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Schutz der Beschäftigten an Kassen- und Servicearbeitsplätzen in Kreditinstituten vor Ansteckung mit SARS-CoV-2

Branchenspezifische Handlungshilfe zum SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard – für die Branche Kreditinstitute
Stand: Juli 2021

Bitte beachten Sie, dass je nach Inkraftsetzungsdatum der DGUV Vorschrift 25 "Überfallprävention" Ihres Unfallversicherungsträgers die Unfallverhütungsvorschrift "Kassen" oder die Unfallverhütungsvorschrift "Überfallprävention" gilt.

In Kreditinstituten stehen Beschäftigte häufig im direkten Kontakt zu Kundinnen und Kunden. Neben den allgemeinen Verhaltensregeln kann ein besserer Schutz vor Ansteckung mit SARS-CoV-2 erreicht werden, wenn folgende Punkte beachtet werden:

  1. Begrenzen Sie die Zahl an Kundinnen und Kunden, die sich gleichzeitig in der Geschäftsstelle des Instituts aufhalten. Achten Sie darauf, dass auch bei Gesprächen mit der Kundschaft in separaten Beratungsräumen die Vorgaben der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnungsowie Corona-Schutz-Verordnung der Bundesländer eingehalten werden.
  2. Installieren Sie Abtrennungen aus transparentem Material auf dem Schalter beziehungsweise Tresen zum Schutz der Beschäftigten.
  3. Organisieren Sie Mindestabstände vor Geldautomaten, Servicegeräten sowie Kassen- und Servicearbeitsplätzen durch Markierungen auf dem Boden.
  4. Achten Sie darauf, dass den Kassen-und Servicebeschäftigten geeigneten Mund-Nase-Schutz zur Verfügung stehen und diese getragen werden. Kann der Mindestabstand nicht eingehalten werden, beispielsweise bei Gesprächen in separaten Beratungsräumen, sind medizinische Gesichtsmasken oder FFP2-Masken oder vergleichbare Masken zur Verfügung zu stellen und zu tragen.
  5. Machen Sie mit Aushängen an den Kundeneingängen auf die allgemeinen Verhaltensregeln aufmerksam.
  6. Sorgen Sie durch regelmäßiges und verstärktes Lüften der Geschäfts-, Sozial- und Sanitärräume für eine ausreichende Luftqualität und die Reduzierung der Konzentration von möglicherweise in der Raumluft vorhandenen virenbelasteten Aerosolen.

Maßnahmen gegen die Weiterverbreitung des Virus

Eine regelmäßige, gründliche Reinigung der Banknotenautomaten und Bedienterminals mit normalen fettlösenden Reinigern ist wichtig und sinnvoll. Wenn verfügbar, sind mit Reinigern oder Seifenlauge getränkte Einmaltücher für die Reinigung ideal, die nach der Verwendung entsorgt werden. Alternativ zur Reinigung mit Haushaltsreinigern oder Seifenlauge können chemische Desinfektionsmittel genutzt werden – sie versprechen jedoch keinen zusätzlichen Nutzen gegenüber den handelsüblichen fettlösenden Reinigungsmitteln. Bitte beachten Sie dazu auch die Hinweise zu Reinigung und Desinfektion von Oberflächen außerhalb von Gesundheitseinrichtungen des RKI (www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Reinigung_Desinfektion.html).

Biometrische Identifikation darf zum Schutz der Beschäftigten nicht durch Passwörter ersetzt werden

An Kassen- und Servicearbeitsplätzen in Kreditinstituten mit biometrischer Identifikation können Beschäftigte mit einem zweiten Beschäftigten oder mit einem Merkmal der Kundin bzw. des Kunden (eigene Debitkarte, PIN oder biometrischen Merkmal) Auszahlungen vornehmen. Dazu werden im Allgemeinen biometrische Scanner, im Wesentlichen Fingerprintscanner, von den anwesenden Beschäftigten genutzt.

Wird das biometrische Erkennungssystem durch eine Passworteingabe überbrückt, ist technisch nicht mehr sichergestellt, dass nur Berechtigte eine Auszahlung vornehmen können. Dies ist aus Sicherheitsgründen nicht zulässig.

Ein abgeschaltetes biometrisches Erkennungssystem hätte zur Folge, dass eine wirksame Anreizreduzierung von Überfällen nicht mehr gewährleistet ist. Es steht jedoch jedem Kreditinstitut frei, das vorhandene Sicherungskonzept auf ein anderes umzustellen. Dabei sind die entsprechenden Vorgaben und Bedingungen einzuhalten. Die DGUV Vorschrift 25 "Überfallprävention" bzw. "Kassen" in Verbindung mit dem entsprechenden DGUV Regelwerk (DGUV Regel 115-003 bzw. DGUV Informationen 215-612 und 215-613) gilt uneingeschränkt.

Aus bisherigen Rückmeldungen und Erfahrungen nutzen Kundinnen und Kunden immer häufiger ihre Debit- bzw. Kreditkarten zum Abheben von Bargeld. Insofern ist davon auszugehen, dass die Nutzung der Biometrie nur in geringerem Umfang erfolgen wird. Dementsprechend sollte es für die Beschäftigten an Kassen- und Servicearbeitsplätzen zumutbar sein, regelmäßig Desinfektionsmaßnahmen an den biometrischen Scanner vorzunehmen.

Beschäftigte von Kreditinstituten dürfen unter bestimmten Voraussetzungen Bargeld in privaten PKW transportieren und Banknotenautomaten befüllen, wenn das Geld- und Werttransportunternehmen für den Transport auf Grund der Ausbreitung von SARS-CoV-2 ausfällt

Die DGUV Vorschrift 25 (alt UVV "Kassen" und neu UVV "Überfallprävention") lässt den Geldtransport durch eigene Beschäftigte zu. Die in der jeweils geltenden Unfallverhütungsvorschrift genannten Bedingungen, unter denen der Geldtransport stattfinden darf, beispielsweise Einsatz geeigneter Transportsicherungen oder Unregelmäßigkeit der Transportzeiten und –wege, sind einzuhalten.

Werden beim Geldtransport durch Beschäftigte Privat-PKWs genutzt, steht dem grundsätzlich nichts entgegen. Hierbei sollten jedoch zusätzliche Aspekte, zum Beispiel die des Sachversicherers, durch das Kreditinstitut geprüft werden. Die Absprachen mit dem Sachversicherer bestimmen, welche Menge an Bargeld transportiert werden darf.  Die DGUV Vorschrift 25 und das ergänzende DGUV Regelwerk (DGUV Regel 115-003 oder DGUV Information 215-613) macht dazu keine Vorgaben.

Wird der Geldtransport durch zwei Versicherte durchgeführt, sind die Vorgaben derSARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung ebenfalls zu beachten. Bei einer Mitnahme einer zweiten Person wäre das Tragen medizinischer Gesichtsmasken oder FFP2-Masken oder vergleichbarer Atemschutzmasken jedoch erforderlich, da Mindestabstände nicht eingehalten werden könnten.

Bei der Befüllung von Geldautomaten mit Banknoten ist zu beachten, dass diese unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgt, das heißt, Unbefugte haben keinen Zutritt und keine Einsichtnahme in den Versorgungsbereich. Bitte beachten Sie, dass Sie bei Änderungen Ihrer Bargeldprozesse Ihre Gefährdungsbeurteilung entsprechend anpassen oder überarbeiten müssen.

Birgt das allgemeine Tragen von Mund-Nase-Schutz in der Bevölkerung eine Erhöhung des Überfallrisikos?

Der Mund-Nase-Schutz ist ein wichtiger und wirksamer Schutz vor gegenseitiger Ansteckung.

Dieses Tragen von Masken kann bei den Beschäftigten von Kreditinstituten einerseits zu Erinnerungen an Überfälle und zu Ängsten führen, da maskierte Personen mit Tätern beziehungsweise Täterinnen in Verbindung gebracht werden. Andererseits ist nicht auszuschließen, dass potentielle Täterinnen oder Täter diese "legale" Maskierungsmöglichkeit nutzen, um einen Überfall zu begehen.

Polizei wie auch das Sachgebiet Kreditinstitute und Spielstätten der DGUV werden das Überfallgeschehen hinsichtlich dieses Aspekts genauestens beobachten. Sollte sich dieses in auffälliger Weise ändern, werden zusätzliche Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten vor Überfällen abgestimmt und veröffentlicht.

Beschäftigte in Kreditinstituten sollten momentan besonders aufmerksam sein und Personen, die sich verdächtig verhalten, nach Möglichkeit souverän ansprechen.

Hören Sie dazu auch Folge 10 unseres Podcasts "Hör dich sicher": Bargeldumgang in Kreditinstituten in Zeiten von Digitalisierung und Corona

Digitalisierung, Bargeldabschaffung, Geldautomatensprengung – Begriffe, die immer wieder in den Medien zu finden sind.

Dazu sind bei Markus Raupach im Gespräch: Dirk Hofmann, Präventionsfeldkoordinator der Branche "Kreditinstitute und Spielstätten", und Bernd Marquardt, Mitarbeiter im Präventionsfeld "Kreditinstitute und Spielstätten". In dieser Podcastfolge werden folgende Aspekte thematisiert: Wie kommt es, dass ich heute auch im Supermarkt Bargeld abholen kann? Steuern wir in Deutschland nach derzeitigem Stand aufgrund von immer mehr alternativen Zahlungsmethoden wie Kartenzahlung und kontaktloses Zahlen mit dem Smartphone auf eine Bargeldabschaffung zu? Wie ist die aktuelle Gefahrenlage in Kreditinstituten für die Angestellten? Stellt die derzeitige Maskenpflicht im Rahmen der coronavirusbedingten Änderungen ein erhöhtes Überfallrisiko in den Kreditinstituten dar? Oder ist die Geldautomatensprengung die größere Gefahr?

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