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Bereichsmenu Portrait Luca Waldschmidt

Deutschlands Star der U21-EM

Luca Waldschmidt feiert einen seiner drei Treffer im U21-EM-Spiel gegen Serbien. Triest, Juni 2019

Der Freiburger Luca Waldschmidt im Porträt

In seinen ersten Bundesliga-Jahren bei Eintracht Frankfurt und dem Hamburger SV konnte Luca Waldschmidt sein Potenzial nur selten zeigen. Meist kam er in schwierigen Saisonphasen nur zu wenigen Kurzeinsätzen. Erst der Wechsel zum SC Freiburg brachte seine Karriere in Schwung. Dort bekam er das Vertrauen und wichtige Einsatzzeiten. Aktuell zeigt er bei der U21-Europameisterschaft sein ganzes Können und schoss das deutsche Team ins Halbfinale. Wir stellen euch den technisch starken Mittelstürmer einmal vor.

Traumtor im letzten Gruppenspiel

Er ist bislang die große Entdeckung der Europameisterschaft aus deutscher Sicht: Luca Waldschmidt, mittlerweile 23 Jahre alt, Mittelstürmer in Diensten des SC Freiburg. Umso überraschender, da die Sturmposition vor ein paar Wochen noch ein großes Fragezeichen zu sein schien. Als U21-Bundestrainer Stefan Kunz den Kader für das aktuelle Turnier bekannt gab, galt die Planstelle im Sturmzentrum eher als Schwachstelle des ambitionierten Teams. Einen richtigen Knipser suchte man vergebens, mit Lukas Nmecha fand sich sogar eine absolute Überraschung im Kader wieder. Plötzlich ist jedoch alles anders: Die deutsche Elf spielte eine tolle Gruppenphase, schoss starke zehn Tore in drei Spielen und vorne brillierten Augsburgs Marco Richter mit drei Toren und zwei Vorlagen und jener Luca Waldschmidt, der sogar fünf Treffer erzielte. Dabei wird den vielen Zuschauern im Stadion und am TV wohl vor allem sein Tor zum 1:0 gegen Österreich in Erinnerung bleiben, als er aus knapp 27 Metern abzog und den Ball unhaltbar im rechten Winkel versenkte. Dieser Treffer brachte Deutschlands U21 ins Halbfinale – und Waldschmidts Namen in die Notizbücher vieler Scouts. Aber was ist das Geheimnis seiner guten Leistungen bei der EM?

„Wir als Mannschaft fühlen uns gut. Das gibt uns Kraft und Energie für neue Aufgaben. Es macht einfach Spaß!“ (Luca Waldschmidt, DFB U21)


Steiniger Weg zum Erfolg

Dass der junge Mittelstürmer das Potenzial hat, ein richtig guter zu werden, sah man schon früh. Trotzdem verliefen die ersten Jahre seiner Profikarriere alles andere als optimal: Beim Profidebüt für seinen Jugendklub Eintracht Frankfurt am Ende der Saison 2014/2015 galt Luca als ganz große Hoffnung. Jedoch geriet der Verein im Jahr darauf mitten in den Abstiegskampf. In dieser unglücklichen Saison wurde vor allem auf erfahrene und kampfstarke Spieler gesetzt. Luca kam lediglich zu zwölf Kurzeinsätzen und entschied sich nach der Spielzeit für einen Wechsel zum Hamburger SV, der sich sehr um die Dienste des Offensivspielers bemühte. Der Traditionsklub, der die Vorsaison auf dem zehnten Tabellenplatz abgeschlossen hatte, schien nach zwei Relegationsrettungen in Folge wieder gefestigt zu sein. Es sollte jedoch anders kommen, die Realität hieß erneut: Abstiegskampf. In seiner ersten HSV-Saison sorgte Luca noch selbst für das Happy End. Am letzten Spieltag erzielte er in der Nachspielzeit gegen den VfL Wolfsburg ein Jokertor und rettete den Traditionsklub so vor dem ersten Abstieg der Vereinsgeschichte. In seiner zweiten Saison stiegt der HSV schließlich doch ab. Zwar kam das Sturmtalent zu insgesamt 35 Einsätzen für die Hamburger, erzielte dabei allerdings lediglich zwei Treffer. Viele Experten konnten ihm seine Klasse ansehen, aber unter den schwierigen Bedingungen schaffte es der junge Stürmer nicht, sein Können dauerhaft unter Beweis zu stellen.


Durchbruch beim SC Freiburg und im U21-Nationalteam

Dies änderte sich mit seinem Wechsel zum SC Freiburg: Unter Trainer Christian Streich blühte Luca endlich auf. Im deutlich beschaulicheren Breisgau, wo der Druck nicht so hoch ist, spürte er von Anfang an das Vertrauen des Trainers und bekam seine wichtigen Einsatzzeiten. In der abgelaufenen Spielzeit stand der Angreifer in 30 Partien auf dem Platz, erzielte dabei neun Treffer und gab drei Torvorlagen. Endlich gelang Luca der Durchbruch. Davon profitiert aktuell nicht zuletzt auch die deutsche U21.

„Da muss man auch mal Christian Streich loben. Sie haben Luca in Freiburg entwickelt. Es ist ein tolles Zusammenspiel, wenn man die PS so auf die Straße bekommt." (Stefan Kuntz, Nationaltrainer U21)

In den bisherigen EM-Spielen zeigte Luca Waldschmidt, was er draufhat. Er ist nicht nur abschluss- und schussstark, sondern besitzt darüber hinaus eine tolle Übersicht, eine feine Technik und ein gutes Tempo. Diese Fähigkeiten machen ihn zu einem variabel einsetzbaren Spieler, der in der Offensive fast alle Positionen bekleiden kann. Erste Vereine sollen bereits ihr Interesse bekundet haben. Zunächst einmal steht aber das weitere Turnier im Fokus. Im Halbfinale trifft die deutsche Elf am Donnerstag auf Rumänien. Und eine große Hoffnung wird wieder auf Luca Waldschmidt liegen, dass er den Titelverteidiger mit weiteren Treffern ins Finale führt.


Die Karriere von Luca Waldschmidt hat gerade noch rechtzeitig wieder Fahrt aufgenommen. Nach schwierigen Anfangsjahren, in denen er sich nicht durchsetzen konnte, folgte eine wahnsinnig starke Saison in Freiburg. Seinen guten Lauf in der Bundesliga konnte der Stürmer bei der Europameisterschaft fortsetzen und zeigt dort auch auf internationaler Ebene sein Potenzial. Die deutsche Elf befindet sich nicht zuletzt dank seiner Tore auf Titelverteidigungs-Kurs.



Quelle: Gokixx