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Bereichsmenu Portrait Max Meyer

Bombenstark dank neuer Position

Max Meyer mit Schalke-Coach Domenico Tedesco während eines Ligaspiels gegen Hertha BSC. Gelsenkirchen, März 2018

Max Meyer im Positionsprofil

Nach längerer Zeit spielt der FC Schalke wieder eine beeindruckende Saison. Insbesondere Max Meyer präsentiert sich unter dem neuen Coach Domenico Tedesco auf ungewohnter Position vor der Abwehr extrem stark und ist inzwischen unangefochtener Stammspieler. Warum er auf seiner neuen Position so überzeugt? Wir haben uns auf die Suche nach Gründen begeben.

Doch kein ewiges Talent? 

Max Meyer war schon in seiner Jugend als technisch starker, quirliger und flinker Dribbler bekannt. Meist stand er als Zehner für den FC Schalke auf dem Platz oder kam gelegentlich über die Außenbahn zum Einsatz. Bereits mit 17 Jahren gab er sein Bundesliga-Debüt und galt als großes Versprechen für die Zukunft. Aber seine Entwicklung stagnierte zunächst. Deswegen galt Max für viele lange als ewiges Talent, das den endgültigen Durchbruch zum Führungsspieler nicht schaffen würde. Mithilfe seines neuen Trainers Domenico Tedesco scheint Max seine Paradeposition aber nun im defensiven Mittelfeld gefunden zu haben. Ebenfalls auffällig: Max ist in den letzten Monaten physisch deutlich stärker geworden, hat einiges an Muskelmasse zulegen können!


Als Schalkes Sechser trumpft er auf

An den ersten zwei Spieltagen der laufenden Saison wurde Max oft erst spät eingewechselt. Am dritten Spieltag stand er dann sogar als "falsche 9" im Sturmzentrum. Bis zur Halbzeit schaute sich sein Trainer Domenico Tedesco das Ganze an, danach wechselte er dann Guido Burgstaller für den völlig überforderten Techniker ein. Nach diesem Auftritt sah es für Max in seiner bereits sechsten Bundesliga-Saison nicht allzu rosig aus. Am sechsten Spieltag stand er in Hoffenheim überraschend erstmals als Sechser auf dem Platz. Der Einsatz auf der ungewohnten Position war die Belohnung für seine Trainingsleistungen, wie sein Trainer nach dem Spiel mitteilte. Häufiger schon lobte Tedesco die Trainingsbereitschaft und Einsatzfreude des vierfachen deutschen Nationalspielers: 

„Man macht sich als Trainer Gedanken und sagt sich: Mensch, ich muss ihn belohnen, es kann nicht sein, dass er in jedem Training sieben, acht Kilometer läuft, stark trainiert und nicht spielt. Dann bist du als Trainer gezwungen, kreativ zu sein." (Domenico Tedesco)


Einer der laufstärksten Spieler der Bundesliga

Aktuell gilt Max als einer der besten und formstärksten Sechser der Liga, was auch seine Statistiken belegen: Nur sieben Prozent seiner Pässe landen beim Gegner – Ligabestwert! Als Sechser hat er zudem deutlich mehr Raum und Zeit, als wenn er weiter vorne spielt. Erst kürzlich hat der 22-Jährige eine Gelbsperre absitzen müssen, steht inzwischen schon bei sechs gelben Karten. Max geht aggressiv in die Zweikämpfe und agiert als knallharter Abräumer vor der Abwehr. Alles Stärken, die ihm vor der Saison wohl kaum jemand zugeschrieben hätte. Mit durchschnittlich 12,6 zurückgelegten Kilometern pro Spiel zählt er zu den laufstärksten Spielern der Liga und unterstreicht damit das Lob seines Trainers.

Seine sechs Verwarnungen hat er sich nicht durch ungeschicktes Zweikampfverhalten eingehandelt – im Gegenteil: Mehr als die Hälfte seiner Zweikämpfe am Boden kann der Schalker für sich entscheiden. Das mag für einen Defensivmann kein überragender Wert sein – ist aber für einen Spieler, der zu Beginn der Saison noch im Sturmzentrum spielte, dennoch beachtlich.


Vergleiche mit Veratti naheliegend

Aufgrund seiner Statur, seines Spielstils und seiner spielerischen Klasse liegt der Vergleich mit PSG-Star Marco Veratti auf der Hand. Auch Veratti begann seine Karriere als kleiner Offensivspieler, galt dabei oft als zu schwach im Zweikampf. Heute ist Veratti als einer der besten Sechser weltweit bekannt, der durch seine überragende Ballbehandlung und Ruhe im Spiel, aber auch durch seine Abgeklärtheit auf internationaler Bühne, seit mehreren Jahren zu überzeugen weiß. Im Vergleich zu Max spielt Veratti die Position vor der Abwehr deutlich länger und routinierter, dennoch sind zwischen beiden – aufgrund des ähnlichen Spielstils – klare Parallelen zu erkennen.


Nach Anlaufschwierigkeiten scheint Max Meyer nun endlich die Position gefunden zu haben, auf der er seine Stärken am besten ausspielen kann. Es bleibt spannend abzuwarten, wie es mit seiner persönlichen Entwicklung weitergeht und ob er, wenn er weiterhin so gut performt, dem FC Schalke 04 auch über die Saison hinaus erhalten bleibt.


Quelle: Gokixx