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Senkrechtstarter Luka Jovic

Luka Jovic jubelt nach seinem Treffer zum 2:0 im Spiel gegen Schalke 04. Frankfurt am Main, November 2018

Der neue Stern am Frankfurter Fußball-Himmel

Nicht erst seit seinem Fünferpack gegen Fortuna Düsseldorf hat Luka Jovic im Trikot der Frankfurter Eintracht nachhaltig für Furore gesorgt. Der Serbe, eigentlich nur ausgeliehen, spielt sich immer mehr in den Fokus großer Klubs. Wir nehmen seine Rolle bei der Eintracht einmal genauer unter die Lupe.

Vom Leihspieler zum Leistungsträger

Anfang September wirkte Luka Jovic mehr als unzufrieden mit seiner Situation bei der Eintracht. Zwei Bundesliga-Spiele, kein Einsatz, dazu war er Teil der bitteren Pokal-Niederlage in der 1. Runde beim SSV Ulm. Kurze Zeit später scheint Jovic endgültig in der Main-Metropole angekommen zu sein. Dabei wusste er schon in der vergangenen Saison zu überzeugen, erzielte nach seinem Wechsel von Benfica Lissabon (Leihe über zwei Jahre bis Sommer 2019) in der Bundesliga bereits acht Treffer und schoss seine Mannschaft mit seinem Traumtor auf Schalke ins Pokalfinale.

Mittlerweile gehört er zu den Shootingstars der Bundesliga und bietet mit seinen gerade einmal 20 Jahren noch jede Menge Entwicklungspotenzial. Der aus der Jugend des serbischen Spitzenklubs Roter Stern Belgrad stammende Jovic hat nicht nur den Rekord als jüngster Fünferpacker der Bundesliga-Historie aufgestellt. Nach dem Tor-Festival ist er jetzt sogar der effizienteste Stürmer in der Geschichte der höchsten deutschen Spielklasse (mit mindestens 25 Einsätzen). Mit gerade einmal 81 Minuten pro Treffer führt er die Rangliste deutlich vor Gerd Müller (105 Minuten), Robert Lewandowski (112 Minuten) und dem ehemaligen Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang (119 Minuten) an.


Überzeugend in allen Belangen

Doch was bescherte Jovic in Frankfurt den Durchbruch? Nachdem früher seine fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor kritisiert wurde, lässt Luka mittlerweile nahezu keine Gelegenheit mehr aus. Dabei hilft ihm allen voran seine Beidfüßigkeit. Sein Abschluss mit links ist genauso präzise wie ein wuchtiger Distanzschuss mit dem rechten Fuß. Dadurch strahlt Jovic in Tornähe eine ständige Gefahr aus, die dazu führt, dass seine Gegenspieler ihn in Dauer-Beobachtung nehmen müssen. Denn wenn der serbische Nationalspieler einmal am Ball ist, ist es meist schon zu spät. Dafür agiert er mit dem Ball am Fuß zu dominant und hat eine zu starke Ballbehandlung. Zudem sind seine Ballannahme- und -mitnahme mit hohem Tempo für den Gegner nur schwer zu verteidigen. Da er gerne auf Steilpässe spekuliert und häufig an der Kante zum Abseits lauert, zieht er konstant die Aufmerksamkeit zweier Verteidiger auf sich und schafft so Räume für seine Mitspieler.

Doch damit nicht genug. Jovics Spiel ist von Vielseitigkeit geprägt. Er kann genauso gut aus der Tiefe des Raumes im Mittelfeld agieren und dann mit einer engen Ballführung per Dribbling Druck auf die Abwehrkette aufbauen, um anschließend mit einer dosierten Passschärfe und guter Passgenauigkeit seine Mitspieler zu finden. Seine Präsenz im Strafraum ist dadurch geprägt, dass er oft mit Spielverständnis glänzt. Wenn seine Mitspieler auf dem Flügel bis zur Grundlinie durchgebrochen sind, versteht Jovic es den Rückraum zu besetzen und von dort aus Tore wie in der Europa League gegen Marseille zu erzielen. Es muss aber nicht immer kraftvoll aus der Distanz sein. In 1-gegen-1-Situationen verfügt Luka über Abgeklärtheit und hat ein feines Ballgefühl, wie er mit seinem Lupfer gegen Lazio Rom unter Beweis gestellt hat. Zu guter Letzt ist er auch bei Flanken und Ecken eine Bedrohung, da er trotz seiner Größe von nur 1,81 Metern mit seiner Sprungkraft Luftduelle gewinnt, wie bei seinem fünften Treffer gegen Düsseldorf zum 7:1-Endstand.


Erfahrung sammeln und an Leistungskonstanz arbeiten

Jovic wirkt schon jetzt – im Alter von 20 Jahren – wie ein kompletter Stürmer. Er antizipiert in der Rückwärtsbewegung Passwege gut und ist somit der erste Verteidiger seiner Mannschaft. Einzig die Frage, ob er die Leistung der letzten Wochen bestätigen kann, steht noch im Raum. Es fehlt ihm eben noch die Erfahrung auf höchstem Niveau und eine gewisse Konstanz in seinen Leistungen, dies sollte das nächste Ziel sein.


Dann stehen ihm alle Türen offen und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Eintracht die kolportierte Kaufoption in Höhe von nur 12 Millionen Euro für den serbischen Youngster zieht. Mit seiner Vielseitigkeit hat sich Luka Jovic in den Fokus seines Trainers Adi Hütter gespielt und bietet das Komplettpaket – vor allem im Zusammenspiel mit seinen Sturm-Kollegen Sebastien Haller und Ante Rebic.