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Schweizer Torwart-Boom in der Bundesliga

Gladbachs Yann Sommer und sein Schweizer Kollege Marwin Hitz vom FC Augsburg nach einem Ligaspiel. Mönchengladbach, Mai 2017

Mehr als nur ein Trend?

Schweizer Torhüter sind in der Bundesliga so beliebt wie nie. In diesem Sommer wechselt mit Yvon Mvogo (22) der nächste Schweizer Torwart von den Young Boys Bern zum RB Leipzig. Wir erklären Euch welche Umstände den Schweizer Torwart-Boom ausgelöst haben.

Torwarttrainer Foletti fördert den Nachwuchs

Verantwortlich für die Ausbildung der Torhüter beim Schweizer Fußballverband ist Chef-Torwarttrainer Patrick Foletti. Der 43-Jährige stand während seiner aktiven Karriere für mehrere Clubs der Schweizer Super League im Tor und ließ sich in Deutschland weiterbilden. Dort erwarb er die UEFA-Torwarttrainer-Lizenz und konnte einige wichtige Erkenntnisse für den Aufbau der Trainerausbildung im eigenen Land mitnehmen. Denn zu Folettis Aufgaben zählt nicht nur die Betreuung der Landesauswahl, sondern auch die Trainerausbildung und Betreuung der Vereins-Partnerschaften. Er ist ständig bei verschiedenen Clubs und arbeitet dort mit den Torhütern von der U13 bis zur U21.


Vereinheitlichung innerhalb des Verbandes

Die maßgebliche Änderung in den vergangenen Jahren war die Vereinheitlichung innerhalb der Schweiz. Der Fußball ist bei unseren Nachbarn in 13 Regionen organisiert: in einem italienisch beeinflussten, einem französisch geprägten und einem deutschen Teil. Zu Beginn von Folettis Arbeit waren die Abläufe in den verschiedenen Regionen unterschiedlich. Inzwischen folgen die Schweizer einem roten Faden, der auf zwei Grundsätzen basiert.


Spielbezogenes Training zahlt sich aus

Im Schweizerischen Fußballverband wird auf eine einheitliche Technik gesetzt. Durch die unterschiedlichen Kulturen gab es schon bei einfachen Dingen – wie dem Ballfangen – Unterschiede. Deswegen wurden einige Ansätze neu definiert und vereinheitlicht.

Als weitere Gründe für den Erfolg der Schweizer Torhüter in der Bundesliga nennt Torwarttrainer Foletti die kulturell geringen Unterschiede und eine Vielzahl an Talenten in der Schweiz.


Verstärkung für die Bundesliga

In der aktuellen Saison waren in der Bundesliga insgesamt fünf Schweizer Torhüter im Einsatz und das, obwohl Deutschland als Land der Torhüter gilt. Drei von ihnen waren gesetzt: Yann Sommer (Mönchengladbach), Marwin Hitz vom FC Augsburg und der Dortmunder Roman Bürki hatten alle einen Stammplatz in ihren Clubs.

Auch Diego Benaglio, dem nur noch sieben Einsätze fehlen um ausländischer Rekordtorhüter zu werden, hatte in dieser Saison 14 Einsätze beim VfL Wolfsburg. In der kommenden Saison kommt mit Yvon Mvogo ein weiterer Schweizer Torhüter in die Bundesliga zum Vizemeister RB Leipzig.

Schon jetzt haben die Schweizer bei den Einsätzen der ausländischen Torhüter deutlich die Nase vorn: Insgesamt kommen die neun Legionäre auf 696 Bundesliga Einsätze.


Torhüter aus der Schweiz erobern die Bundesliga. Auf der einen Seite können die Schweizer auf einen guten Jahrgang zurückblicken, auf der anderen Seite tragen die Umstellungen innerhalb des Verbandes Früchte. Wir sind schon auf die nächsten Talente gespannt.


Quelle: Gokixx