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Selbstmanagement für Trainer

Welchen Belastungen bin ich als Trainer ausgesetzt?

  • Habe ich akut nur etwas Stress oder ein ernsthaftes psychisches Problem?
  • Wenn es mir selbst nicht gut geht, was kann ich tun?
Wie Trainer achtsam bleiben

Wichtig ist, dass Trainer sich selbst gegenüber ehrlich und sensibel bleiben. Das Gefühl "gestresst zu sein" gehört in vielen Phasen des Trainerdaseins dazu, sollte jedoch kein Dauerzustand sein. Kommen dann noch (psycho-)somatische Beschwerden wie Erschöpfung, wiederkehrende Erkrankungen oder sich häufende Verletzungen hinzu, ist es höchste Zeit, genauer hinzuschauen.

Sie sollten bei lang anhaltenden Symptomen nicht zögern, sich professionelle Hilfe zu holen. In der Allgemeinmedizin als erster Anlaufstelle kann dann entschieden werden, in welchem Spezialgebiet am besten geholfen werden kann: In der Psychotherapie, in der Psychiatrie oder der Neurologie. Die Vermittlung zu einem qualifizierten Erstkontakt bietet die Beratungshotline "Seelische Gesundheit im Sport", die von der Robert-Enke-Stiftung ins Leben gerufen wurde. Auch für Trainer gilt: Zu den eigenen Schwächen zu stehen, ist ein Zeichen von Stärke. Viele psychische Erkrankungen sind gut behandelbar und heilbar.

Tipps & Lösungen
  • Berücksichtigen Sie Ihre Bedürfnisse im Sport – und außerhalb. Es ist wichtig für Ihre psychische Gesundheit, dass Sie Ihre eigenen Bedürfnisse kennen und diese auch befriedigen.

  • Schaffen Sie sich Rückzugsorte im Traineralltag. Dies können tatsächliche Orte sein, wie eine eigene kleine Kabine oder ein Eckchen im Vereinsheim. Es können aber auch fiktive Orte sein. Hier bewähren sich immer wieder Bilder von traumhaften Stränden oder Waldwegen, die eine Auszeit vom Alltag ermöglichen. Das Visualisieren dieser Orte muss allerdings eingeübt werden.

  • Der soziale Rückhalt von Familie und Freundeskreis ist wichtig. Die Wertschätzung durch diese Bezugspersonen erleichtert den Umgang mit Ärger und Stress im Trainerjob. So können Sie sicherstellen, dass Sie emotional aufgefangen werden. Planen Sie deshalb Zeiten ein, in denen Sie sich nur mit Ihrer Familie und Ihrem Freundeskreis beschäftigen.

  • Finden Sie für sich geeignete Erholungsmaßnahmen. Das können Aktivitäten wie Wandern oder Yoga sein. Wichtig sind auch körperliche Auszeiten, z. B. ein Buch zu lesen oder ein gemeinsam gekochtes Abendessen zu genießen.

  • Erlernen Sie eine klassische Entspannungsmethode. Das autogene Training oder die progressive Muskelrelaxation sind Techniken, die sich vor allem im Sport bewährt haben.

  • Erstellen Sie eine Belastungs-Erholungs-Bilanz, um den Grad Ihrer Beanspruchung festzustellen. (Anleitung dazu finden Sie unter dem Link "Kein Stress mit dem Stress" in den Kapiteln Trainingsbetreuung und Karriereplanung  ("Energiebilanz").)

  • Erarbeiten Sie ein optimales Zeitmanagement. Hilfestellung bei der Priorisierung bietet das "Eisenhower-Prinzip". Welche Aufgaben sind wichtig und dringlich, und müssen daher sofort erledigt werden (A-Aufgaben), welche Aufgaben sind wichtig, aber nicht dringlich und können verschoben oder delegiert werden (B-Aufgaben), und welche sind dringlich, aber nicht so wichtig, und können direkt delegiert werden (C-Aufgaben)? Unwichtige und nicht dringliche Aufgaben müssen ggf. gar nicht ausgeführt werden. Vertrauen Sie auch auf Ihre Kolleginnen und Kollegen (z. B. Co-Trainerinnen und Co-Trainer) und geben Sie Aufgaben ab.

  • Wehren Sie sich, wenn Ihre Arbeitsbedingungen schwer erträglich werden. Häufig haben wir gelernt, uns mit den Bedingungen zu arrangieren. Daraus ergibt sich jedoch ein hohes Risiko für psychische Erkrankungen. Alles zu akzeptieren und Ärger "in sich hineinzufressen", kann zu massiven psychosomatischen Störungen führen. Deshalb sollten Sie als Trainerin bzw. Trainer Ihre Meinungen und Ansichten offensiv vertreten – natürlich sachlich und angemessen

  • Entwerfen Sie einen Plan B für sich. Es ist wichtig, Alternativen zur Trainertätigkeit an der Hand zu haben, sollte es irgendwann nicht mehr möglich sein, den Beruf auszuüben. Ein alternativer Plan und eine alternative Ausbildung geben Sicherheit und verhindern das Gefühl von Verzweiflung und Ausweglosigkeit.

  • Nehmen Sie sportpsychologisches Coaching in Anspruch. Einige Sportvereine oder -verbände arbeiten bereits mit sportpsychologischen Fachleuten zusammen, die dem Trainingspersonal nach dem Prinzip des "Coach-the-Coach" zur Seite stehen. Ein Coaching kann hilfreich sein, um die potenziell Stress auslösenden Situationen besser zu analysieren und bewältigen zu können.

Broschüre

Kein Stress mit dem Stress

  • Erlernen Sie eine klassische Entspannungsmethode. Das autogene Training oder die progressive Muskelrelaxation sind Techniken, die sich vor allem im Sport bewährt haben.

  • Erstellen Sie eine Belastungs-Erholungs-Bilanz, um den Grad Ihrer Beanspruchung festzustellen. Anleitung dazu finden Sie unter dem Link "Kein Stress mit dem Stress" in den Kapiteln Trainingsbetreuung und Karriereplanung  ("Energiebilanz").

  • Erarbeiten Sie ein optimales Zeitmanagement. Hilfestellung bei der Priorisierung bietet das "Eisenhower-Prinzip". Welche Aufgaben sind wichtig und dringlich, und müssen daher sofort erledigt werden (A-Aufgaben), welche Aufgaben sind wichtig, aber nicht dringlich und können verschoben oder delegiert werden (B-Aufgaben), und welche sind dringlich, aber nicht so wichtig, und können direkt delegiert werden (C-Aufgaben)? Unwichtige und nicht dringliche Aufgaben müssen ggf. gar nicht ausgeführt werden. Vertrauen Sie auch auf Ihre Kolleginnen und Kollegen (z. B. Co-Trainerinnen und Co-Trainer) und geben Sie Aufgaben ab.

  • Wehren Sie sich, wenn Ihre Arbeitsbedingungen schwer erträglich werden. Häufig haben wir gelernt, uns mit den Bedingungen zu arrangieren. Daraus ergibt sich jedoch ein hohes Risiko für psychische Erkrankungen. Alles zu akzeptieren und Ärger "in sich hineinzufressen", kann zu massiven psychosomatischen Störungen führen. Deshalb sollten Sie als Trainerin bzw. Trainer Ihre Meinungen und Ansichten offensiv vertreten – natürlich sachlich und angemessen.

  • Entwerfen Sie einen Plan B für sich. Es ist wichtig, Alternativen zur Trainertätigkeit an der Hand zu haben, sollte es irgendwann nicht mehr möglich sein, den Beruf auszuüben. Ein alternativer Plan und eine alternative Ausbildung geben Sicherheit und verhindern das Gefühl von Verzweiflung und Ausweglosigkeit.

  • Nehmen Sie sportpsychologisches Coaching in Anspruch. Einige Sportvereine oder -verbände arbeiten bereits mit sportpsychologischen Fachleuten zusammen, die dem Trainingspersonal nach dem Prinzip des "Coach-the-Coach" zur Seite stehen. Ein Coaching kann hilfreich sein, um die potenziell Stress auslösenden Situationen besser zu analysieren und bewältigen zu können.

Autoren:
Marion Sulprizio & Jens Kleinert
Psychologisches Institut, Deutsche Sporthochschule Köln
 
Der Inhalt dieser Seite ist mit Genehmigung des Herausgebers
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin,
Friedrich-Henkel-Weg 1-25,
44149 Dortmund
 
Geschäftsstelle der Initiative Neue Qualität der Arbeit
c/o Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Nöldnerstr. 40-42
10317 Berlin
 
aus folgender Veröffentlichung entnommen:
Sulprizio, M. & Kleinert, J. (2014). Kein Stress mit dem Stress. Tipps und Lösungen für mentale Stärke und psychische Gesundheit im wettkampforientierten Leistungssport. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Kap. 5 Psychische Erkrankungen).

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