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Wer schnappt sich Eduardo Camavinga?

Eduardo Camavinga im Ligaspiel gegen Racing Strasbourg. Rennes, März 2021 © Imago Images: PanoramiC

Portrait des französischen Shootingstars

Mit 18 Jahren zählt Eduardo Camavinga zu den wertvollsten Spielern unter 21 – zu recht! Der zentrale Mittelfeldspieler vom FC Stade Rennes spielt seit zwei Jahren in der ersten französischen Liga und trägt seit November 2019 das Nationaltrikot der Équipe Tricolore. Nun sind europäische Top-Teams wie Real Madrid und der FC Bayern München an dem jungen Talent interessiert. Wie erklären euch warum.

Fußball als große Hoffnung

Geboren wurde Eduardo Camavinga 2002 als Sohn kongolesischer Eltern in einem angolanischen Flüchtlingslager. Ein Jahr später kam seine Familie nach Frankreich, wo sie zunächst in Lille und später in der Bretagne lebte. Nach dem Wechsel von seiner ersten Sportart Judo zum Fußball, erkannte sein Vater das große Talent seines Sohnes. Als die Familie mit fünf Kindern ihr komplettes Haus bei einem Großbrand verlor, lagen die Hoffnungen der ganzen Familie auf einer Profikarriere des Jungen. „Du bist die Hoffnung der Familie, du wirst das regeln.“, sagte der Vater des jungen Wunderkindes, nach dem Hausbrand.

Und sein Vater sollte Recht behalten: Camavinga ragte in allen Jugendmannschaften seines Vereins in Fougères heraus. Daraufhin wechselte der flotte Mittelfeldspieler ins Nachwuchs-Leistungszentrum von Stade Rennes und machte unablässig Fortschritte. Im Dezember 2018 wurde sein Traum wahr: Er unterschrieb seinen ersten Profivertrag.


2019 – das Jahr von Eduardo Camavinga

Der 6. April 2019 und die erste Einwechslung des damals 16-Jährigen in der Ligue 1 galt als Startschuss für seine Profikarriere. Einen Monat später folgte das Startelfdebüt. Der starke Linksfuß wurde zum jüngsten Torschütze in der Vereinsgeschichte. Vor allem gegen namenhafte Gegner – wie Paris Saint Germain, Monaco und Lille – konnte das Wunderkind mit starken Auftritten überzeugen.

Im November 2019 erhielt Camavinga die französische Nationalbürgerschaft und wurde daraufhin sofort in die U-21-Nationalmamnschaft eingeladen. Auch dort konnte das junge Ausnahmetalent glänzen. Schließlich folgte die Berufung von Didier Deschamps in die A-Nationalmannschaft. Als er im August 2020 in der UEFA Nations League gegen Kroatien eingewechselt wurde, avancierte er mit 17 Jahren und neun Monaten zum jüngsten Nationalspieler der Bleus seit dem zweiten Weltkrieg.


Zukunft noch ungewiss

Camavinga ist technisch beschlagen und schnell. Er hat Übersicht und schlägt präzise Pässe, ist robust und handlungsschnell. Kurz: Er bringt alle Anlagen mit, die ein zwischen den Strafräumen pendelnder Mittelfeldspieler haben muss.

Sein Talent blieb natürlich nicht lange unentdeckt: Weltclubs wie Real Madrid, FC Liverpool und Bayern München sind an dem Juwel interessiert. Die Kündigung seines größten Förderers und ehemaligen Rennes-Trainers Julien Stéphan, heizt Spekulationen um einen Wechsel zusätzlich an. Auch die Formkrise von Rennes machen andere europäische Klubs deutlich attraktiver.

Allerdings wird das Ausnahmetalent nicht leicht zu haben sein. Mit einem derzeitigen Marktwert von 60 Millionen Euro gehört der 18-Jährige zu den zehn wertvollsten Spielern unter 21. Außerdem fühle sich der Teenager bisher noch nicht bereit zu einem der ganz Großen zu wechseln. Sein derzeitiger Vertrag bei Rennes läuft noch bis 2022 und er stehe im Moment in Verhandlungen einer Vertragsverlängerung.


Ob Camavinga wirklich bis zum nächsten Jahr in Rennes bleibt oder doch den nächsten Schritt auf Europas Hauptbühne wagt, bleibt abzuwarten. Wir sind gespannt, ob der französische Youngster vielleicht bald schon in der Bundesliga beim FC Bayern zu sehen sein wird.



Quelle: Gokixx

Foto: Imago Images/PanoramiC