Navigation und Service

VBG - Ihre gesetzliche Unfallversicherung (Link zur Startseite)

Bereichsmenu Wildtierhaltung

Gefährdungsbeurteilung für die Wildtierhaltung

Beschäftigter bei der Grünpflege im Tierpark

Faltblatt

Wildtierhaltung: Infektionsschutz in der Zootierpflege

Sichere Arbeitsbedingungen schaffen in sieben Schritten

Die Gefährdungsbeurteilung ist ein elementares Instrument, um Gefährdungen und Belastungen der Beschäftigten bei der Arbeit zu erkennen und zu beheben. Sie muss von jedem Zoo durchgeführt werden. Das Hauptziel der Gefährdungsbeurteilung ist, sichere und gesundheitsgerechte Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten zu schaffen. Überdies leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von Störungen, Beinahe-Unfällen, Fehlern und Fehlbelastungen.

Die VBG hat ein Muster zur Gefährdungsbeurteilung in Zoos und Tierparks entwickelt, das in folgende sieben Handlungsschritte gegliedert ist:

1.    Arbeitsbereiche und Tätigkeiten festlegen und abgrenzen

Legen Sie sich zunächst eine Übersicht über alle Arbeitsbereiche und ausgeführten Tätigkeiten an, indem Sie die Kernfragen „Wo wird gearbeitet?“ und „Welche Tätigkeit wird dort ausgeübt?“ beantworten.

2.    Gefährdungen ermitteln

Analysieren Sie mögliche Gefährdungen für alle Tätigkeitsfelder und Berufsgruppen in Ihrer Einrichtung. In diesem Fall lautet die Frage: „Was kann passieren?“ 

Beispielhafte Gefährdungen in der Wildtierhaltung sind:

  • Mechanische Gefährdungen (Stürze in Gehegen, Unfälle beim innerbetrieblichen Transport, Schnitte und Stiche bei der Futterzubereitung)
  • Elektrischer Strom (Berühren von ungeschützten unter Spannung stehenden Teilen)
  • Infektionsgefahr (Zoonosen)
  • Tiere (Bisse und Gifteinwirkung)
  • Lärmbelastung (durch Motorsägen und Freischneider)
  • Gefahrstoffe (Kontakt mit Desinfektionsmitteln, Einatmen von Gasen)
  • Körperliche Belastung (Schweres Tragen und Heben, belastende Arbeitshaltung z. B. knien)

3.    Gefährdungen beurteilen und Risiken bewerten

Bei der Gefährdungsbeurteilung wird erörtert, ob der Betrieb etwas unternehmen muss, beispielsweise, ob Maßnahmen zur Risikominderung erforderlich sind. Die Risikoeinschätzung dient dazu, die Schwere eines möglichen Schadens sowie die Wahrscheinlichkeit, dass dieser tatsächlich eintritt, zu beurteilen. So kann eine vermeintlich ungefährliche Aufgabe, wie der Austausch eines Leuchtmittels, schlimmstenfalls tödliche Folgen haben, wenn sich der betroffene Strahler in 10 Metern Höhe befindet und die notwendigen Schutzmaßnahmen nicht erfolgen.

4.    Geeignete Schutzmaßnahmen auswählen und festsetzen

In diesem Schritt wird geklärt, was zur Vermeidung von Gefahren getan werden muss. Dabei sind drei Arten von Schutzmaßnahmen zu unterscheiden:

  • Technische Maßnahmen
  • Organisatorische Maßnahmen
  • Persönliche Maßnahmen

Beim Austausch eines Leuchtmittels in 10 Metern Höhe wären dies: Die Verwendung einer Stehleiter oder fahrbaren Arbeitsbühne zur Vermeidung eines Absturzes aus dieser Höhe. Das Abschalten der Stromsicherungen sowie das Benutzen von Handschuhen, um Hautverbrennungen vorzubeugen.

5.    Festgelegte Schutzmaßnahmen umsetzen

Die Beschäftigten sind dafür verantwortlich, dass sie bei einer als gefährlich eingestuften Tätigkeit geeignete Arbeitsmittel verwenden und die vom Arbeitgeber bereitgestellte Persönliche Schutzausrüstung tragen. Aufwendige Schutzmaßnahmen müssen hingegen längerfristig geplant und die Verantwortlichkeiten und Termine festgelegt werden.

6.    Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen prüfen

Wenn Sie die Wirkung Ihrer Schutzmaßnahmen überprüfen möchten, stellen Sie sich die folgenden Fragen:

Wurden alle beschlossenen Maßnahmen durchgeführt?
Wurden mit den Maßnahmen ermittelte Gefährdungen tatsächlich beseitigt oder vermindert?
Entstehen durch die Maßnahmen neue oder andere Gefährdungen?
Wie können Sie Maßnahmen anpassen, um die Sicherheitsziele zu erreichen? 

7.    Gegebenenfalls Situation erneut analysieren und Schutzmaßnahmen anpassen

Haben Sie bei der Wirksamkeitskontrolle Mängel festge­stellt, ist die Situation erneut zu analysieren, zu bewerten und die Schutzmaßnahmen sind anzupassen. Überlegen Sie, ob Sie bestimmte Gesichtspunkte optimieren können und welche Lösungen sich dafür anbieten. 

Hinweise zur Dokumentation und Wiederholung der Gefährdungsbeurteilung

Der Gesetzgeber fordert eine schriftliche Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung. Halten Sie im Rahmen dieser

  • das Ergebnis,
  • die festgelegten Schutzmaßnahmen sowie
  • die Bilanz der Wirksamkeitskontrolle

fest.

Unter bestimmten Voraussetzungen müssen Gefährdungsbeurteilungen wiederholt werden. Dies geschieht beispielsweise bei Änderungen im Betriebsablauf, bei der Einführung neuer Arbeitsverfahren sowie nach Unfällen und Beinahe-Unfällen.

Online-Tool: Gefährdungsbeurteilung in der Wildtierhaltung

Jetzt die Arbeitsbedingungen in Ihrem Betrieb ganz bequem online beurteilen!

zur VBG-Praxishilfe

Diese Seite

RSS