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1.7 Fluchtwege - Notausgänge

Check für Bauherren Fluchtwege – Notausgänge

Optische Sicherheitsleitsysteme

Faltblatt

Flucht- und Rettungsplan – Anforderungen

Beleuchtetes Notausgang-Schild Arbeitsstätten planen – Fluchtwege - Notausgänge

Nutzen:

Fluchtwege und Notausgänge ermöglichen den Personen im Gebäude, dieses im Notfall schnell zu verlassen, und sie ermöglichen den Rettungskräften, schnell zu den Gefahrstellen zu gelangen.

Bereich: Verkehrsflächen in Gebäuden

Es wird untersucht, welche möglichen Gefährdungen durch Brände und andere Notfälle vorhanden sind und welche Fluchtwege und Notausgänge erforderlich sind, damit die Personen im Notfall das Gebäude sicher verlassen können und die Rettungsmaßnahmen sowie die Schutzmaßnahmen für das Gebäude durchgeführt werden können.

Es wird untersucht, welche möglichen Gefährdungen auf Fluchtwegen und an Notausgängen auftreten und welche Maßnahmen zu treffen sind, damit diese sicher benutzt werden können. Sie können auch Planungsalternativen wählen, die die Gefährdungen vermeiden helfen.

Im Folgenden finden Sie einige Hinweise zur Gestaltung, die sich bewährt haben.

Hinweise zur Gestaltung:

  • Die Länge von Fluchtwegen ist begrenzt. Abhängig von der Gefährdung im Raum werden folgende Maximallängen eingehalten:
Überschrift
Maximale Länge von Fluchtwegen
in normalen Arbeitsräumen35,00 m
für brandgefährdete Räume mit selbsttätigen Feuerlöscheinrichtungen35,00 m
für brandgefährdete Räume ohne selbsttätige Feuerlöscheinrichtungen25,00 m
für giftstoffgefährdete und explosionsgefährdete Räume20,00 m
für explosivstoffgefährdete Räume10,00 m
Hinweis: Spezifische Bestimmungen sind auch in den Bauordnungen der Länder zu finden. Die Gesamtlänge der Fluchtwege beträgt zwischen 35,00 m und 40,00 m - je nach LBO - www.baurecht.de/gesetze.htm

Siehe auch Kapitel 1.2 "Verkehrswege im Gebäude"

  • Die in der Tabelle angegebenen Werte entsprechen der Wegstrecke in Luftlinie gemessen vom entferntesten Aufenthaltsort bis zu einem Notausgang. Die tatsächliche Laufweglänge - zum Beispiel zum Umlaufen von Möblierungen oder Einbauten - darf bis zum 1,5-fachen der Tabellenwerte betragen. Das ergibt zum Beispiel für brandgefährdete Räume ohne selbsttätige Feuerlöscheinrichtungen eine maximale Laufweglänge von 37,5 m.
  • Fluchtwege und Notausgänge führen auf möglichst kurzem Weg ins Freie oder in gesicherte Bereiche - zum Beispiel anderer Brandabschnitt.
  • Die Breite der Fluchtwege entspricht in Abhängigkeit von der Anzahl der Flüchtenden den Werten der folgenden Tabelle:
 Überschrift
Mindestbreite der Fluchtwege
Anzahl der Personen
(Einzugsgebiet)
Lichte Breite
(in m)
bis 5
0,875
bis 20
1,00
bis 200
1,20
bis 300
1,80

bis 400

2,40
  • Bei geringen Personenzahlen (bis maximal 5) darf die lichte Mindestbreite auf 0,80 m reduziert werden.
  • Bauteile der Türen -wie zum Beispiel die Zarge - dürfen insgesamt bis zu 0,15 m in den Fluchtweg hineinragen.
  • Die allgemeine Mindesthöhe von 2,0 m darf im Bereich von Fluchttüren um 0,05 m reduziert werden.
  • Es besteht eine Kennzeichnung der Fluchtwege und Notausgänge, die einen sicheren Fluchtweg vorgibt. Sie besteht je nach Gefährdung zum Beispiel aus einer Beschilderung mit Sicherheitszeichen (nach Arbeitsstättenregel ASR A1.3. "Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung"), Sicherheitsbeleuchtung oder einem optischen Sicherheitsleitsystem.

Siehe auch Kapitel 1.8 "Sicherheitsbeleuchtung und optische Sicherheitsleitsysteme"

  • Notausgänge und Notausstiege können, sofern diese von der Außenseite zugänglich sind, auf der Außenseite mit dem Verbotszeichen "Abstellen oder Lagern verboten" gekennzeichnet werden, um ein Zustellen zu verhindern:

    Verbotszeichen  "Abstellen oder Lagern verboten" Arbeitsstätten planen – Fluchtwege - Notausgänge Verbotszeichen P023 "Abstellen oder Lagern verboten"

  • Notausgänge und Fluchttüren sind so eingerichtet, dass sie jederzeit von innen ohne fremde Hilfsmittel leicht geöffnet werden können. Dies gilt auch für Automatiktüren und verschließbare Türen und Tore - zum Beispiel Panikschlösser, Panikstangen, elektrische Verriegelungen. Entriegelungshebel beziehungsweise -knöpfe zur Handbetätigung von automatischen Türen sind so angebracht, dass sie gut erreicht werden können.
    BGI 606 "Verschlüsse für Türen von Notausgängen".
  • Fluchttüren sind so eingerichtet, dass sie in Fluchtrichtung aufschlagen.
  • Die Notwendigkeit eines zweiten Fluchtweges ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung - zum Beispiel bei erhöhter Brandgefahr. Ein zweiter Fluchtweg kann zum Beispiel erforderlich sein bei Produktions- oder Lagerräumen mit einer Fläche von mehr als 200 m² oder bei Geschossen mit einer Grundfläche von mehr als 1.600 m².
  • Es ist ein Flucht- und Rettungsplan erstellt, wenn Lage, Ausdehnung und Art der Benutzung der Arbeitsstätte dies erfordern.
  • Notausgänge und Fluchttüren sind keine Karussell- oder Schiebetüren, die ausschließlich manuell betätigt werden. Aufzüge sind keine Fluchtwege.
  • Automatiktüren werden nur in Fluren für Räume ohne besondere Gefährdungen oder brandgefährdete Räume mit selbsttätigen Feuerlöscheinrichtungen eingebaut.
  • Automatiktüren sind nicht in Notausgängen vorgesehen, die ausschließlich als Notausgänge konzipiert und genutzt werden.
  • Notausstiege weisen im Lichten mindestens 0,90 m in der Breite und mindestens 1,20 m in der Höhe auf.
  • Fenster, die als Notausstieg verwendet werden, haben Fensterbrüstungen und Fensterbretter (-bänke), die so stabil ausgebildet sind, dass sie von Personen betreten werden können. Je nach Höhe der Brüstung sind fest eingebaute Steighilfen angebracht - siehe auch Kapitel 2.2 "Fenster".

Siehe auch Kapitel 1.4 "Türen und Tore"

Weiterführende Informationen:

ASR A1.3 "Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung"
ASR A2.3 "Fluchtwege, Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan"
BGR 216 "Optische Sicherheitsleitsysteme"
BGI 606 "Verschlüsse für Türen von Notausgängen"
DIN 67 510 "Langnachleuchtende Pigmente und Produkte"
DIN 4844 "Sicherheitskennzeichnung"

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