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Kann die Ansteckung mit Corona ein Arbeitsunfall bzw. eine Berufskrankheit sein?

Da die Corona-Erkrankung inzwischen weit verbreitet ist und die Infektionswege kaum nachzuvollziehen sind, stellt die Ansteckung, wie die alljährliche Grippewelle eine Allgemeingefahr dar. Zum Teil verlaufen Infektionen stumm, sodass auch ein Kontakt mit nicht offensichtlich erkrankten Personen zur Ansteckung führen kann. Eine Infektion mit dem Coronavirus erfüllt deshalb in der Regel nicht die Voraussetzungen eines Arbeitsunfalles. Eine COVID-19 -Erkrankung kann nur als Folge eines Arbeitsunfalles gewertet werden, wenn die Infektion nachweislich innerhalb einer Arbeitsschicht durch den beruflich bedingten Kontakt mit erkrankten Personen entstanden ist. Kann der Nachweis nicht geführt werden, geht dies zu Lasten des Erkrankten.

Bei Profisportler*innen und beitragspflichtig beschäftigten Sportler*innen außerhalb einer Hauptbeschäftigung ist ein Arbeitsunfall nur in dem ganz besonderen (Einzel-)Fall möglich, in dem sich nachweisen lässt, wer die Indexperson ist und dass die Infektion mit COVID–19 bei Ausübung der beruflichen Tätigkeit (Trainings- oder Spielbetrieb) stattgefunden hat und es Symptome für die Erkrankung (z.B. Fieber, Atemnot) gibt. Lassen sich diese Voraussetzungen nicht nachweisen, geht dies zu Lasten der betroffenen Sportlerinnen und Sportler.

Eine Infektion mit dem Coronavirus bei Patienten/Rehabilitanden gem. § 2 Abs. 1 Nr. 15a SGB VII ist nur dann als Arbeitsunfall denkbar, wenn sich nachweisen lässt, dass sich die Patienten/Rehabilitanden die Infektion allein im Krankenhaus bzw. in der Reha-Einrichtung durch den Kontakt mit erkranktem Klinikpersonal, Mitpatienten oder deren Besuchern (Indexperson) zugezogen haben und es Symptome für die Erkrankung (z. B. Fieber, Atemnot) gibt. Auch hier geht ein fehlender Nachweis zu Lasten der Erkrankten.

Bei erhöhter beruflicher Infektionsgefahr kann eine BK nach Nr. 3101 der Anlage 1 zur BKV (Infektionskrankheiten) vorliegen. 

COVID-19-Erkrankungen fallen nur dann unter die Nr. 3101 der Anlage zur BKV, wenn sie bei Versicherten auftreten, die infolge der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit in bestimmten Bereichen einer gegenüber der allgemeinen Bevölkerung wesentlich erhöhten Infektionsgefahr ausgesetzt waren. Die Allgemeingefahr tritt dabei wegen des erhöhten beruflichen Risikos in den Hintergrund.

Angezeigt werden sollten die Erkrankungen bei Verdacht auf eine Berufskrankheit, wenn die Versicherten im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium tätig oder durch eine andere berufliche Tätigkeit der Infektionsgefahr in ähnlichem Maße besonders ausgesetzt waren. Weitere Voraussetzungen sind die positive Testung, Krankheitsanzeichen und die Vermutung des Infektionsweges über die berufliche Tätigkeit. 

Eine BK nach Nr. 3101 der Anlage 1 zu BKV (Infektionskrankheiten) kommt bei Patienten / Rehabilitanden, die gem. § 2 Abs. 1 Nr. 15a SGB VII versichert sind, nicht in Betracht. Es fehlt hierfür an der im Merkblatt dieser BK genannten Voraussetzung der „beruflichen Tätigkeit“.

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