Praxishilfen

Hautschutz

1 Allgemeine Grundsätze
2 Hautschutzmaßnahmen
3 Vorbeugender Hautschutz
4 Praxishinweis
5 Arbeitsmedizinische Vorsorge


1 Allgemeine Grundsätze

Die Haut ist eines der wichtigsten Organe des Menschen. Sie schützt den Organismus nach außen, reguliert dessen Wärmehaushalt und stellt dem Menschen den Tast- und Temperatursinn zur Verfügung. Die wichtigste Schutzschicht der Haut ist dabei nur 0,02 mm dick. Chemikalien, extreme Temperatur, Feuchtigkeit oder mechanische Beanspruchung schwächen die Haut:

  • Durch Kontakt mit Gefahrstoffen können akute Hautschäden, aber auch chronische Hautleiden verursacht werden.
  • Durch Kontakt mit Arbeitsstoffen und Gefahrstoffen kann der Säureschutzmantel der Haut geschädigt und die Schutzfunktion der Haut herabgesetzt werden. Dadurch können Krankheitserreger leichter in den Körper gelangen und Infektionen verursachen.
  • Das ständige Tragen von Handschuhen über längere Zeiträume kann die Haut durch Erweichung und Schweißzersetzung schädigen. Eine ähnliche Wirkung hat häufiges Arbeiten in Wasser, Putzwasser oder häufiges Händewaschen. Durch die damit verbundene Herabsetzung der Schutzfunktion können Krankheitserreger und Gefahrstoffe leichter aufgenommen werden und gegebenenfalls chronische Hauterkrankungen hervorgerufen werden. Auch die Anfälligkeit für Verletzungen nimmt zu.


2 Hautschutzmaßnahmen

Folgende Maßnahmen dienen dem Schutz der Haut:

  • Bei der Arbeit an Händen und Unterarmen keinen Schmuck tragen
  • Nasse und feuchte Hände über einen längeren Zeitraum vermeiden
  • Feucht- und Trockenarbeit möglichst abwechseln
  • Die zur Verfügung gestellten Schutzhandschuhe tragen
  • Bei längeren Arbeiten Unterziehhandschuhe verwenden
  • Schutzhandschuhe nach der Benutzung zum Trocknen aufhängen. Möglichst keine Handschuhe verwenden die Innen noch feucht sind
  • Hände desinfizieren statt waschen. Ein Waschen ist nur erforderlich wenn die Hände sichtbar verschmutzt sind. Für zwischendurch ist eine Händedesinfektion schonender
  • Vor der Arbeit Hautschutzcreme auftragen
  • Nach der Arbeit Pflegecreme verwenden
  • Den Hautschutzplan beachten. Dieser informiert darüber wie die Hände bei welchen Tätigkeiten mit welchen Produkten am besten gereinigt, gepflegt und geschützt werden können
  • Arbeitsmedizinische Vorsorge und die arbeitsmedizinische Beratung
  • Bei ersten Anzeichen von Hautschäden oder Veränderungen den Betriebsarzt oder die Betriebsärztin hinzuziehen


3 Vorbeugender Hautschutz

Vorbeugender Hautschutz besteht aus drei Komponenten:

  • Der Hautschutz ist auf die verwendeten Schadstoffe speziell abgestimmt und schützt direkt vor den Einflüssen durch Schadstoffe. Hautschutzmittel werden vor der Arbeit und nach jedem Händewaschen aufgetragen.
  • Eine schonende Hautreinigung, welche die Haut von Verunreinigungen befreit. Sie wird nach der Tätigkeit durchgeführt. Scharfe oder aggressive Hautreiniger säubern zwar schnell, aber schädigen die Haut.
  • Die Hautpflege nach der Arbeit hilft der Haut sich zu regenerieren.

Ein Hautschutzmittel kann nur dann wirksam sein, wenn es regelmäßig und korrekt verwendet wird. Dazu gehört auch das richtige Auftragen auf die Haut. Die Hautschutzsalbe sollte die Hände komplett wie ein Handschuh umschließen. So geht es:

Hautpflege

Richtige Anwendung von Hautschutzmitteln

1 Hände vor dem Auftrag reinigen und gut trocknen.

2 Hautschutzmittel in ausreichender Menge (z. B. Haselnussgröße) auf den Handrücken auftragen.

3 Hautschutzmittel mit den Handrücken beider Hände möglichst gleichmäßig verteilen.

4 Hautschutzmittel auf beiden Händen möglichst gleichmäßig verteilen.

5 Hautschutzmittel mit den Fingern der einen Hand in den Fingerzwischenräumen der anderen Hand verreiben.

6 Hautschutzmittel sorgfältig auf die Bereiche Nagelbett, Nagelfalz, Fingerkuppen und Handgelenke verteilen.

7 Verbleibende Reste des Hautschutzmittels in den Handflächen verreiben.

 

Pflegemittelspender

Hautschutzplan

Die genaue Anwendung von Hautschutzmitteln, Hautreinigungsmitteln und Hautpflegemitteln wird in einem Hautschutzplan festgelegt. Der Hautschutzplan ist an den Arbeitsplätzen oder Waschgelegenheiten ausgelegt. Daneben befinden sich in der Regel die benötigten Reinigungs- und Pflegemittel. Die Beschäftigten müssen vor Arbeitsaufnahme anhand des Hautschutzplans über den Einsatz der Mittel unterwiesen werden.


4 Praxishinweis

Zum Schutz vor schädlichen Einwirkungen steht kein universelles Mittel zur Verfügung. Hautcremes und -reinigungsmittel müssen immer auf die jeweilige Tätigkeit abgestimmt werden. Dies ist z. B. davon abhängig, ob die Stoffe wasserlöslich oder wasserunlöslich sind. Der Betriebsarzt bzw. die Betriebsärztin beraten über die geeigneten Mittel. Die Mittel müssen in der richtigen Reihenfolge angewendet werden. Die Reihenfolge und die zu verwendenden Mittel sind in den Kundenbetrieben im Allgemeinen an den Waschgelegenheiten in einem Hautschutzplan veröffentlicht.

Der Betriebsarzt bzw. die Betriebsärztin beraten über die geeigneten Hautschutzmittel!

5 Arbeitsmedizinische Vorsorge

Beschäftigte, welche so genannte Arbeiten mit erhöhter Hautgefährdung durchführen, müssen einer geeigneten arbeitsmedizinischen Vorsorge unterzogen werden. Eine geeignete arbeitsmedizinische Vorsorge erfolgt nach dem Grundsatz G 24 "Hauterkrankungen". Feuchtarbeiten und der Umgang mit Gefahrstoffen zählen hierzu. Bei folgenden Sachverhalten ist eine Untersuchung anzubieten:

  • bei längerem, häufigem oder hoch dosiertem Umgang mit reizenden Stoffen,
  • beim Umgang mit sensibilisierenden Stoffen,
  • bei der Verarbeitung von mineralischen Fasern,
  • bei Feuchtarbeiten von mehr als 2 Stunden pro Schicht (bei mehr als 4 Stunden ist sie Pflicht),
  • beim Tragen von wasserundurchlässigen Handschuhen von mehr als 2 Stunden pro Schicht,
  • beim Auftreten von Hauterkrankungen im Betrieb.

Der Betriebsarzt bzw. die Betriebsärztin beraten über die Notwendigkeit und den Umfang von arbeitsmedizinischer Vorsorge.



















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