Praxishilfen

Umgang mit Acetylenflaschen

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1 Gefahren
2 Verhalten nach Flammenrückschlägen bei Einzelflaschen
3 Weitere Informationen


1 Gefahren

Bei der Gasentnahme müssen Acetylenflaschen aufrecht stehen oder mit ihrem Ventil 40 cm höher als mit dem Flaschenfuß liegen, um das Mitreißen von flüssigem Aceton aus der Flasche zu vermeiden. Diese Forderung trifft nicht auf Acetylenflaschen mit hochporöser Masse, gekennzeichnet mit einem roten Farbring am Flaschenhals, zu. Um jede einzelne zum Betrieb angeschlossene Acetylenflasche muss ein Bereich von mindestens 1,00 m Radius von Zündquellen freigehalten werden.

Mit Druckminderer und Gasschlauch ausgerüstete Acetylenflasche

Eine mit Druckminderer und Gasschlauch ausgerüstete Acetylenflasche bezeichnet man auch als Acetyleneinzel-
flaschenanlage. Diese muss mit einer bauartzugelassenen Sicherheitseinrichtung gegen Gasrücktritt und Flammendurchschlag ausgerüstet sein, wenn das Verbrauchsgerät kein genormter Saugbrenner ist.

Für in der Werkstatt an festen Plätzen aufgestellte Acetylenflaschen ist in der Regel eine zusätzliche Sicherung nicht erforderlich. Die für das Schweißen auf Montage und an wechselnden Arbeitsplätzen benutzten Acetylenflaschengarnituren müssen dagegen alle mit einer solchen Sicherheitseinrichtung ausgerüstet sein.

Die Explosion einer Acetylenflasche kann eine verheerende Wirkung haben. Sie kann durch Acetylenzersetzung verursacht werden. Die Acetylenzersetzung kann eingeleitet werden durch:

  • Flammenrückschlag über angeschlossene Leitungen, etwa vom Brenner her,
  • äußere Erwärmung, zum Beispiel brennende Gegenstände in der Nähe der Flasche, an die Flasche gehängte heiße Schweißbrenner usw.,
  • Brand am Flaschen- oder Druckminderventil.

Eine Acetylenzersetzung hat begonnen, wenn

  • die Temperatur der Flaschenwand ohne äußere Einwirkung steigt,
  • die Flamme bei einem Brand am Ventil oder Druckminderer Verfärbungen aufweist bzw. Ruß oder Qualm innerhalb der Flamme erkennbar ist,
  • das ausströmende Gas Ruß oder Qualm mitführt bzw. einen abnormalen Geruch (stark nach Knoblauch) hat, wobei der Gasstrom meist ungleichmäßig ist.

Für Flaschen, die von außen durch unmittelbare Einwirkung von Feuer oder Wärmestrahlung erhitzt worden sind, besteht in jedem Fall die Gefahr einer Acetylenzersetzung.

Wird der Ventilbrand oder Gasaustritt plötzlich unterbrochen, liegt in den meisten Fällen eine Verstopfung und keine Entleerung vor. Es ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten, wie auch bei abrupten Änderungen des Ausströmgeräuschs. Ein drohendes Bersten wird am Flaschenmantel durch einen schnellen Temperaturanstieg angezeigt.

An verschmorenden Farbanstrichen mit Rauchentwicklung, starkem Verdunsten bzw. Verdampfen von Kühlwasser und Schlieren/Flimmern in der Luft sind hohe Temperaturen und deren Wärmestrahlung erkennbar.


2 Verhalten nach Flammenrückschlägen bei Einzelflaschen

Flaschenventil unverzüglich schließen. Bei länger brennenden Flaschen bzw. Flaschen, aus denen Gas ausströmt, das Flammen- bzw. Gasaustrittsbild nach folgenden Merkmalen beurteilen:

  • Flaschenventil schließen, wenn der Ventilbrand mit "sauberer Acetylenflamme" bzw. "Reingasaustritt" erfolgt und der Flaschenmantel kalt bleibt.
  • Kann ein brennendes Flaschenventil nicht mehr geschlossen werden, sollte die Flamme zur Vermeidung einer Raumexplosion nicht gelöscht werden.
  • Wenn nach längerem Brennen oder Ausströmen ein Zerfallsbrand bzw. ruß- oder qualmhaltiger Gasaustritt (Flaschenmantel erwärmt) zu beobachten ist, nicht mehr an die Flasche herangehen. Bereich sofort weitläufig räumen.

3 Weitere Informationen

Brandschutz bei Schweißarbeiten


























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