Praxishilfen

Schleifkörper

1 Gefährdungen durch Schleifkörper
2 Was ist für einen bestimmungsgemäßen Einsatz zu beachten?
3 Kennzeichnung von Schleifkörpern
4 Verwendungseinschränkungen
5 Klangprobe
6 Befestigung des Schleifwerkzeuges (Schleifkörper)
7 Lagerung und Transport von Schleifkörpern
8 Weitere Informationen


1 Gefährdungen bei Schleifarbeiten

Die meisten Schleifkörper enthalten Schleifkörper aus Korund oder Siliciumcarbid. Durch die keramische Bindung sind sie sehr bruchempfindlich.

Mitarbeiter beim Schleifen

Die häufigsten Unfälle bei Schleifarbeiten sind Augenverletzungen. Sie entstehen durch wegfliegende, abgeschliffene Partikel von Werkstück und Schleifkörper.

Durch Haarrisse, unsachgemäße Aufspannung oder zu große Fliehkräfte kommt es zum Zerspringen der Schleifkörper. Die Bruchstücke können mit der Scheibenumfangsgeschwindig-
keit von ca. 100 km/h bis 300 km/h weggeschleudert werden und die bedienende Person oder Andere treffen und schwer verletzen.

Deshalb muss immer mit Schutzeinrichtungen gearbeitet werden.

Natürlich dürfen Schleifwerkzeuge nur für einen bestimmungsgemäßen Einsatz verwendet werden.


2 Was ist für einen sicheren bestimmungsgemäßen Einsatz zu beachten?

Bei Handschleifmaschinen

Beim Aufspannen von Schleifkörper und beim Schleifen ist zu beachten:

  • Grundsätzlich sind bei Arbeiten mit Handschleifmaschinen Schutzbrille, Gehörschutz, Sicherheitsschuhe und Handschuhe erforderlich.
  • Vor dem Einspannen und vor jedem Anlauf die Schleifkörper auf Risse oder mögliche Beschädigungen prüfen.
  • Die Schleifkörper müssen sich leicht auf die Spindel schieben lassen.
  • Mit jedem neu aufgespannten Schleifkörper muss ein Probelauf durchgeführt werden. Zweck des Probelaufs ist es, die Bruchfestigkeit des Schleifkörpers festzustellen. Zum Schutz vor herumfliegenden Bruchstücken sollte sich der Bediener oder die Bedienerin die Maschine so halten, dass er/sie oder andere nicht von den Bruchstücken getroffen werden können.
  • Die Unwucht ist zu prüfen. Beim Feststellen einer Unwucht ist die Maschine außer Betrieb zu nehmen und dem/der Vorgesetzten zu melden.

Bei Schleifböcken

Beim Aufspannen von Schleifkörper und beim Schleifen ist zu beachten:

  • Beim Schleifen muss eine Schutzbrille getragen werden. Auf keinen Fall dürfen Schutzhandschuhe getragen werden.
  • Vor dem Einspannen und vor jedem Anlauf die Schleifkörper auf Risse oder mögliche Beschädigungen prüfen.
  • Die Schleifkörper müssen sich leicht auf die Spindel schieben lassen.
  • Mit jedem neu aufgespannten Schleifkörper muss ein Probelauf durchgeführt werden. Zweck des Probelaufs ist es, die Bruchfestigkeit des Schleifkörpers festzustellen. Zum Schutz vor herumfliegenden Bruchstücken sollte sich der Bediener oder die Bedienerin seitlich vom Schleifbock hinstellen.
  • Die Unwucht ist zu prüfen. Beim Feststellen einer Unwucht ist die Maschine außer Betrieb zu nehmen und dem/der Vorgesetzten zu melden.
  • Die Werkstückauflage oder die Schutzhaube dürfen nur bei stillstehender Schleifmaschine nachgestellt werden.


3 Kennzeichnung von Schleifkörpern

Damit die Schleifkörper bestimmungsgemäß einsetzt werden können, benötigt man wichtige Informationen. Schleifkörper müssen grundsätzlich vom herstellenden Unternehmen gekennzeichnet sein. Die Kennzeichnung befindet sich entweder auf dem Schleifkörper oder auf der Verpackung. Schleifkörper ohne die entsprechenden Angaben dürfen nicht eingesetzt werden.

Alle rotierenden Schleifkörper müssen mit folgenden Angaben gekennzeichnet sein:

  • Herstellerunternehmen
  • Arbeitshöchstgeschwindigkeit
  • Zulässige Drehzahl
  • Prüfzeichen (z. B. EN 12413)
  • Farbstreifen
  • Maße
  • Werkstoff
  • Evtl. Verwendungseinschränkung
  • Weiterhin ist seit der Einführung der DIN EN 12413 die Angabe eines Verfalldatums erforderlich. Nach Überschreitung des Verfallsdatums dürfen die Schleifkörper nicht mehr verwendet werden.
Kennzeichnung von Schleifkörpern

Kennzeichnungsbeispiel

Eine Kennzeichnung der Werkzeuge mit Farbstreifen ist erforderlich, wenn die Arbeitshöchstgeschwindigkeit (= Umfangsgeschwindigkeit am äußeren Rand) mehr als 50 m/s beträgt.

Die Farbstreifen geben die jeweilige Arbeitshöchstgeschwindigkeit an. Siehe folgende Tabelle:

Arbeitshöchst-
geschwindigkeit
in m/s
Farbstreifen Anzahl
und Kennfarbe(n)
50 1x blau Blauer Farbstreifen
63 1x gelb Gelber Farbstreifen
80 1x rot Roter Farbstreifen
100 1x grün Grüner Farbstreifen
125 1x blau
1x gelb
Blaugelber Farbstreifen
140 1x blau
1x rot
Blauroter Farbstreifen
160 1x blau
1x grün
Blaugrüner Farbstreifen
180 1x gelb
1x rot
Gelbroter Farbstreifen
200 1x gelb
1x grün
Gelbgrüner Farbstreifen
225 1x rot
1x grün
Rotgrüner Farbstreifen
250 2x blau Blauer Farbstreifen
280 2x gelb Gelber Farbstreifen
320 2x rot Roter Farbstreifen
360 2x grün Grüner Farbstreifen


4 Verwendungseinschränkungen

Für eine bestimmungsgemäße, sichere Verwendung von Schleifkörpernn müssen Verwendungseinschränkungen beachtet werden. Abhängig von ihrer Bauart, Zusammensetzung etc. sind nicht alle Schleifkörper für alle Einsatzzwecke geeignet.

Typische Verwendungseinschränkungen sind:

VE1 Nicht zulässig für Freihand- und handgeführtes Schleifen
VE2: Nicht zulässig für Freihandtrennschleifen
VE3: Nicht zulässig für Nassschleifen
VE4: Zulässig nur für geschlossenen Arbeitsbereich
VE5: Nicht zulässig ohne Absaugung
VE6: Nicht zulässig für Seitenschleifen
VE7: Nicht zulässig für Freihandschleifen
VE8: Nicht zulässig ohne Stützteller
VE10: Nicht zulässig für Trockenschleifen


5 Klangprobe

Grundsätzlich ist zu beachten, dass stets nur die auf die Schleifmaschine passende Schleifscheibe aufgespannt werden darf.

Um vor Aufnahme der Schleiftätigkeiten sicherzustellen, dass die verwendete Schleifscheibe auch geeignet ist, ist neben einer optischen Kontrolle auf Risse und Ausbrüche auch eine so genannte Klangprobe durchzuführen. Diese Klangprobe wird durchgeführt, um nicht sichtbare Beschädigungen zu erkennen.

Bei der Klangprobe wird eine Schleifscheibe rechts und links der Mittellinie mit einem nicht-metallischen Hammer leicht angeschlagen.

Durchführung einer Klangprobe

Durchführung einer Klangprobe

Bei der Klangprobe wird eine Schleifscheibe rechts und links der Mittellinie mit einem nicht-metallischen Hammer leicht angeschlagen.

Leichte Scheiben werden hierbei über einen Finger oder einen Dorn gestreift. Schwere Scheiben werden hochkant auf den Fußboden gestellt. Dabei ist zu beachten, dass bei hartem Boden unbedingt eine Zwischenlage aus Holz verwendet werden soll.

Bei der Klangprobe müssen die Scheiben trocken sein.

Eine rissfreie keramische Scheibe hat einen reinen, glockenartigen Klang.

Eine Scheibe, die einen Riss aufweist, ergibt einen dumpfen Klang.

Kunstharzgebundene Scheiben ergeben nicht den gleichen reinen Glockenklang wie keramisch gebundene Scheiben.

Mit der Klangprobe können nicht alle Fehler erkannt werden. Deshalb muss jeder Schleifkörper nach dem Aufspannen einem Probelauf von mindestens einer Minute unterzogen werden. Hierbei müssen zusätzliche Schutzeinrichtungen benutzt werden.


6 Befestigung des Schleifkörpers

Der Scheibenwechsel ist abhängig vom Mischinentyp und muss bei der Untereisung berücksichtigt werden.

Probelauf
Nach jedem Befestigen eines Schleifwerkzeuges muss ein Probelauf durchgeführt werden, der bei Handmaschinen mindestens 30 Sekunden dauert, Bei stationären maschinen mindestens 1 Minute. Damit können vor Inbetriebnahme Schäden an der Scheibe oder am Werkzeug festgestellt werden, die bei der Sichtprüfung oder durch die Klangprobe nicht erkannt oder beim Aufspannen der Schleifkörper verursacht worden sind.


7 Lagerung und Transport von Schleifkörpern

Die größte Gefahr einer mechanischen Beschädigung besteht beim Transport der Schleifwerkzeuge, z. B. durch Anstoßen, Herabfallen oder Erschütterungen. Die Folge können Anrisse oder Ausbrüche sein, die das Schleifwerkzeug unbrauchbar machen.

Es ist darauf zu achten, dass die Schleifkörper beim Transport nicht mit Feuchtigkeit in Berührung kommen, weil darunter die Festigkeit der Scheibe leidet.

Werden die Beschädigungen nicht erkannt und/oder wird das Werkzeug trotzdem in Betrieb genommen, kann es dadurch zu schweren Unfällen kommen.


8 Weitere Informationen

Arbeiten mit Handschleifmaschinen


























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