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Prävention in der Vorbereitungsphase

Die Mannschaft des VfB Stuttgart beim Stabilisationstraining. Stuttgart, Juli 2013

Darum sind verletzungsvorbeugende Trainingselemente wichtig

Die Vorbereitung auf die neue Saison hat begonnen. Immer mehr Teams starten mit dem Training. Neben der Fitness gibt es einen weiteren entscheidenden Schwerpunkt – die Verletzungsprävention. Wir erklären euch, warum diese so wichtig ist und welche Aspekte beachtet werden müssen.

Viele Verletzungen im Fußball passieren ohne Fremdeinwirkung

Jeder von euch hat sich sicherlich schon einmal im Spiel oder beim Training eine Verletzung zugezogen. Dafür kann es verschiedenste Ursachen geben: Zunächst einmal ist Fußball ein Kontaktsport, bei dem es zwischen den Spielern immer wieder zu Körperkontakt kommt. Dadurch besteht schon grundsätzlich ein gewisses Verletzungsrisiko. Auch Platzfehler können zu Verletzungen führen. Dies beides sind Faktoren, die ihr als Spieler nicht beeinflussen könnt. Doch Studien wie die „Elite Injury Study“ undder "VBG-Sportreport" zeigen, dass die Anzahl muskulärer Verletzungen– auf die Spieler durch gezieltes Training Einfluss nehmen können – besonders hoch ist.

„Bei zwei Dritteln handelt es sich um selbst zugezogene Verletzungen, die meist aus einer unzureichenden Athletik resultieren.“ (Pablo Gonzalez, Sportwissenschaftler)

Der Fußball wird immer schneller und athletischer. Das bedeutet höhere körperliche Ansprüche an die Spieler. Mit einfachen und effizienten, aber nicht besonders aufwändigen Maßnahmen könnt ihr Verletzungen vorbeugen. Eine Studie der DKG zeigt, dass beispielsweise Verletzungen des Kniegelenkes durch regelmäßige Aufwärm- und Präventionsprogramme um 27 Prozent und eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes um 51 Prozent reduzieren werden können


Verletzungsprophylaxe durch Bewegungsanalysen

Vor der Ausarbeitung eines Präventionsprogramms ist die Durchführung diagnostischer Tests erforderlich. Bei der Muskelfunktionsmessung wird festgestellt, wie schnell das Gehirn Befehle an die Muskeln senden kann. Die Laufbandanalyse dient Fehlhaltungen innerhalb einer dynamischen Laufbewegung zu erkennen. Um muskuläre Unterschiede bei der Kraftentfaltung zu erkennen, hilft die Kraftmessung. Bei der Wirbelsäulen- und Körperachsenvermessung werden Differenzen in der Beinlänge sowie Asymmetrien der Körperlastverteilung erkannt.

"Mit den gewonnenen Daten wird das Zusammenspiel zwischen Ärzten, Physiotherapeuten und Fitnesstrainer erleichtert, um die besten Lösungen für Prävention oder Rehabilitation zu erhalten." (Prof. Dr. Martin Lames, Trainingswissenschaftler)

Wenn grundlegende Bewegungsmuster nur mit Hilfe von Kompensationsbewegungen ausgeführt werden können, steigt das Verletzungsrisiko. Dadurch sinkt die sportliche Lern- und Leistungsfähigkeit erheblich.


Trainingsmethoden zur Prävention

Ziel eines Präventionstrainings ist es, den Athleten entsprechend seiner individuellen Anforderungen vorzubereiten. Es gilt, gezielt bekannte Risiken zu vermeiden oder zu verringern sowie Risikofaktoren abzubauen. Ein Programm zur Verletzungsprävention kann das traditionelle Aufwärmen ersetzen. Besonders das Agilitätstraining wird mit Hilfe fußballspezifischer Trainingsformen umgesetzt, um Bewegungsmuster zu automatisieren und zu gewährleisten, dass Spieler Kenntnisse sowie die Fähigkeit erlangen, auch unter Wettkampfbedingungen richtige Entscheidungen zu treffen und entsprechende Handlungsweisen schnell abrufen können. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Prävention ist das Training der Rumpfmuskulatur, der Beinmuskulatur und damit zugleich der Sprungkraft. Die Kräftigung der Rumpfmuskulatur unterstützt die Aufrichtung des Oberkörpers und trägt zueiner optimalen Körperhaltung bei. Darüber hinaus unterstützt die Rumpfmuskulatur die Bewegung aller Extremitäten und wirkt sich damit direkt auf die Leistungsfähigkeit aus.


Verletzungen sind im Leistungs- und Kontaktsport Fußball nie vollständig vermeidbar. Mit der Implementierung eines Trainingsprogramms zur Verletzungsprävention könnt ihr jedoch euer Verletzungsrisiko erheblich senken. Denn eine optimale Belastung unter Berücksichtigung individueller Voraussetzungen hat deutlich weniger Verletzungen zur Folge.


Quelle: Gokixx