Praxishilfen

Spanabhebende Werkzeugmaschinen

1 Allgemeines
2 Gefahren
3 Schutzmaßnahmen
4 Weitere Informationen


1 Allgemeines

Bei sogenannten "spanabhebenden Werkzeugmaschinen" entstehen beim Bearbeiten von verschiedenen Werkstoffen (Kunststoff, Holz, Metall) – wie der Name schon sagt – Späne. Die wichtigsten spanenden Arbeitsverfahren sind das Drehen, Bohren, Fräsen und Sägen. Zu jedem dieser Arbeitsverfahren existieren die entsprechenden speziellen Werkzeugmaschinen.

  • Drehmaschinen (Universaldrehmaschinen, CNC-Drehmaschinen, Drehautomaten, Frontdrehmaschinen, Senkrechtmaschinen)
  • Tisch- und Standbohrmaschine, Handbohrmaschine
  • Fräsen (Tischfräsmaschine)
  • Sägen (Bandsäge, Kreissäge, Stichsäge)

Spanabhebende Werkzeugmaschinen befinden sich in vielen Arbeitsbereichen. Große Maschinen, wie z. B. Drehmaschine, Standbohrmaschine, Band- und Tischkreissäge findet man in den entsprechenden Werkstätten und Fertigungsbetrieben. Handmaschinen, wie Bohrmaschine, Handkreissäge, Stichsäge usw., sind die typischen Arbeitsmittel für Handwerker der verschiedenen Berufszweige.

Drehautomat

Drehautomat

 

Standbohrmaschine

Standbohrmaschine

 

Fräsmaschine

Fräsmaschine

 

Metallkreissäge

Metallkreissäge


2 Gefahren

Von allen spanenden Werkzeugmaschinen gehen besondere und erhöhte Unfallgefahren aus.

Im einzelnen sind dies Gefahren durch:

  • rotierende Werkzeuge oder Werkstücke
  • herumschlagende Werkstücke durch unsachgemäßes oder falsches Einspannen der Werkstücke
  • umherfliegende Teile, Späne oder Stäube
  • erfasst werden von Kleidung und Haaren oder Schmuck (z. B. Halsketten, Armbänder, Uhren) durch offene Antriebe, rotierende Werkzeuge oder unkontrolliert bewegte Werkstücke
  • Schnittverletzungen an Spänen, scharfkantigen Werkzeugen oder Geräten
  • Hautschäden und Allergien durch Umgang mit Kühlschmierstoffen
  • defekte Einrücksicherung bei Drehmaschinen
  • elektrische Gefährdungen durch Mängel an den Maschinen, z. B. defekte Anschlussleitungen
  • Lärm
  • Hautschäden und Allergien durch Umgang mit Kühlschmierstoffen. Besonders unter Fingerringen verbleiben immer Reste von Kühlschmierstoffen und Schmutz

Scharfkantige Fräswerkzeuge

Scharfkantige Fräswerkzeuge

Hautschäden durch Kühlschmierstoffe

Hautschäden durch Kühlschmierstoffe


3 Schutzmaßnahmen

Um Unfälle zu vermeiden sind folgende Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln einzuhalten:

Spänehaken

Spänehaken

  • Nur eingewiesene Personen dürfen die Maschinen bedienen.
  • Die Maschinen vor jedem Einsatztag auf betriebssicheren Zustand prüfen.
  • Werkstücke fest einspannen oder am Anschlag festlegen.
  • Werkzeuge und Werkstücke nur bei Stillstand der Maschine wechseln oder entnehmen.
  • Späne nur mit Spänehaken oder Besen bei stillstehender Maschine entfernen.
  • Die erforderliche Schutzausrüstung tragen: Dazu gehören Sicherheitsschuhe, Schutzbrille und Haarnetz oder Kopfbedeckung bei langen Haaren. Niemals Handschuhe tragen.
  • Enganliegende Kleidung tragen (Ärmel mit Bündchen nach innen aufkrempeln).
  • Während der Arbeiten keinen Schmuck tragen, z. B. Ringe, Armbanduhren.
  • Bei Verwendung von Kühlschmierstoffen die erforderliche Betriebsanweisung beachten und Hautschutzmittel verwenden.
  • Bei stufengeschalteten Maschinen (z. B. Drehmaschinen) die Maschine nur über die Zwischenstufe hochfahren.
  • Defekte Werkzeuge sofort auswechseln.

Drehautomat mit Schutzrohr

Drehautomat mit Schutzrohr
über dem zugeführten Werkstück

  • Ein unbeabsichtigtes in Gang bringen von Werkzeugmaschinen darf nicht möglich sein (z. B. Einrücksicherung bei Drehmaschinen).
  • Für herausragende, rotierende Werkstücke feste Schutzvorrichtungen (z. B. Schutzrohre auf Stativ) verwenden.
Spannvorrichtung
 
  • Den Spannschlüssel nach jedem Werkzeugwechsel aus dem Spannfutter entfernen.
  • Maschinen erst einschalten, wenn keine Personen gefährdet sind.
  • Bedienungselemente müssen leicht und gefahrlos erreichbar sein.
  • Störungsbeseitigung, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten sowie das Einrichten der Maschine darf nur durch hierzu beauftragte und eingewiesene Personen durchgeführt werden.
  • Die Betriebsanweisungen an den Maschinen sind zu beachten.
  • Elektrische Maschinen sind in regelmäßigen Abständen zu überprüfen.
  • Stäube müssen an der Entstehungsstelle abgesaugt werden, ggf. kann Atemschutz erforderlich sein.
  • Freilaufende Werkzeuge, wie Kreissägeblätter, Hobelmesser etc., müssen mit Schutzabdeckungen versehen sein.

4 Weitere Informationen

Prüfung elektrischer Betriebsmittel






















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