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Dribbelkünstler im Mittelfeld

Dortmunds Mittelfeld-Star Emre Mor und HSV-Gegenspieler Justino do Santos im Bundesligaspiel am 5. November 2016.

Setzen sich Max Meyer, Emre Mor & Co. größeren Verletzungsgefahren aus?

Thomas Tuchel prangerte zu Beginn dieser Saison das zu harte Einsteigen vieler Teams an. Auch früher gab es, vor allem aus dem Süden Deutschlands, immer wieder die Forderung, dass insbesondere die kreativen Spieler vor einer zu rustikalen Spielweise geschützt werden müssen. Aber sind dribbelstarke Mittelfeld-Spieler tatsächlich stärker gefährdet?

Rückblick: Der VBG-Sportreport

Bereits aus dem Sportreport 2016 der VBG ging hervor, dass sich Spieler die meisten Verletzungen im zentralen Mittelfeld zuziehen. Also dort, wo kreative Spieler ihren Möglichkeiten ausspielen und anders als auf den Außenbahnen, weniger Platz zur Entfaltung finden.

Ist der Ball erst einmal gespielt und das Tackling unvermeidbar, kommt es zum Kontakt. Zum Verletzungszeitpunkt ist die Aktion in je 10 % der Fälle entweder das Dribbling oder ein Pass. Besonders die unteren Extremitäten sind dann betroffen. Spieler verletzen sich an Unterschenkel (78 %), Sprunggelenk (72 %) und Fuß (100 %) fast ausschließlich durch den Kontakt mit dem Gegenspieler.


Durch Schnelligkeit und Leichtigkeit dem Gegner voraus

Spielertypen, die aufgrund ihrer schnellen Bewegungen und kurzen Sprints ihren Gegenspielern einen Schritt voraus sind, können oftmals nur mit einem Foul gestoppt werden. Dass sie aufgrund ihrer Spielweise aber häufiger verletzt sind, kann nicht bestätigt werden. Vielmehr profitieren sie in vielen Situationen von Ihren körperlichen Gegebenheiten, sind schneller auf den Beinen und belasten beispielsweise Sprunggelenk und Fuß mit viel weniger Eigengewicht.

Kleine, wendige Spieler, die im Mittelfeld ihre Klasse ausspielen, sind aufgrund ihrer Spielweise nicht zwangsläufig verletzungsanfälliger als großgewachsene Strategen. Sie können sich mit ihren Möglichkeiten sogar eher vor Verletzungen schützen, indem sie sich durch schnelle Bewegungen einem Kontakt entziehen. Auch das Trennen vom Ball im richtigen Moment, wie es Toni Kroos perfektioniert hat, verringert das Verletzungsrisiko.

Quelle: Gokixx