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Infoblatt für Beschäftigte zum Ausdrucken

Infos und Tipps zur Ladungssicherung

Ein verhängnisvoller Irrtum

Vielen ist nicht bewusst, welche Gefahr von ungesicherter Ladung ausgeht. Häufig wird davon ausgegangen, dass das Ladegut sicher ist, wenn die Ladung auf dem Fahrzeugboden mit bloßer Körperkraft nicht zu verschieben ist. Dies ist ein verhängnisvoller Irrtum: Je größer das Gewicht der Last, desto größer ist auch die Kraft, mit der sie zum Beispiel beim Bremsen nach vorne drückt.

Was zu beachten ist

  • Ladung nur mit Fahrzeugen transportieren, die für den Transport geeignet sind
    Aufbau und Ausrüstung müssen die durch die Ladung auftretenden Kräfte aufnehmen können.
  • Niedriger Ladungsschwerpunkt auf der Längsmittelachse
    Schweres Gut unten, leichtes Gut oben, möglichst formschlüssig laden; allerdings auch beachten: Bei Teilbeladung für Gewichtsverteilung sorgen, damit jede Achse anteilmäßig belastet wird.
  • Gewichtsgrenzen das Fahrzeuges einhalten
    Zulässiges Gesamtgewicht, Mindestachslast der Lenkachse, Lastverteilungsplan.
  • Ladung sichern - nichts kann verrutschen, verrollen, umfallen oder herabfallen
    Die für die Sicherung der Ladung geeigneten Hilfsmittel verwenden - zum Beispiel Zurrgurte, Netze, Keile, Antirutschmatten, feste Kästen.
  • Ladungssicherung kontrollieren
    Sich vor Fahrtantritt davon überzeugen, dass die Ladung sicher und stabil verstaut ist. Bei längeren Fahrten auch mal unterwegs nach der Sicherung der Ladung schauen.

Verwenden Sie die "Checkliste Ladungssicherung im Lkw" und das Infoblatt für Fahrer/innen "Transport von Ladung mit dem Lkw"

Fahrphysik ist nicht zu überlisten

Von Newton, einem der Urväter der Physik, stammt der Satz: "Jeder Körper verharrt im Zustand der Ruhe . , solange keine äußere Kraft auf ihn einwirkt." Aber genau das ist bei der Ladung der Fall. Beim Beschleunigen, Bremsen und Kurvenfahren wirken enorme äußere Kräfte auf die Ladung ein. Die Ladung bekommt so schnell ein Eigenleben:

  • Nach vorne: Bremst ein Lkw, wird die Ladung mit großer Kraft nach vorne gedrückt. Sie fährt praktisch in der alten Geschwindigkeit weiter. Je größer das Gewicht der Ladung, desto größer die Kraft mit der sich die Ladung beim Bremsen nach vorne bewegt. Bei scharfem Abbremsen können bis zu 80 Prozent der Gewichtskraft der Ladung nach vorne wirken.
  • Nach hinten: Beim Anfahren bleibt die Ladung quasi stehen. Sie kann dann bis 50 Prozent ihrer Gewichtskraft gegen die Fahrtrichtung wirken.
  • Zur Seite: Beim Fahren in Kurven bewegt sich die Ladung praktisch geradeaus weiter. Diese Fliehkraft kann in Kurven bis zu 50 Prozent der Gewichtskraft betragen.
  • Gegen Kippen: Kippgefährdetes Gut muss mit 70 Prozent der Gewichtskraft gegen Kippen zur Seite gesichert werden.

Die Kräfte, die beim Fahren auf die Ladung wirken, müssen im Zaum gehalten werden, damit die Ladung kein Eigenleben bekommt.

Reibung reicht nie aus

"Die Ladung ist so schwer, die verrutscht nicht" - das ist einer der fatalsten Irrtümer beim Lastentransport und Ursache für viele Unfälle.

Solange eine Ladung noch fest auf der Ladefläche steht, wirkt die Haftreibung auf sie ein. Sie wirkt zunächst einmal dem Verrutschen entgegen. Aber auch bei günstigen Bedingungen reicht die durch die Gewichtskraft verursachte Reibung nie aus, um den beim Fahren auftretenden Kräften standzuhalten. Schon bei geringen Geschwindigkeiten sind diese Kräfte höher als die Haftreibung der Ladung.

Und gerät die Ladung erst einmal in Bewegung (Gleitreibung), ist sie nicht mehr zu bremsen - weil nur noch geringe Kräfte erforderlich sind, um sie in Bewegung zu halten.

Dies hat jeder schon in der Praxis selbst erlebt: Das Anschieben eines schwer beladenen Rollwagens erfordert zuerst eine gewisse Kraft. Ist der Wagen jedoch einmal in Bewegung, lässt er sich viel leichter schieben.

Ladegut muss immer gesichert werden. Antirutschmatten helfen Zeit und Zurrmittel zu sparen.

Verantwortung

§ 22 StVO:

Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten.

Durch den Jedermann-Paragraf stehen alle, die an einem Transport beteiligt sind in der Verantwortung:

Der Spediteur und Disponent müssen ein geeignetes Fahrzeug und Ladungssicherungsmittel zur Verfügung stellen.

Das Verladepersonal muss für sichere Transporteinheiten und eine sichere Verladung sorgen.

In § 23 StVO ist der Fahrer besonders angesprochen:

Der Fahrzeugführer . muss dafür sorgen, dass sein Fahrzeug . sowie die Ladung vorschriftsmäßig sind und dass die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs durch die Ladung nicht leidet.

 

© 2012 VBG - Hamburg; Stand: Januar 2010

In diesem Dokument wird auf eine geschlechtsneutrale Schreibweise geachtet. Wo dieses nicht möglich ist, wird zugunsten der besseren Lesbarkeit das ursprüngliche grammatische Geschlecht verwendet. Es wird hier ausdrücklich darauf hingewiesen, dass damit auch jeweils das andere Geschlecht angesprochen ist.

 



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