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Wieso euch Kälte fit machen kann

Leipzigs Tyler Adams regeneriert während des Trainingslagers in Österreich in einer Eistonne. Saalfelden, Juli 2021 © Imago Images: motivio

Diese Vorteile hat Kryotherapie

Der technische Fortschritt in der Sportmedizin schreitet immer schneller voran. Eine Methode, die dabei immer mehr in den Fokus rückt, ist die Kryotherapie. Viele können mit diesem Fachbegriff nicht viel anfangen, die Eistonne der Fußballprofis während Turnieren und Trainingslagern kennt dagegen fast jeder. Wir erklären euch was hinter dieser medizinischen Anwendung steckt.

Mertesacker und die berühmte Eistonne

Dass Kryotherapie schon seit vielen Jahren im Leistungssport angewandt wird, weiß man spätestens seit der Fußball-WM 2014, als Per Mertesacker nach dem harten Achtelfinalspiel gegen Algerien den Reportern ziemlich genervt ins Mikrofon diktierte: „Ich leg‘ mich erstmal drei Tage in die Eistonne!“.

Die Eistonne ist dabei eine spezielle Form der Kryotherapie. Das Wort „Kryo“ kommt aus dem griechischen und steht für Kälte. Kryotherapie bedeutet also die medizinische Behandlung mittels Kälte. Während Verletzungen und die daraus resultierenden Schmerzen und Entzündungen schon seit der Antike erfolgreich mit Kälte behandelt werden, kommt dieser Methode in jüngster Zeit auch immer mehr Bedeutung im Bereich der „Regeneration“ zu.


Welche Formen der Kryotherapie gibt es?

Während bei der Behandlung von Verletzungen mit Kälte in Form von Kompressen, Sprays, Wickel, oder Eisbeuteln einige Anwendungsoptionen möglich sind, gibt es hinsichtlich der Regeneration vor allem zwei Methoden: Die Kältekammer und das Eisteilbad, im Volksmund auch Eistonne genannt.

Viele Bundesliga-Klubs wie Bayern München oder Bayer Leverkusen besitzen eine Kryotherapie-Kältekammer, bei der trockene Kälte zum Einsatz kommt und nur die Hände und der Kopf aus einer Art Kühlschrank herausschauen. Die Sportler müssen sich an bestimme Vorgaben halten und dabei von Fachleuten kontrollieren lassen. Bei der Eistonne hingegen sind lediglich die Beine der Spieler ins eiskalte Wasser – meist mit Eiswürfeln aufbereitet – getaucht. Sie sind deutlich kostengünstiger und mobiler als die Kältekammern und eignen sich daher perfekt zur Anwendung nach einer intensiven Einheit direkt neben dem Platz.

Wer dies alles nicht zur Verfügung hat, kann alternativ eine Kontrast-Dusche anwenden: Im Wechsel wird dabei 30 bis 60 Sekunden warm und 30 bis 60 Sekunden kalt geduscht. Dieser Wechsel wird fünf Mal wiederholt, wodurch die Durchblutung optimal angeregt – und die Regeneration gefördert wird.


Studien belegen positive Effekte nach hohen Belastungen

Genau wie Mertesacker nach den intensiven 120 Minuten mit Verlängerung während der WM 2014, nutzen gerade in der Saison-Vorbereitung zahlreiche Fußballspieler die berühmte Eistonne. Das Ziel einer schnelleren Regeneration bestätigen inzwischen zahlreiche Studien. Vor allem nach sehr hohen Belastungen wurden positive Effekte der Kryotherapie festgestellt: Neben einem allgemein verbesserten Wohlbefinden, weniger Müdigkeit und Muskelschmerzen wurde auch ein schnellerer Abbau von toxischen Stoffen und Laktat wissenschaftlich nachgewiesen. Die Folge: Die Muskeln erholen sich deutlich schneller, was sich wiederrum positiv auf die Leistungsfähigkeit auswirkt. Eine dauerhafte Anwendung der Kryotherapie ist aber nicht sinnvoll, da die positive Wirkung lediglich nach sehr hohen Belastungen im aeroben Bereich nachgewiesen ist.


Kryotherapie findet in der Medizin seit Jahrhunderten ihre Anwendung. Seit einigen Jahren hat sie auch im Sport für eine schnellere Regeneration eine hohe Bedeutung. Die Behandlung mittels Kälte in Form von Kältekammern oder Eistonnen regeneriert die Muskeln vor allem nach intensiven Belastungen schneller. Das konnten wissenschaftliche Studien belegen.


Quelle: Gokixx

Foto: Imago Images/motivio