Navigation und Service

Bereichsmenu Liverpools Spieltaktik

Der FC Liverpool unter Jürgen Klopp

Erfolgstrainer Jürgen Klopp während des Champions League-Spiels gegen Athletico Mardrid. Madrid, Februas 2020

Das sind die taktischen Tricks des deutschen Erfolgstrainers

Jürgen Klopp hat Liverpool wieder zu einer internationalen Spitzenmannschaft geformt. Er gewann die Champions League und dominierte bis zur Coronavirus-Krise die Premier League. Wir stellen euch heute das Erfolgsrezept seines Spielsystems vor.

Liverpool setzt als Grundformation auf ein 4-3-3

Im Oktober 2015 verpflichtete der FC Liverpool Jürgen Klopp als Cheftrainer. Seitdem verpasst er der Mannschaft seine Handschrift. Als Grundformation setzt der Coachauf ein 4-3-3 mit einem 6er und zwei flexiblen 8ern. Die Viererkette besteht in der Regel aus den beiden Außenverteidigern Robertson und Alexander-Arnold sowie zentral aus den Innenverteidigern van Dijk und Gomez. Auf der 6 spielt der Kapitän der Mannschaft, Henderson. Die flexiblen 8er Positionen besetzt Jürgen Klopp mit Oxlade-Chamberlain und Wijnaldum. Offensiv bietet Klopp Mo Salah und Sadio Mané als Außenstürmer und Roberto Firminho in der Mitte auf. Das Grundgerüst dieses Systems steht schon seit Beginn der Saison 2016/2017. Fünf Spieler der heutigen Startelf standen bereits damals im Team. Im Laufe der vergangenen Jahre wurde die Mannschaft immer weiter optimiert und Klopps Spielsystem perfektioniert.


Im Vorwärtsgang rücken Mané und Salah ein, die Außenverteidiger rücken vor

Ist Liverpool in Ballbesitz, verändert sich die Grundformation: Die beiden Außenstürmer Sadio Mané und Mo Salah rücken nach Innen zu Roberto Firmino. Dadurch entstehen große Räume auf den Außenbahnen, die situativ von den Außenverteidigern Andrew Robertson und Trent Alexander-Arnold genutzt werden, indem beide auf ihrer jeweiligen Seite weit vorschieben. Zur Absicherung lässt sich der zentral defensive Mittelfeldspieler, in der Regel Henderson, zwischen die Innenverteidiger fallen, sodass eine Dreierkette entsteht. Diese dient als Restverteidigung und schützt das Team vor Kontern. Damit Firminio und die eingerückten Außenspieler nicht zu eng beieinanderstehen, setzt sich der zentrale Stürmer vor der gegnerischen Verteidigung etwas ab und bietet sich zwischen den Ketten des Gegners für die Bälle aus dem Mittelfeld an. Dadurch öffnen sich wiederum Räume für die extrem schnellen Außenstürmer Mané und Salah. Firminio hat die Aufgabe, diese Räume mit einem tödlichen Pass in die Schnittstelle zu bespielen, sodass die einlaufenden Außenstürmer hinter die Viererkette des Gegners kommen und dann im besten Fall frei vor dem Tor stehen.


Gegenpressing und frühes Attackieren

Dem gegenüber steht das Verhalten bei gegnerischem Ballbesitzt: Hat der Gegner den Ball, übt Liverpool ein frühes Angriffspressing aus. Dabei gibt es bestimmte Situationen, die den Spielern signalisieren, das Pressing zu initiieren. In den meisten Fällen sind das ein schlechter Querpass zwischen den Innenverteidigern des Gegners oder ein Rückpass auf einen der Innenverteidiger. Wenn die Reds nach einer solchen signalisierenden Situation das Pressing starten, läuft ein Außenstürmer den ballführenden Innenverteidiger im Bogen an, um ihm dadurch den Passweg auf den Außenverteidiger zu versperren. Der andere Außenstürmer stellt zeitgleich den zweiten Innenverteidiger zu. Dadurch werden dem Ballführenden bereits zwei einfache Anspielstationen genommen.Roberto Firmino deckt zudem den nächsten zentralen Mittelfeldspieler ab. Dahinter stellen die beiden 8er die Schnittstellen zu. Durch das Zustellen des Innen- und Außenverteidigers sowie der Mitte, bleiben dem ballführenden Innenverteidiger nur noch zwei Möglichkeiten: Der hohe Ball in die Tiefe oder der Versuch eines Passes auf den entfernten Außenverteidiger. Wird der Ball auf den Außenverteidiger gespielt, startet Liverpool direkt die zweite Welle seines Pressings: Dabei schiebt entweder der ballnahe 8er oder der Außenverteidiger auf den ballführenden Außenverteidiger des Gegners. Gleichzeitig halten die Außenstürmer den Druck auf die Innenverteidiger aufrecht, damit der Ball nicht zurückgespielt werden kann. Dadurch steht der Außenverteidiger unter hohem Druck und Liverpool hat die Möglichkeit, den Ball zurückerobern. Nach einer Balleroberung wird dann entweder schnell umgeschaltet und ein Gegenangriff gestartet oder das Spiel ruhig aufgebaut.


Durch Liverpools hohes Pressing unter Jürgen Klopp werden die Gegner früh unter Druck gesetzt. Das hat viele Ballverluste beim gegnerischen Team zur Folge. Nach Balleroberung ist der Weg zum Tor nicht mehr weit und es wird sofort schnell umgeschaltet. Die dribbelstarken und schnellen Außenstürmer kommen dann optimal zum Zug, da der Gegner aus einer Vorwärtsbewegung zunächst in die Rückwärtsbewegung und Verteidigung umschalten muss.


Quelle: Gokixx