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„Wir wollen es anders machen“

Frau und Mann im Gespräch, Frau mit Plastikflasche in der Hand.

Die junge Hamburger Zeitarbeitsfirma KCS Medical GmbH beschäftigt derzeit bis zu 400 Arbeitskräfte – die meisten davon aus der Gesundheitsbranche. Die Gesundheit und Zufriedenheit der Kolleginnen und Kollegen steht für die Geschäftsführung an oberster Stelle. Deshalb wird im Unternehmen eine Kommunikationskultur gelebt, bei der jeder auch kritische Dinge oder persönliche Sorgen offen aussprechen kann.

Seit rund 30 Jahren kennt Sven Liedtke die Pflegebranche mit all ihren unterschiedlichen Facetten. Der gelernte Krankenpfleger arbeitete viele Jahre im Bereich der Anästhesie und Intensivmedizin. Diese Erfahrungen kamen Liedtke zugute, als er 2017 den Schritt in die Selbstständigkeit wagte und zusammen mit seinem Geschäftspartner Jerome Abraham die Zeitarbeitsfirma KCS Medical GmbH gründete. Seither ist das Unternehmen auf Wachstumskurs und beschäftigt an insgesamt sieben Standorten in Deutschland rund 30 interne und bis zu 400 externe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Ein gesundes Arbeitsumfeld

Jedem ihrer Beschäftigten möchten die beiden Start-up-Unternehmer ein gesundes Arbeitsumfeld bieten, bei dem auch der Spaß nicht zu kurz kommt. „Die meisten Pflegekräfte lieben ihren Job und sind mit Leib und Seele dabei. Aber leider haben heute immer mehr Leute in den Kliniken oder Pflegeheimen irgendwann das Gefühl, den zunehmenden Belastungen nicht mehr gewachsen zu sein“, weiß Liedtke. Kein Wunder, denn in manchen Einrichtungen sei der Umgang mit dem Pflegepersonal „wirklich schlecht“. Jerome Abraham, der vor einigen Jahren als Quereinsteiger erstmals mit der Branche in Berührung kam, warnt: „Jede Pflegekraft, die ihrem Beruf frustriert den Rücken kehrt, verstärkt den dramatischen Fachkräftemangel, der schon jetzt vielerorts deutlich zu spüren ist.“ Das wiederum erhöhe den Druck und die Belastungen für die verbleibenden Kolleginnen und Kollegen auf den Stationen, sodass sich die Negativspirale aus Stress und Überforderung immer weiterdrehe.

Im Zweifel entscheiden wir immer in erster Linie zum Wohle des Beschäftigten und nicht des Portemonnaies

Jerome Abraham (rechts) und Sven Liedtke

Im Flur stehend: Jerome Abraham (rechts) und Sven Liedtke kommitmensch: Best Practice - „Wir wollen es anders machen“ (c) Felix Matthies

Die Rahmenbedingungen sollen stimmen

Aus dieser Erfahrung haben die beiden KCS-Gründer ihre eigenen Schlüsse gezogen: „Wir wissen, wie wertvoll gutes Personal ist. Deshalb wollen wir es in unserem Unternehmen anders machen. Man kann viel dafür tun, ein guter Arbeitgeber zu sein, bei dem sich die Beschäftigten gut aufgehoben fühlen“, sagt Abraham und fügt hinzu: „Wir möchten das Maximale dafür tun, dass bei uns die Rahmenbedingungen stimmen, sodass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig gesund und leistungsfähig bleiben“. So sei das Unternehmen beispielsweise in der Lage, bei den Dienstplänen auf die Wünsche der externen Mitarbeiter Rücksicht zu nehmen. Wenn eine Kollegin im Pflegedienst beispielsweise immer dienstagabends zum Yoga gehen möchte, könne das bei der Planung der Dienstzeiten berücksichtigt werden.

Die Führsorgepflicht ernst nehmen

Um auf individuelle Wünsche und Bedürfnisse einzugehen, wird bei der KCS Medical GmbH das Thema Kommunikation ganz großgeschrieben. So können die externen Kräfte beispielsweise rund um die Uhr vertraute Ansprechpersonen in ihrer Niederlassung kontaktieren. An allen Standorten wurde hierfür umschichtig ein telefonischer Bereitschaftsdienst organisiert, um externen Beschäftigten bei Fragen notfalls auch während einer Nachtschicht zur Seite stehen zu können. Gibt es Probleme in einer Einrichtung, fahren die Disponenten umgehend dort hin und schauen sich die Situation vor Ort an, um die Lage selbst zu beurteilen. Wenn die Beschäftigten wegen der Arbeitsbedingungen unzufrieden sind und sich die Situation im Dialog mit der Einrichtung nicht klären lässt, wechseln die Mitarbeiter der KCS Medical GmbH so schnell wie möglich den Einsatzort. „Wir nehmen unsere Fürsorgepflicht sehr ernst. Deshalb entscheiden wir im Zweifel immer in erster Linie zum Wohle der Beschäftigten und nicht des Portemonnaies“, berichtet Abraham.

Man kann viel dafür tun, ein guter Arbeitgeber zu sein.

Jerome Abraham (links)

Jerome Abraham (links) kommitmensch: Best Practice - „Wir wollen es anders machen“ (c) Felix Matthies

Intensiver Austausch

Die beiden Geschäftsführer leben im Berufsalltag eine offene Kommunikationskultur vor und legen viel Wert auf das persönliche Gespräch mit ihren Beschäftigten. Bei sieben Standorten, die über das ganze Land verteilt sind, ist das mit einem hohen Reiseaufwand verbunden. Dennoch schaffen es Liedtke und Abraham, etwa alle vier bis sechs Wochen jede ihrer Niederlassungen zu besuchen. Wenn es dort Konflikte oder andere Themen gibt, die dringend geklärt werden müssen, versuchen die Chefs, die Gespräche zu moderieren und zu lenken. Dabei beobachten sie die Entwicklung sehr genau und begleiten den Prozess der Problemlösung.

Zusätzlich zu diesen individuellen Besprechungen gibt es im Unternehmensalltag auch viele übergeordnete Themen, die alle Standorte betreffen. Deshalb kommen zweimal pro Jahr sämtliche Mitarbeiter der Niederlassungen zu einem intensiven Austausch zusammen.

Jeder kann über alles reden

„Im Berufsleben werden kritische Dinge allzu häufig nicht offen ausgesprochen – aus Angst vor Konsequenzen“, so Liedtke. Auch hier gehen er und Abraham ganz bewusst einen anderen Weg. Sie sehen sich selbst als eine Art „Vertrauenslehrer“, die immer ein offenes Ohr für ihre Beschäftigten haben. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wissen, dass man mit uns jederzeit über alles reden kann“, betont Liedtke. Bei solchen Gesprächen kommen dann gelegentlich auch schon mal persönliche Sorgen wie familiäre Probleme, finanzielle Schwierigkeiten oder psychische Erkrankungen zur Sprache.

Als Vorgesetzte bewerten die beiden Firmengründer diese Dinge nicht, sondern sind in erster Linie froh, dass die Betroffenen mit ihren Sorgen zu ihnen kommen, sodass sie gemeinsam nach einer Lösung suchen können. Wer zum Beispiel nicht ausreichend auf seine Belastungsgrenzen achtet und regelmäßig zu viele Überstunden macht, bei dem schaltet sich zu einer bestimmten Uhrzeit auch schon mal automatisch der Computer ab. „Ein Burnout bringt uns allen nichts“, erklärt Liedtke, und sein Kollege Abraham ergänzt: „Wenn es um das Wohl unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geht, dann sind wir sehr konsequent“.

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