Praxishilfen

Hochdruckreiniger/Flüssigkeitsstrahler

1 Allgemeines
2 Gefährdungen
3 Allgemeine Schutzmaßnahmen
4 Persönliche Schutzausrüstung
5 Besondere Gefahren und Schutzmaßnahmen
6 Weitere Informationen


1 Allgemeines

Flüssigkeitsstrahler sind Maschinen oder Anlagen mit Spritzgeräten und Einrichtungen mit Düsen, bei denen die Flüssigkeit im freien Strahl mit sehr hohem Druck von 25 bis über 1000 bar austritt. Zum Vergleich: Ein PKW-Autoreifen ist mit etwa 2 bis 3 bar aufgepumpt.

Hochdruckreinigungsgerät

Hochdruckreinigungsgerät

Typische Einsatzgebiete sind das Reinigen von Behältern, Rohrleitungen, Wärmetauschern und sonstigen Anlagenteilen, aber auch die Kanalreinigung und Gebäudereinigung.

Darüber hinaus werden Flüssigkeitsstrahler zum Ausbringen von Reinigungs-, Desinfektions-, Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln eingesetzt.


2 Gefährdungen

Mitarbeiter mit Hochdruckreinigungsgerät

Bei Flüssigkeitsstrahlern gehen die wesentlichen Gefährdungen vom Flüssigkeitsstrahl aus. Die mit hohem Druck austretenden Flüssigkeiten haben eine gefährliche Schneidwirkung und können beim Auftreffen auf den ungeschützten Körper zu schweren, sogar tödlichen Verletzungen führen.

Bei Unfällen müssen im Krankenhaus die ins Gewebe eingedrungenen Stoffe schnell und vollständig entfernt werden. Eine sofortige Alarmierung des Rettungsdienstes deshalb auch bei kleinen Verletzungen dringend erforderlich.

Weitere Gefährdungen beim Arbeiten mit Flüssigkeitsstrahlern können z. B. verursacht werden durch:

  • Gefahrstoffe im Sprühnebel
  • Beim Flüssigkeitsstrahlen freigesetzte Gefahrstoffe des behandelten Gegenstandes, z. B. durch asbesthaltige, silikogene oder bleihaltige Stäube
  • Wegfliegende Teile des abgestrahlten Gegenstandes
  • Abgasemissionen von Flüssigkeitsstrahlern mit Verbrennungsmotor
  • Verbrühen durch heißen Dampf und heißem Wasser beim "Dampfstrahlen"
  • Berührung heißer Geräteteile des Flüssigkeitsstrahlers
  • Kontakt des Flüssigkeitsstrahls mit Strom führenden Teilen
  • Rückstoßkräfte von Spritzeinrichtungen
  • Reißen oder Platzen von Schläuchen durch Beschädigung, Alterung oder durch unzulässige Drucküberschreitung
  • Lärm
  • umkippende oder herabfallende Geräte beim Transport, z. B. beim Ausladen aus dem Fahrzeug
  • Wegrollen von Geräten auf Fahrgestellen

3 Allgemeine Schutzmaßnahmen

Mitarbeiter mit Hochdruckreinigungsgerät

  • Wesentliche Voraussetzungen für das sichere Arbeiten mit Flüssigkeitsstrahlern sind die Verwendung geeigneter Persönlicher Schutzausrüstung, eine klare und verständliche Unterweisung der Beschäftigten und eine detaillierte Betriebsanweisung.
  • Die vollständige Persönliche Schutzausrüstung muss auch bei kürzestem Einsatz des Hochdruckstrahlers benutzt werden.
  • Elektrisch betriebene Hochdruck-Reinigungsgeräte dürfen nur an besonders abgesicherten Steckdosen angeschlossen werden, z. B. Baustromverteiler mit RCD-(FI-)Schutzschalter.

Überprüfung eines Hochdruckreinigungsgerät auf sichtbare Mängel

  • Vor jeder Inbetriebnahme müssen Spritzpistole, Schlauchleitungen und Sicherheitseinrichtungen, z. B. Druck- und Temperaturanzeige, auf sichtbare Mängel überprüft werden. Es dürfen nur einwandfreie Schlauchleitungen und Spritzeinrichtungen verwendet werden.
  • Generell ist darauf zu achten, dass Schlauchleitungen und Spritzeinrichtungen für den Druck der Pumpe geeignet sind.
  • Schlauchleitungen nicht einklemmen, über scharfe Kanten führen oder mit Fahrzeugen überfahren. Schlingenbildung, Zug- oder Biegebeanspruchung vermeiden.
  • Geräte niemals mit der Schlauchleitung ziehen.
  • Abzughebel der Spritzpistole oder Fußschalter der Spritzeinrichtung während des Betriebes nicht feststellen.
  • Nicht von Leitern aus mit Hochdruck-Spritzeinrichtungen arbeiten, sondern z. B. von Gerüsten aus.
  • Hochdruckstrahl nie auf Personen richten.
  • Bei Arbeitsunterbrechung Spritzeinrichtung gegen unbeabsichtigtes Einschalten sichern.
  • Bei Düsenwechsel, vor Wartungsarbeiten sowie nach Beendigung der Arbeiten den Flüssigkeitsstrahler ausschalten. Nach dem Ausschlaten die Wasserzufuhr absperren und das System drucklos machen, zum Beispiel durch Betätigen des Abzugshebels der Spritzpistole.

4 Persönliche Schutzausrüstung

Persönliche Schutzausrüstung


5 Besondere Gefahren und Schutzmaßnahmen

Tödliche Arbeitsunfälle beim Reinigen von Rohren oder Wärmetauschern im eingebauten Zustand haben in der jüngeren Vergangenheit den hohen Gefährdungsgrad deutlich gemacht, der vom Reinigen mit "flexiblen Lanzen" ausgeht. Dabei befindet sich die Spritzeinrichtung (Düse) direkt an der Spitze der Schlauchleitung. Die Unfälle werden verursacht durch einen unbeabsichtigten, überraschenden Austritt der Düse aus dem Rohr und anschließendes unkontrolliertes Zurück-Schlagen des Schlauches.

Als Schutzmaßnahmen sind bei der Reinigung von Rohren und/oder Wärmetauschern mechanische Fangvorrichtungen für zurücklaufende Düsen einzusetzen; sie sind Stand der Technik und daher zu verwenden.


6 Weitere Informationen

Reinigungsarbeiten
Ätzende Flüssigkeiten






















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