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Mehrfachveranlagungen

Hinweise für Unternehmen mit mehreren veranlagten Unternehmensteilen

Ihr Unternehmen besteht aus verschiedenen Unternehmensteilen (Gewerbezweigen) und wurde zu mehreren Gefahrklassen veranlagt.

Warum ist das so?

Umfasst ein Unternehmen mehrere Bestandteile, die verschiedenen Gewerbezweigen zugeordnet werden können und jeweils eigene wirtschaftliche Zwecke verfolgen, werden diese zu gesonderten Gefahrklassen veranlagt. Das Hauptunternehmen bildet den wirtschaftlichen Schwerpunkt und gibt dem Unternehmen sein eigentliches Gepräge. Weitere Unternehmensteile werden als Nebenunternehmen zu einer gesonderten Gefahrklasse veranlagt, wenn sie über einen eigenen Personal- und Kundenstamm verfügen und unabhängig von den übrigen Unternehmensteilen existieren können.

Beispiel 1:

Ein Unternehmen vermietet Immobilien und führt zusätzlich für Dritte Hausmeisterdienste durch. Hier sind weniger Beschäftigte tätig und es gibt einen eigenen Kundenstamm. Der Hausmeisterdienst besteht unabhängig von der Immobilienvermietung. Beide Unternehmensteile erhalten eine eigene Veranlagung („Immobilienwirtschaft“ und „Hausbesorgung“).

Genauso verhält es sich, wenn bei der VBG ein Unternehmensteil gesondert veranlagt wird, der für sich allein betrachtet einer anderen Berufsgenossenschaft angehören würde (fremdartiges Nebenunternehmen):

Beispiel 2:

Ein Ingenieurbüro im Bereich der Windenergie führt als eigenständigen Bereich auch Montage- und Wartungsdienstleistungen an Windkraftanlagen durch. Für Montage- und Wartungsunternehmen im Bereich der Windenergie ist die BG ETEM (Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse) zuständig. Im Ingenieurbüro sind die meisten Beschäftigten tätig, es bildet den wirtschaftlichen Schwerpunkt des Unternehmens. In der Montage werden weniger Mitarbeitende tätig als im Ingenieurbüro, es gibt aber einen eigenen Kundenstamm, für den die Tätigkeit erfolgt. Der Montage-Wartungsbereich könnte also auch unabhängig vom Hauptunternehmen Ingenieurbüro bestehen.

Beide Unternehmensteile erhalten eine eigene Veranlagung bei der VBG. Die Veranlagung des Ingenieurbüros erfolgt nach dem Gefahrtarif der VBG („Ingenieurwesen, Architekturunternehmen“). Für das fremdartige Nebenunternehmen Montage- und Wartungsdienstleistungen wird die Gefahrklasse nach den Berechnungsgrundlagen der BG ETEM festgesetzt, der dieses angehören würde, wenn es als einzelnes Unternehmen bestehen würde. Diese besondere Berechnungsweise der Gefahrklassen für fremdartige Nebenunternehmen gewährleistet, dass diese Unternehmensteile den Unternehmen, die bei der fachlich zuständigen Berufsgenossenschaft versichert sind, beitragsmäßig in etwa gleichgestellt werden.

Unternehmensteile, die keine eigenen wirtschaftlichen Zwecke verfolgen, werden als Hilfsunternehmen nicht gesondert veranlagt. Sie werden dem veranlagten Unternehmensteil zugerechnet, dem sie überwiegend dienen.

Wie werden die Entgelte der Beschäftigten bei einer Mehrfachveranlagung zugeordnet?

Sind Beschäftigte nur in einem veranlagten Unternehmensteil tätig, werden ihre Entgelte ausschließlich der Gefahrklasse dieses Unternehmensteils zugeordnet.

Sind Beschäftigte in mehreren veranlagten Unternehmensteilen tätig, werden die Entgelte anteilig den Gefahrklassen der Unternehmensteile zugeordnet, für die die Tätigkeit erfolgte. Ist eine Aufteilung der Entgelte nicht möglich, sind diese dem in Betracht kommenden Unternehmensteil zuzuordnen, der die höchste Gefahrklasse hat.

Sind die Beschäftigten in einem Hilfsunternehmen tätig, werden die Entgelte dem veranlagten Unternehmensteil zugeordnet, dem das Hilfsunternehmen überwiegend dient.

Was tun Sie, wenn sich etwas ändert?

Ändert sich in Ihrem Unternehmen der Schwerpunkt, tritt ein neuer Unternehmensteil hinzu oder wird ein Unternehmensteil eingestellt, so informieren Sie uns bitte umgehend.

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