenden Stoffen in Berührung gekommen, sind die folgenden Erste-Hilfe-Maßnahmen erforderlich:

  • Durchtränkte Kleidung sofort entfernen.
  • Haut reichlich mit Wasser abwaschen.
  • Niemals versuchen, eine Neutralisierung mit Lauge oder Säure durchzuführen, dies führt immer zu einer weiteren Verätzung.
  • Bei Augenverätzungen die Augen sofort gründlich mit Wasser mindestens 15 Minuten spülen (Augendusche).
  • Sofort einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen oder den Rettungsdienst alarmieren.
  • Sicherheitsdatenblatt und/oder Betriebsanweisung bereithalten.