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3.1 Pausenraum/-bereiche

Check für Bauherren Pausenraum

Faltblatt

Energieeffizienz

Pausenraum, Menschen im Gespräch Arbeitsstätten planen –Pausenraum

Nutzen:

Geeignete Pausenräume/-bereiche ermöglichen den Beschäftigten eine angemessene Regeneration ihrer Arbeitskraft.

Begriffe:

Pausenräume sind allseits umschlossene Räume, die der Erholung oder dem Aufenthalt der Beschäftigten während der Pause oder bei Arbeitsunterbrechung dienen.
Pausenbereiche sind abgetrennte Bereiche innerhalb von Räumen der Arbeitsstätte, die der Erholung oder dem Aufenthalt der Beschäftigten während der Pause oder bei Arbeitsunterbrechung dienen.
Bereitschaftsräume sind allseits umschlossene Räume, die dem Aufenthalt der Beschäftigten während der Arbeitsbereitschaft oder bei Arbeitsunterbrechungen dienen.

Bereich: Funktionsbereiche in Gebäuden

Es wird untersucht, welche möglichen Gefährdungen bei Pausenräumen/-bereichen auftreten und welche Maßnahmen zu treffen sind, damit diese sicher benutzt werden können. Sie können auch Planungsalternativen wählen, die die Gefährdungen vermeiden helfen.

Im Folgenden finden Sie einige Hinweise zur Gestaltung, die sich bewährt haben.

Hinweise zur Gestaltung:

Pausenräume/-bereiche

  • Es ist untersucht, ob Pausenräume/-bereiche zur Verfügung gestellt werden sollen, um den Beschäftigten genügend Möglichkeiten zum Ausruhen zu geben.
  • Bei mehr als zehn Beschäftigten ist ein Pausenraum/-bereich erforderlich. Auf Pausenräume/-bereiche kann im Bürobereich verzichtet werden, wenn Dritte wie Kunden keinen Zutritt haben - zum Beispiel Registraturen, nicht öffentliche Bibliotheken oder Zeichen- und Konstruktionsbüros.
  • Unter bestimmten Bedingungen ist ein Pausenraum/-bereich einzuplanen - das können z. B. sein:

    • Arbeiten mit erhöhter Gesundheitsgefährdung in Hitze, Kälte, Nässe oder Staub,
    • Überschreitung der Auslösewerte für Lärm oder Vibrationen (siehe LärmVibrationsArbSchV),
    • Gefährdungen beim Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen oder Gefahrstoffen,
    • unzuträgliche Gerüche,
    • überwiegende Arbeiten im Freien,
    • andauernde, einseitig belastende Körperhaltung mit eingeschränktem Bewegungsraum, z. B. Steharbeit,
    • schwere körperliche Arbeit,
    • stark schmutzende Tätigkeit,
    • Arbeitsräume/Bereiche ohne Tageslicht oder
    • Arbeitsräume/Bereiche, zu denen üblicherweise Dritte (z. B. Kunden, Publikum, Mitarbeiter von Fremdfirmen) Zutritt haben.
  • In Pausenräumen/-bereichen soll für Beschäftigte, die den Raum gleichzeitig benutzen sollen, jeweils mindestens 1,00 m2 Grundfläche einschließlich Sitzgelegenheit und Tisch zur Verfügung stehen. Flächen für weitere Einrichtungsgegenstände, Zugänge und Verkehrswege sind hinzuzurechnen.
  • Bei Pausenräumen/-bereichen, die bis zu 50 Beschäftigte gleichzeitig aufnehmen sollen, ist zu empfehlen, die aufgrund der Zahl der Beschäftigten errechnete Grundfläche für ausreichende Verkehrswege um 10 Prozent zu vergrößern.
  • Der Schalldruckpegel in Pausenräumen/-bereichen beträgt nicht mehr als 55 dB(A).
  • Pausenräume/-bereiche:

    • verfügen über möglichst ausreichend Tageslicht und sind ausreichend beleuchtet (siehe ASR A3.4 "Beleuchtung"),
    • sind ausreichend temperiert (siehe ASR A3.5 "Raumtemperatur") und weisen gesundheitlich zuträgliche Atemluft in ausreichender Menge auf (siehe ASR A3.6 "Lüftung")
    • sollen Sichtverbindungen nach außen besitzen.
  • Die Pausenräume/-bereiche können von den Beschäftigten möglichst innerhalb von fünf Minuten erreicht werden. Die Wegstrecke zu Pausenräumen/-bereichen beträgt weniger als 100 m.
  • Sind keine Kantinen vorhanden, sind Einrichtungen für das Wärmen und Kühlen von Lebensmitteln vorgesehen. Eine Waschgelegenheit ist zu empfehlen.
  • Es ist zu empfehlen, eine Teeküche mit einzuplanen, damit die Beschäftigten die erforderlichen Voraussetzungen zur sicheren und sauberen Zubereitung von Getränken haben.
    Siehe auch Kapitel 2.2 "Fenster", 3.6 "Teeküchen"

Bereitschaftsräume

  • Ein Bereitschaftsraum steht immer dann zur Verfügung, wenn während der Arbeitszeit regelmäßig mehr als 25 Prozent der Arbeitszeit für Arbeitsbereitschaft oder Arbeitsunterbrechungen auftreten, zum Beispiel in Krankenhäusern, bei Berufsfeuerwehren, Rettungsdiensten, Fahrbereitschaften.
  • Der Bereitschaftsraum entspricht mindestens den Anforderungen an einen Pausenraum.
  • Liegt die Arbeitsbereitschaft oder die Arbeitsunterbrechung in den Nachtstunden oder ist die Arbeitszeit einschließlich der Bereitschaftszeit größer als zwölf Stunden, ist eine Liege vorzusehen.
  • Beim Einsatz von Liegen sind folgende Anforderungen berücksichtigt:

    • Die Nutzung der Bereitschaftsräume getrennt nach Frauen und Männern ist räumlich oder organisatorisch sichergestellt.
    • Für die Zeit der Nutzung der Liegen ist eine anderweitige Nutzung des Raumes durch andere Personen (z. B. als Pausenraum, Büro, Arztzimmer) nicht zulässig.
    • Der Raum ist verschließbar, nicht einsehbar und verdunkelbar.
    • Es steht eine Waschgelegenheit zur Verfügung.
    • Liegen sind gepolstert und mit einem wasch- oder wegwerfbaren Belag ausgestattet.
    • Die Erreichbarkeit der Beschäftigten ist unter Wahrung ihrer Privatsphäre gewährleistet (z. B. durch Rufeinrichtung).
    • Die Alarmierung im Brandfall und das sichere Verlassen des Bereitschaftsraumes sind sichergestellt - siehe ASR A2.3 "Fluchtwege und Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan".

Weiterführende Informationen:

Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV
ASR A4.2 "Pausen- und Bereitschaftsräume"

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