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Bereichsmenu Arbeitsstätten gestalten

4.1 Klimaanlage

Rohrleitungen einer Klimaanlage Arbeitsstätten planen – Klimaanlage

Nutzen:

Die Klimaanlage ist so gestaltet, dass ein angenehmes und leistungsförderndes Raumklima möglich ist und dass keine Krankheiten oder andere Gefährdungen durch die Anlage verursacht werden.

Bereich: Haustechnik

Es wird analysiert, ob eine Klimatisierung erforderlich ist. Falls erforderlich, wird überprüft, welche Form der Klimatisierung für die Anforderungen geeignet ist.

Im Folgenden finden Sie einige Hinweise zur Gestaltung, die sich bewährt haben.

Hinweise zur Gestaltung:

  • Es wird analysiert, welche Form der Klimatisierung für die Anforderungen geeignet ist.
    siehe Kapitel 2.5 "Raumklima" und 2.3 "Sonnenschutzvorrichtungen"
  • Lüftungstechnische Anlagen können erforderlich sein bei besonders großen Räumen, bei speziellen Räumen, die wegen ihrer Lage nicht zu belüften sind wie Tieflage (Fußboden tiefer als 2,00 m unter der festgelegten Geländeoberfläche) oder bei einer besonderen Nutzung - zum Beispiel Arbeitsräume ohne Fenster oder Oberlichter, hohe innere Wärmelast, Gefahr des Überschreitens der Arbeitsplatzgrenzwerte.

    Funktionsprinzip einer RLT-Anlage

    Schematische Zeichnung einer Klimaanlage Arbeitsstätten planen – Klimaanlage Funktionsprinzip einer RLT-Anlage © VBG

  • Die relative Luftfeuchtigkeit soll möglichst im Bereich von 50 Prozent bis 65 Prozent liegen, bei hohen Temperaturen an der unteren Grenze.
  • Der Frischluftbedarf ergibt sich aus der Zahl der im Raum beschäftigten Personen und deren Energieumsatz. Bewährt haben sich folgende Luftwechselraten:

    • 20 - 40 m3/h Person bei überwiegend sitzender Tätigkeit
    • 40 - 60 m3/h Person bei überwiegend nicht sitzender Tätigkeit
    • über 65 m3/h Person bei schwerer körperlicher Arbeit

    Für Großraumbüros wird ein Wert von 60 m3/h Person empfohlen, da hier mit erhöhten Geruchsbelästigungen zu rechnen ist.

  • Die Luftgeschwindigkeit sollte 0,10 m/s bis 0,15 m/s nicht überschreiten, da bis zu einer Temperatur von 20 °C und einem Turbulenzgrad von 40 Prozent üblicherweise diese Luftgeschwindigkeit nicht als Zugluft empfunden wird.
  • Bei einer Außenluftanlage wird die Außenluft an einer durch Schadstoffe möglichst wenig belasteten Stelle entnommen, nahe der Entnahmestelle gefiltert und der Umluft beigemischt.
  • Filter, Befeuchtungsanlage, Kühlanlage und die Kanäle sind leicht zugänglich angelegt, damit sie regelmäßig kontrolliert und gewartet werden können.
  • Ausfall oder Störung der RLT-Anlage werden durch eine selbsttätige Warneinrichtung angezeigt, wenn durch den Ausfall oder die Störung Gesundheitgefahren bestehen.
  • Durch geeignete Sonnenschutzvorrichtungen kann die Kühllast verringert werden.
    Siehe Kapitel 2.3 "Sonnenschutzvorrichtungen"
  • Die Klimatisierung sollte so gestaltet sein, dass sie raumbezogen vom Benutzer geregelt werden kann.
  • Raumlufttechnische Anlagen sollten so ausgeführt sein, dass keine unzuträgliche Geräuschbelastung durch die Luftführung oder durch Bauteile der Anlage entsteht.
  • Klimaanlagen sind so gestaltet, dass Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten gefahrlos durchgeführt werden können.
  • Die Klimaanlage, die mit Umluft betrieben wird, gewährleistet, dass keine belastenden bzw. krebserzeugenden Stoffe - auch keine Nikotinrauche - in die Arbeitsräume verteilt werden. Das lässt sich nur durch ein konsequentes Rauchverbot in allen Räumen, die an die Klimaanlage angeschlossen sind, vermeiden. Möglich sind auch zwei parallel betriebene Lüftungssysteme: ein System für Raucher und ein System für Nichtraucher.

Weiterführende Informationen:

DIN 1946 -2 "Wärmetechnisches Verhalten von Bauprodukten und Bauteilen"
DIN 18 017-3 "Lüftung von Bädern und Toilettenräumen ohne Außenfenster, mit Ventilatoren"
DIN 24 185 "Durchflussmessungen von Flüssigkeiten in geschlossenen Leitungen"
VDI 6022 - "Hygiene-Anforderungen an Raumlufttechnische Anlagen und Geräte"
VDI 2067 - Blatt 1 "Grundlagen und Kostenberechnung"

Check für Bauherren Klimaanlage

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