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Reaktionszeit á la Yann Sommer

Gladbachs Torwart Yann Sommer wehrt im Ligaspiel gegen die TSG Hoffenheim einen Torschuss ab. Mönchengladbach, August 2022 © Imago Images: Team 2

So steigert ihr eure Abwehrqualitäten

Für Torhüter ist die Reaktionszeit der ausschlaggebende Faktor, um bei blitzschnellen Bällen, die jederzeit die Richtung wechseln können, eine gute Parade zu bieten. Diese besondere Schnelligkeit demonstriert der Gladbacher Keeper Yann Sommer immer wieder aufs Neue. Was es damit auf sich hat und wie ihr Reaktionsschnelligkeit trainieren könnt, erfahrt ihr hier.

Richtig reagieren

Obwohl Sommer der kleinste Keeper der Bundesliga ist, beweist er durch sein Rundumpaket, dass er zu den Besten gehört. Dies zeigt auch die Statistik: von 52 Großchancen konnte Sommer 15 vereiteln, damit liegt er 8 Prozent über dem Ligaschnitt. Die Reaktionszeit von Sommer ist phänomenal, aber wie genau macht er das?

Den Satz „Welch ein Reflex!“ hört man im Fußball oft. Für Torhüter ist es bei den vielen Reizen nicht einfach, immer fokussiert auf den Ball zu achten. Doch woher kommen diese Reflexe und wie kann man sie trainieren? Reflexe sind unwillkürliche, schnelle und vor allem gleiche Reaktionen unseres Körpers, auf bestimmte Reize. Wie zum Beispiel das Wegziehen der Hand, wenn man einen heißen Kochtopf berührt.

Daher müssen wir hier unterscheiden zwischen Reflex und Reaktion. Ein Reflex beschreibt die immer gleiche Reaktion auf einen Reiz. Eine Reaktion ohne Reflex, ist hingegen nicht immer gleich. Das Gute: sie lässt sich im Gegensatz zu Reflexen trainieren, in Form der Reaktionsschnelligkeit. Es sollte also genaugenommen „Welch eine Reaktion!“ heißen.


Reaktionstraining

Damit das Reaktionstraining erfolgreich ist, sind mehrere Faktoren zu beachten. Den Ball von einem Schützen hundertfach in das zu verteidigende Tor schießen zu lassen klingt erstmal logisch, ist aber nicht effektiv. Denn die Reaktionsschnelligkeit wird am besten trainiert, wenn der Keeper nicht ahnen kann, was auf ihn zukommt.

Es muss etwas geschehen, was der Torwart nicht erwartet, etwas Unberechenbares. Das Stichwort Überraschungseffekt ist hier ausschlaggebend. So müssen Situation kreiert werden, die der Torwart nicht kommen sieht, erst dann wird seine Reaktionsschnelligkeit beansprucht und richtig trainiert.


Trainingstipps für Torhüter

Übung 1: Zwei Reihen mit Bällen werden in fünf und elf Metern Entfernung aufgestellt. Der Torwart steht bereit im Tor. Der Trainer schießt nacheinander aus verschiedenen Positionen so aufs Tor, dass die Bälle kurz vor dem Tor auftrumpfen und möglichst ihre Geschwindigkeit oder Richtung verändern.

Diese Übung lässt sich natürlich auf unebenen Plätzen, oder mit entsprechenden Hilfsmitteln gut umsetzen. Denn je später der Torwart die Richtung des Balles erkennen kann, desto mehr ist er auf eine schnelle Reaktion angewiesen.

Übung 2: Der Torwart steht auf der Grundlinie, mit dem Gesicht in Richtung Tornetz. Auf Kommando des Trainers folgt ein Schuss, der Torwart muss sich umdrehen und schnell reagieren, um den Schuss abzuwehren.

Übung 3: Der Trainer hält in beiden, vor sich ausgestreckten Händen einen Tennisball. Der Torwart steht bereit, mit leicht angewinkelten Knien, dicht vor dem Trainer und hat seine Hände über denen des Trainers platziert. Der Trainer lässt einen der beiden Bälle los, den der Keeper fangen muss bevor dieser den Boden berührt.

Diese Übung kennen vielleicht einige von euch aus den sozialen Medien: So trainieren zum Beispiel Formel 1-Fahrer ihre enorme Reaktionsgeschwindigkeit.


Die vorgestellten Übungen eignen sich gut, um die Reaktionsschnelligkeit zu trainieren und zu verbessern. Eine gute Reaktionszeit zeichnet die besten Torhüter aus und verschafft euch einen klaren Vorteil auf dem Platz.


Quelle: Gokixx

Foto: Imago Images: Team 2