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Scouting während der Pandemie

Werder Bremens Chefscout Clemens Fritz telefoniert während einer Trainingseinheit vor dem Weserstadion. Bremen, März 2020

Ruhender Spielbetrieb stellt Scouts vor große Herausforderungen

Normalerweise reisen die Scouts der Bundesligisten das ganze Jahr über in der Welt umher. Sie sehen sich Spiele an, um neue Top-Spieler für ihren Verein zu gewinnen. Manchmal schauen sie sogar mehrere Live-Begegnungen an einem Tag. Doch aufgrund der Coronavirus-Pandemie ist genau das momentan nicht möglich. Die Scouts sitzen daheim. Genug zu tun haben sie dennoch.

Einschränkungen durch Pandemie

Schweden, Frankreich oder Österreich – irgendwo in Europa wären die Bundesliga-Scouts normalerweise jetzt unterwegs und würden Ausschau nach neuen Spielern halten, die für eine Verpflichtung in Frage kommen. Das Frühjahr gilt für Scouts unter normalen Umständen als hektischste Phase der Saison. Schließlich haben sie die Aufgabe, Empfehlungen zu Spielern auszusprechen und die Kader für die kommende Saison zusammenzustellen. Doch in Zeiten von Corona ist alles anders. 

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass gerade irgendein Scout unterwegs ist.“ Clemens Fritz, Chefscout Werder Bremen

In fast allen europäischen Ligen ist der Spielbetrieb derzeit durch die Pandemie eingestellt. Lediglich in Weißrussland wird momentan noch gespielt. Allerdings ist das kein vorwiegend interessanter Markt für die deutschen Vereine. Dennoch rücken in der momentanen Situation auch Ligen in den Fokus, die sonst nur nebenbei verfolgt werden.

„Sicher haben wir präferierte Märkte, aber wir schauen jetzt natürlich auch Ligen an, die wir sonst nicht so im Blick haben.“ Clemens Fritz, Chefscout Werder Bremen


Spielersuche aus dem Home Office

Die Scouts der Bundesligisten haben keinen Zwangsurlaub. Sie befinden sich im Home Office und arbeiten dort teilweise mehr als in normalen Zeiten. Denn trotz der aktuellen Situation, müssen die neue Saison und der Kader vorbereitet werden, auch wenn derzeit ungewiss ist, wann und wie diese stattfinden wird. Gescoutet wird daher derzeit am Fernseher statt im Stadion.

„Da momentan alle Live-Sichtungen ausfallen, nutzen wir die Zeit, jene Spieler, die wir im Fokus hatten und haben, noch intensiver unter die Lupe zu nehmen.“ Rouven Schröder, Sportvorstand Mainz 05 


Ungewissheit erschwert Planung

Neben der fehlenden Reisemöglichkeit erschwert auch die ungewisse Zukunft des Spielbetriebs die Kaderplanung der Fußballvereine: Niemand weiß aktuell, wann die Saison 2020/21 beginnen wird. Hinzu kommt, dass einige Vereine nicht die Zuversicht haben, in welcher Liga sie in der kommenden Saison spielen werden und wie viel Geld nach der Krise für neue Spieler zur Verfügung stehen wird. Aufgrund dieser Umstände liegt der Transfermarkt momentan eher auf Eis.

„Aktuell besteht durch die Corona-Krise insgesamt noch so viel Unsicherheit, dass eine Kaderplanung für die kommende Saison nicht wirklich seriös umsetzbar ist.“ Statement von Hertha BSC Berlin


Die kommende Transferphase wird angesichts der Pandemie einmalig. In dieser Zeit sind die sorgfältige Arbeit sowie Expertise der Scouts unter den erschwerten Bedingungen wichtiger denn je, um auch für die künftige Saison den bestmöglichen Kader zu rekrutieren.



Quelle: Gokixx