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Reaktionszeiten - lange ungebremste Wege
Ein Autofahrer, der plötzlich ein Hindernis auf der Fahrbahn wahrnimmt und erkennt, braucht Zeit bis er reagiert. Es dauert in der Regel eine Sekunde, bis sein Gehirn die Gefahr meldet und er dann handelt, also bremst. Ist der Fahrer übermüdet, gesundheitlich angeschlagen, gestresst oder unkonzentriert, verlängert sich die Reaktionszeit. Ist er besonders aufmerksam, kann sie sich auf 0,5 bis 0,7 Sekunden verkürzen.
Die Rechtsprechung geht im Normalfall von einer Reaktionszeit von einer Sekunde aus, in der das Fahrzeug ungebremst weiterfährt.
Konkret heißt das: Ein Fahrzeug, das bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h plötzlich abgebremst wird, rollt noch 15 m bis die Bremsen ansprechen. Erst dann beginnt der eigentliche Bremsweg - die Strecke, die vom Durchtreten des Bremspedals bis zum Stillstand des Fahrzeugs zurückgelegt wird.
Achtung: Bremswege verlängern sich nicht proportional zur Geschwindigkeit, sondern exponentiell. Das heißt: Verdoppelt man die Geschwindigkeit, so vervierfacht sich der Bremsweg.
| Geschwindigkeit |
Reaktionsweg + |
Bremsweg = |
Anhalteweg |
| 30 km/h |
9 m |
4,5 m |
13,5 m |
| 50 km/h |
15 m |
12,5 m |
27,5 m |
| 70 km/h |
21 m |
24,5 m |
45,5 m |
| 100 km/h |
30 m |
50 m |
80 m |
| * Der hier errechnete Anhalteweg setzt optimale Bedingungen, das heißt den technisch machbaren Bremsweg voraus. |
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