Praxishilfen

Arbeiten am Bildschirmarbeitsplatz

1 Bildschirmarbeitsplatz und Bildschirmarbeit – Begriffe
2 Belastungen durch Bildschirmarbeit
3 Anforderungen an das Bildschirmgerät
4 Aufstellen des Bildschirms
5 Einstellen des Bildschirms
6 Anforderungen an die Computermaus
7 Weitere Informationen

1 Bildschirmarbeitsplatz und Bildschirmarbeit – Begriffe

Unter einem Bildschirmarbeitsplatz versteht man gemäß Bildschirmarbeitsverordnung einen Arbeitsplatz, der ausgestattet sein kann mit:

  • einem Bildschirmgerät,
  • Zusatzgeräten, wie z. B. Rechner,
  • der für die Tätigkeit notwendigen Software,
  • Einrichtungen zum Erfassen von Daten (z. B. Tastatur, Maus),
  • sonstigen Arbeitsmitteln (z. B. Vorlagenhalter),
  • sowie die unmittelbare Arbeitsumgebung.

Beschäftige an Bildschirmarbeitsplätzen sind laut Bildschirmarbeitsverordnung Beschäftige, die bei "einem nicht unwesentlichen Teil" ihrer alltäglichen Arbeit ein Bildschirmgerät benutzen.


2 Belastungen durch Bildschirmarbeit

Mit der richtigen Aufstellung des Bildschirms und der Tastatur sowie der richtigen Bildschirmeinstellung lassen sich Belastung bei der Bildschirmarbeit verringern.

Die richtige Positionierung des Bildschirms auf dem Schreibtisch ist unter anderem wichtig, um Gesundheitsbeschwerden mit Symptomen im Nacken- und Schulterbereich zu vermeiden. Eine Aufstellung, bei der die Mitarbeiter den Kopf oder den Rumpf verdrehen müssen, um auf den Bildschirm zu blicken, ist ebenso zu vermeiden wie eine zu hohe Aufstellung, da dies die Nacken-Schulter-Muskulatur stark belastet. Blendungen, z. B. durch Sonneneinstrahlungen oder Spiegelungen von Fenstern und Lampenlicht auf der Bildschirmoberfläche erschweren die Arbeit zusätzlich.

Ebenso wichtig ist die richtige Bildschirmeinstellung. Starke Kontraste und Helligkeitsunterschiede zwischen der Bildschirmoberfläche und dem Hintergrund erschweren die Arbeit, da das Auge ständig gezwungen ist, diese Helligkeitsunterschiede auszugleichen. Durch die schlechte Erkennbarkeit und die stetige Ausgleichsarbeit der Augen steigt die Belastung für den Benutzer.

Eine Darstellung mit dunklen Zeichen auf hellem Hintergrund (Positivdarstellung) vermindert visuelle Belastungen. Eine sogenannte Negativdarstellung dagegen belastet den Sehapparat. Die Folgen sind eine sinkende Leistungsfähigkeit und schnellere Ermüdung. Die größere Belastung des Sehapparates kann auch zu Gesundheitsbeschwerden mit Symptomen, wie z. B. Kopfschmerzen oder tränende und brennende Augen führen.


3 Anforderungen an das Bildschirmgerät

  • Der Bildschirm muss frei aufstellbar sowie leicht dreh- und neigbar sein. Hierdurch lässt er sich an die individuellen Bedürfnisse und Eigenschaften der Benutzer anpassen.
  • Die Größe des Bildschirms muss der Arbeitsaufgabe angepasst sein.
  • Der Bildschirm sollte entspiegelt sein.

4 Aufstellen des Bildschirms und der Tastatur

Für eine ergonomische Bildschirmaufstellung sind folgende Punkte zu beachten:

  • Der Bildschirm soll standsicher aufgestellt sein.

Richtige Bildschirmaufstellung

  • Der Bildschirm soll grundsätzlich mit Blickrichtung parallel zum Fenster angeordnet sein.
    Eine Aufstellung mit dem Fenster hinter dem Benutzer ist zu vermeiden, da hier Spiegelungen auftreten.
    Eine Aufstellung vor dem Fenster ist ebenso zu vermeiden, da hier die Helligkeitsunterschiede zwischen der Bild-schirmoberfläche und dem hellen Hintergrund (Fenster), vor allem bei direkter Sonnen-einstrahlung, zu stark sind.
  • Die Tastatur muss vom Bildschirm getrennt sein und soll 10 cm bis 15 cm von der Tischkante entfernt stehen, damit die Handballen in Eingabepausen auf der Arbeitsfläche aufliegen können.

Richtige Bildschirmaufstellung

  • Der Bildschirm, die Tastatur und der Bürostuhl sollen gerade am Tisch ausgerichtet und auf einer Achse angeordnet sein. Nur so werden Verdrehungen der Wirbelsäule verhindert.

Richtige Blickrichtung
  • Der Bildschirm soll so aufgestellt sein, dass eine Blickrichtung leicht nach unten erreicht wird. Die oberste Bildzeile sollte unterhalb der Augenhöhe liegen. Durch diese Anordnung wird die Nacken- und Schultermuskulatur entlastet.
  • Der Abstand zwischen den Augen und dem Bildschirm sollte mindestens 50 cm betragen. Er richtet sich nach der Arbeitsaufgabe.

  • Bei der Arbeit mit Vorlagen, Manuskripten etc. sollte ein Vorlagenhalter verwendet werden, da er die Augenbewegungen reduzieren hilft. Mit einem Vorlagenhalter ist die Ermüdung geringer und die Konzentration bleibt höher. Er ist so aufzustellen, dass sich die Vorlage in einer Ebene mit der Bildschirmoberfläche befindet.
  • Besteht die Möglichkeit, dass der Benutzer durch Sonneneinstrahlung geblendet wird und Reflexionen auf dem Bildschirm entstehen, so müssen an den Fenstern Blendschutzvorrichtungen, wie Jalousien oder Lamellenvorhänge, angebracht sein.

5 Einstellen des Bildschirms

Einstellen des Bildschirms
  • Die Inhalte sollten auf dem Bildschirm in der sog. Positivdarstellung (dunkle Schrift auf hellem Hintergrund) gezeigt werden. Die Positiv-darstellung bietet eine bessere Anpassungs-möglichkeit der Augen an die Arbeitsumgebung und verbessert die Lesbarkeit der Zeichen.
  • Buchstaben und Zahlen müssen auf dem Bildschirm groß genug sein, um das Sehvermögen nicht übermäßig zu belasten. Die Großbuchstaben sollen bei einem Sehabstand von 50 cm etwas mehr als 3 mm groß sein.

6 Anforderungen an die Computermaus

Die Computermaus ist für viele Menschen tägliches Werkzeug. Die Auswahl des passenden Modells kann die Arbeit erleichtern. Doch wenn die Maus nicht zum Anwender oder zur Anwenderin passt, kann es schmerzhaft werden.

Ermüdungssymptome, Verspannungen und Beschwerden bis hin zum Mausarm können durch nicht passende Eingabegeräte und ungünstige Arbeitstechniken verursacht werden.

Die Maus sollte so gestaltet sein, dass

  • ihre Tasten in normaler Körper- und Handhaltung betätigt werden können, ohne dass die Maus dabei unbeabsichtigt ihre Position ändert,
  • sie der Handgröße des Benutzers oder der Benutzerin angepasst ist,
  • Schaltelemente leicht und sicher bedient werden können; dazu gehören auch eine entsprechende Rückmeldung und eine Tastendruckkraft in der Größenordnung von 0,5 N bis 0,8 N,
  • sie mit jeder Hand bedienbar ist, andernfalls sollten Mäuse für Rechts- und Linkshänder bzw. für Rechts- oder Linkshänderinnen zur Verfügung stehen.

Wer viel zwischen Maus und Tastatur wechselt, sollte ein flaches Modell wählen. So fällt der Wechsel zwischen beiden Arbeitsgeräten leichter und man vermeidet unbequeme Knickwinkel des Handgelenks.

  • Flache Maus
Flache Computermaus

 

  • Vertikalmaus
Vertikalmaus

Die Position der Maus nah an der Tastatur vermindert die Auswärtsdrehung des Oberarms. Zu empfehlen ist eine Arbeitstechnik mit unterstütztem Unterarm und der Führung der Maus aus dem Handgelenk und nicht mit dem Arm. Der Unterarm mit Handballen soll ganz auf der Tischfläche aufliegen können

Mousepads zur leichteren Führung der Maus auf der Unterlage sind bei den heutigen optischen Mäusen nicht mehr unbedingt erforderlich. Hilfreich aber sind Hand-Arm-Auflagen.

Für den Mausuntergrund gilt: rutschfeste Oberfläche und matte, helle Farbe.

Zusammen mit der entsprechenden Maus-Software (Maustreiber) muss sichergestellt sein, dass die Bewegungsrichtung der Maus und die zugehörige Bewegung des Zeigers auf dem Bildschirm miteinander korrespondieren und der Erwartung des Benutzers entsprechen – zum Beispiel Maus in Richtung Bildschirm, Mauszeiger nach oben.


7 Weitere Informationen

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