Praxishilfen

Handeln im Notfall

1 Allgemeine Grundsätze
2 Was ist besonders zu beachten?
3 Schwerpunkt Fluchtwege
5 Weitere Informationen


1 Allgemeine Grundsätze

Mit Notfällen muss man in jedem Unternehmen jederzeit rechnen; sie treten häufig unverhofft und plötzlich ein. Notfälle können z. B. Brände, Explosionen, Unfälle oder sonstige unvorhergesehene Geschehnisse sein. Um Schäden und Auswirkungen solcher Notfälle möglichst klein zu halten oder zu minimieren, ist eine geordnete und wohl überlegte Vorgehensweise erforderlich.

Dafür müssen mögliche Notsituationen im Voraus durchdacht werden. Als Ergebnis sind so genannte Notfallpläne zu erstellen, in denen festgelegt wird, wie in der jeweiligen Notsituation vorzugehen ist. Anhand dieser Notfallpläne sind alle Beschäftigten, vor allem auch Vorgesetzte, zu schulen.

In Notfällen sind in der Regel zusätzlich zu internen Hilfskräften auch außerbetriebliche Institutionen wie Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienste usw. einzuschalten. Der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin hat die Aufgabe, die entsprechenden Informationen auszuarbeiten und zusammenzustellen. Er/sie muss durch die betriebliche Organisation sicherstellen, dass gemäß der Notfallpläne vorgegangen wird.


2 Was ist besonders zu beachten?

Alarmplan
  • Durch fehlende Informationen über vorhandene Fluchtwege sowie sicherheitstechnische Einrichtungen (Fluchtwegekennzeichnung, Druckknopfmelder, Sicherheitsriegel an Notausgangstüren, Erste-Hilfe-Material, Ersthelfer/Ersthelferin, Alarmsignale (Sirene), Feuerlöscher, Fluchtwegeplan, Aushänge, Brandmelder etc.) können in einem Notfall erhebliche Sach-, Vermögens- oder Umweltschäden entstehen und Personen schwer – im schlimmsten Falle tödlich – verletzt werden.
  • Deshalb sind Beschäftigte vor Arbeitsaufnahme und in regelmäßigen Abständen (mindestens einmal jährlich) über das Verhalten im Brandfall, bei Arbeitsunfällen und sonstigen Notfällen, insbesondere in folgenden Punkten, zu unterweisen:

Grundsätzliches:

  • Das Retten von Personen steht im Vordergrund.
  • Ruhe bewahren, gemäß den Notfallplänen handeln, nicht in Panik geraten.
  • Entstehungsbrände mit den vorhandenen Feuerlöschmitteln bekämpfen.
  • Im Brandfall oder bei Feueralarm ruhig den Arbeitsplatz und das Gebäude mit den anderen Beschäftigten verlassen und sich gemeinsam am Sammelplatz einfinden.
  • Bei Verletzungen den nächsten Ersthelfer/die nächste Ersthelferin aufsuchen.

Sammelplatz

Sammelplatz

Betriebsspezifisches:

  • Wo befinden sich die Fluchtwege?
  • Wo sind die Notausgänge und die Sammelplätze?
  • Welche Alarmeinrichtungen sind vorhanden, wie werden diese bedient und welche Bedeutung haben sie?
  • Wo sind Feuerlöscher und Feuermelder, wie werden sie bedient?
  • Wo ist Erste-Hilfe-Material und wer ist Ersthelfer/Ersthelferin?
  • Wo befinden sich Notfalleinrichtungen wie Augen- oder Notduschen?
  • Wo befinden sich Notfallplan, Notfallaushänge (Erste Hilfe, Alarmplan), Fluchtwegeplan?

 Kennzeichnung eines Fluchtweges

Klicken Sie bitte auf die Grafik, um den Ausschnitt zu vergrößern.


3 Schwerpunkt Fluchtwege

Fluchtweg

  • Das schnelle und sichere Verlassen von Arbeitsplätzen und Räumen muss durch geeignete Fluchtwege gewährleistet sein.
  • Fluchtwege dürfen nicht eingeengt werden und sind stets freizuhalten. Deshalb dürfen keine Maschinen, Materialien usw. in Fluchtwege gestellt werden. In einem Notfall könnten diese Fluchtwege oder Notausgänge versperren.
  • Fluchtwege müssen gekennzeichnet sein.
  • Notausgänge müssen jederzeit ohne Hilfsmittel (Schlüssel etc.) zu öffnen sein.
  • Es muss eine ausreichende Beleuchtung der Fluchtwege gewährleistet sein (z. B. eine Notbeleuchtung).

5 Weitere Informationen

Betriebliche Notfallorganisation
Verhalten bei Arbeitsunfällen
Sofortmaßnahmen bei Unfällen mit elektrischem Strom
Sicherheitskennzeichnung




















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