Mitgänger-Flurförderzeuge

1 Mitgänger-Flurförderzeuge
2 Anforderungen an die Bediener/Bedienerinnen
3 Benutzungs- und Sicherheitshinweise

1 Mitgänger-Flurförderzeuge

Mitgänger-Flurförderzeuge sind Flurförderzeuge mit elektrischem Antrieb, die durch eine mitgehende Person gesteuert werden. Die übliche Bezeichnung ist Elektro-Ameise.

Mitgänger-Flurförderzeuge werden über eine Deichsel mit Steuereinrichtung gesteuert. Im Deichselkopf ist ein Nottaster eingebaut, der beim Auftreffen auf den Körper die Fahrbewegung abschaltet oder auf die entgegengesetzte Fahrtrichtung umschaltet. Die Deichseln der Mitgänger-Flurförderzeuge müssen sowohl eine ausreichende Länge haben als auch so gebaut sein, dass der Mitgänger/die Mitgängerin bei Fahrt in Deichselrichtung nicht zwischen einem Hindernis und dem Deichselkopf eingeklemmt werden kann, da sich in diesem Fall die Deichsel automatisch nach oben bewegt.

Lkw und Person mit Mitgeängerflurförderzeug auf Laderampe

Antriebsräder bzw. Stützräder müssen innerhalb des Rahmens des Flurförderzeugs angebracht oder durch Fußabweiser gesichert sein, da aus dem Unfallgeschehen bekannt ist, dass Benutzer/Benutzerinnen die Geräte oft in die eigenen Füße steuern.

Müssen beim Transport längere Strecken zurückgelegt werden, kann sich der Einsatz eines Mitgänger-Flurförderzeugs mit zusätzlicher Fahrerstandplattform lohnen. Im Mitgängerbetrieb werden Plattform und Flankenschutz in das Flurförderzeug eingeklappt.

Person auf Fahrerstandplattform des Mitgeängerflurförderzeug auf Laderampe

Mitgänger-Flurförderzeuge können auch mit einem Hubgerüst wie ein Gabelstapler zum Ein- und Auslagern oder zum Stapeln benutzt werden. Die Last muss dann vor dem Verfahren abgesenkt werden, da nur bei abgesenkter Last die Stabilität des beladenen Flurförderzeuges gewährleistet ist.

Personund  Mitgeängerflurförderzeug mit Hubgerüst

Übrigens: Mit Flurförderzeugen dürfen grundsätzlich keine Personen angehoben werden!


2 Anforderungen an die Bediener/Bedienerinnen

Flurförderzeuge mit dieser Kombination und einer Geschwindigkeit >= 6 km/h (übliche Bezeichnung: Schnellläufer) dürfen nur von Fahrern/Fahrerinnen gesteuert werden, die wie Gabelstaplerfahrer/-fahrerinnen

Person beim Beladen eines LKWs mit Mitgänger-Flurförderzeug auf Laderampe

Eine besondere Ausbildung, wie sie für das Steuern von Gabelstaplern mit Fahrersitz gefordert wird, kann beim Betrieb dieser Geräte entfallen. Die Einweisung am Gerät und eine umfassende Unterweisung müssen jedoch erfolgen. Beschäftigte dürfen Flurförderzeuge nur steuern, wenn sie vom Unternehmen dafür beauftragt sind.


3 Benutzungs- und Sicherheitshinweise

Es ist zu beachten, dass die schmalen Geräte nur eine geringe Standsicherheit besitzen. Zum Transport und zum Ein- und Auslagern (vor allem in größeren Höhen) ist daher ein ebener Boden erforderlich. Die Breite der Last sollte der Breite des Geräts angepasst sein. Es sollten nur Normpaletten angehoben und transportiert werden.

Die Benutzer/Benutzerinnen müssen mit den örtlichen Gegebenheiten und Verkehrswegen vertraut sein. Nur wer die örtlichen Gegebenheiten und Verkehrswege kennt, kennt auch die Gefahrstellen und kann rechtzeitig reagieren – z. B. die Geschwindigkeit drosseln – um sich selbst und andere nicht zu gefährden.

Vor Arbeitsbeginn und während des Betriebs muss der Benutzer/die Benutzerin auf sichtbare Mängel achten und die Funktionen prüfen. Hier sollte vor allem der Zustand der Hubeinrichtung (Dichtigkeit) und die Beschaffenheit der Batterien und Batteriegehäuse (mechanische Beschädigung) überprüft werden.

Person prüft Mitgänger-Flurförderzeug auf sichtbare Mängel

Es muss eine entsprechende Unterweisung für die korrekte Nutzung einer Batterieladestation und das Auffüllen der Batterien mit destilliertem Wasser erfolgen. Üblicherweise ist eine Schnellkupplung wie bei einem Gartenschlauch an den Batterien vorhanden. Sollten die Batterien diese Sicherheitseinrichtung nicht haben, besteht die Gefahr, dass Batteriesäure beim Auffüllvorgang aus den geöffneten Kammern spritzt. Deshalb müssen eine Schürze, Schutzhandschuhe und eine Schutzbrille getragen werden. Bei Arbeiten mit Mitgänger-Flurförderzeugen sind immer Sicherheitsschuhe zu tragen.

Die Lasten dürfen nicht in Verkehrs- und Fluchtwegen, nicht an Sicherheits- oder Betriebseinrichtungen, die jederzeit zugänglich sein müssen, abgestellt werden.

Rückwärtsgehen sollte möglichst vermieden werden, damit der Benutzer/die Benutzerin nicht zwischen Gerät und Hindernis eingequetscht wird. Im besten Fall zieht der Benutzer/die Benutzerin das Gerät hinter sich her, um freie Sicht nach vorne zu haben. Beim Rangieren darf sich der Benutzer/die Benutzerin nicht zwischen Deichselkopf und Gerät befinden. Bei Gefälle muss immer hinter dem Mitgänger-Flurförderzeug bergab gegangen werden.

Hand zieht Schlüssel aus Mitgänger-Flurförderzeug /></p>

<p>Kurven, Kreuzungen und Durchfahrten sind besondere Gefahrenstellen. Deshalb sollte man hier immer mit verminderter Geschwindigkeit fahren und eventuell Warnzeichen geben.</p>
<p>Das Mitfahren auf den Mitgänger-Flurförderzeugen ist nicht erlaubt. </p>
<p>Es ist darauf zu achten, dass vor dem Abstellen des Mitgänger-Flurförderzeugs der Schlüssel, als Sicherung gegen unbefugtes Benutzen, abgezogen wird. </p>

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