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Die Macht der Körpersprache

Bayern Münchens Joshua Kimmich jubelt im Ligaspiel gegen den BVB. Dortmund, Mai 2020

Auswirkungen von Psychologie im Fußball

Für einen souveränen Auftritt kommt es nicht nur darauf an, was jemand sagt. Genauso entscheidend sind nonverbale Zeichen, wie etwa Körperhaltung, Mimik und Gestik, die auf unsere Mitmenschen wirken. Auch Fußballer können ihre Körpersprache geschickt einsetzen, um sich auf dem Platz zu behaupten. Wir erklären euch, welche Rolle dies im Fußball spielt.

Der erste Eindruck zählt

Selbst wenn wir nichts sagen, senden wir ständig Signale: Die vorgereckte Brust ist ebenso eine Mitteilung, wie das Verschränken der Arme. Gestik, Haltung und Bewegung beeinflussen das, was unser Gegenüber wahrnimmt. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass 95 Prozent des ersten Eindrucks von einem Menschen, von seiner Köpersprache ausgehen. Diese Wahrnehmung geschieht in weniger als einer Sekunde. Das gilt übrigens auch für Fußballer: Bereits beim Betreten des Rasens hinterlasst ihr einen Eindruck bei der gegnerischen Mannschaft oder euren Teamkollegen.


Positive und negative Signale

Eine Studie zum wortlosen Verhalten im Fußball konnte in zwei verschiedenen Experimenten zeigen, dass eine positive Körpersprache einen bleibenden Eindruck beim Gegner hinterlässt: Spieler mit dominanter Körperhaltung, also gerader Kopfhaltung, aufrechter Körperhaltung, zurückgezogenen Schultern und sicherem Stand oder Gang werden von Torhütern und Mitspielern als deutlich erfolgreicher eingeschätzt. Demgegenüber stehen Spieler mit unterwürfiger Körperhaltung, also mit gesenkter Kopfhaltung, hängenden Schultern und schmalem Stand. Sie wirken unsicherer. Auch Leistungsfähigkeit, Energie und Motivation können durch die Körperhaltung auf unser Gegenüber wirken: Nach einem Gegentor mit breiter Brust aufzutreten fällt den wenigsten Spielern leicht ist aber wichtig für den unermüdlichen Willen, den ein Fußballer zum Ausdruck bringen sollte. Sollte diese Reaktion des Körpers nicht unterdrückt werden können, muss die negative Körpersprache zügig abgelegt werden, denn: Unsere Gegner wachsen und motivieren sich daran, wenn wir bedrückt auftreten, halbherzig in Zweikämpfe gehen und uns bei einem Rückstand energielos über den Platz schleppen.


Dominante Haltung als Erfolgskonzept?

Wenn es nach Cristiano Ronaldo geht, dann trägt diese definitiv enorm zu seinem Erfolg bei. Breitbeinig und mit geschwollener Brust positioniert er sich vor jedem Freistoß. Die Frisur sitzt und zugleich spannt das Trikot über dem Oberkörper, damit auch jeder seine durchtrainierte Brustmuskulatur zu sehen bekommt. Viele Torhüter sind an Ronaldos Torschüssen gescheitert. Doch liegt das nur an seiner präzisen Torschusstechnik? Studien belegen, dass dominantes Verhalten auf den Gegner eine einschüchternde Wirkung haben kann. Das ist ein unbewusster, aber sehr entscheidender Effekt. Auch wenn viele Posen des portugiesischen Weltstars überheblich wirken, ist er – was die Köpersprache anbetrifft – ein Vorzeigeathlet.


Quelle: Gokixx