Praxishilfen

Verhalten bei Arbeitsunfällen

1 Allgemeines
2 Verhalten bei einem Unfall
3 Aufgaben/Pflichten der Beschäftigten
4 Aufgaben/Pflichten des Arbeitgebers/der Arbeitgeberin
5 Weitere Informationen


1 Allgemeines

Alle Beschäftigte sind bei Arbeitsunfällen und auf dem Weg zur und von der Arbeit sowie bei Berufskrankheiten bei der Berufsgenossenschaft versichert. Sie übernimmt die Kosten und sorgt für die betroffenen Beschäftigten im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen (ärztliche Versorgung, Heilbehandlung, Rehabilitation). Bei der Arbeitnehmerüberlassung ist die Berufsgenossenschaft des Zeitarbeitsunternehmens – in der Regel die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft – für die Beschäftigten zuständig.


2 Verhalten bei einem Unfall

Verletzte Personen müssen möglichst schnell gut versorgt werden. Das ist nur möglich, wenn alle Beschäftigten über den Ablauf der Rettungskette und die notwendigen Notfallmaßnahmen informiert sind.

Rettungskette
Rettungskette

Die Rettungskette muss lückenlos vom Ersthelfer/von der Ersthelferin über die Rettungsdienstversorgung vor Ort, den Transport in das Krankenhaus bis hin zu einer fachgerechten Versorgung und Heilbehandlung im Krankenhaus funktionieren. Hierzu zählt auch, dass die passenden Mittel zur Ersten Hilfe vorgehalten und Informationen über das Unfallgeschehen sowie involvierte Stoffe und Geräte an den Rettungsdienst weitergegeben werden.

Beschäftigte müssen Folgendes wissen:

  • Wer ist Ersthelfer/Ersthelferin?
  • Wo ist der nächste Verbandkasten?
  • Wo kann der nächste Notruf abgesetzt werden? (Telefon und Rettungsdienstnummer)
  • Welcher Arzt, welche Ärztin oder welches Krankenhaus muss aufgesucht werden?
  • Wer ist zu benachrichtigen?
  • Welche Informationen benötigen Rettungsdienst und Krankenhaus/Arzt oder Ärztin?

Bei einem Notfall sollte wie folgt vorgegangen werden:

  1. Die Unfallstelle absichern (z. B. Maschinen abstellen, Ventile schließen etc.).
  2. Hilfe holen (z. B. Ersthelfer/Ersthelferin, Rettungsdienst etc.) und Kollegen oder Kolleginnen, welche noch gefährdet sein können, alarmieren.
  3. Verletzte retten und erstversorgen.

Die verletzte Person soll eine Verletzung sofort fachkundig versorgen lassen; die fachkundige Versorgung beginnt mit der Ersten Hilfe.

Fachkundige Versorgung eines Verletzten

Was besonders zu beachten ist:

  • Medikamente dürfen grundsätzlich nur vom Arzt oder von der Ärztin verabreicht werden. Die Erste Hilfe muss sich auf die Wundversorgung und andere, in der Ersthelfer-Ausbildung geübte Maßnahmen beschränken. Sind eventuell Medikamente notwendig (auch/sogar Kreislauftropfen o. Ä.), sollten diese aus haftungsrechtlichen und fachlichen Gründen von einem Arzt oder einer Ärztin verabreicht werden, denn nur diese können mit ihrem Fachwissen über die Art und Dosierung der Medikamente entscheiden und auch die Verantwortung übernehmen.
  • Der Transport zu einer ärztlichen Praxis oder in ein Krankenhaus sollte wegen der durchgängigen medizinischen Betreuung und aus Haftungsgründen vom Rettungsdienst oder einem anderen Krankentransport durchgeführt werden.

3 Aufgaben/Pflichten der Beschäftigten

Mitarbeiter im Telefongespräch

  • Der Vorgesetzte/die Vorgesetzte im Kundenbetriebs muss umgehend informiert werden.
  • Der Ansprechpartner/die Ansprechpartnerin und der/die Vorgesetzte beim Arbeitgeber/bei der Arbeitgeberin (Zeitarbeitsunternehmen) muss ebenfalls informiert werden.
  • Die verletzte Person sowie mögliche Zeugen oder Zeuginnen müssen bei der Klärung des Unfallherganges mitwirken und die Führungskräfte bei der Klärung des Unfallherganges unterstützen.

Transport eines Verletzten durch Sanitäter


4 Aufgaben/Pflichten des Arbeitgebers/der Arbeitgeberin

  • Erste Hilfe bereitstellen und ärztliche Versorgung ermöglichen.
  • Bei Ausfall von mehr als 3 Tagen den Unfall der Berufsgenossenschaft und dem Gewerbeaufsichtsamt melden.
  • Bei tödlichen, besonders schweren Unfällen und Massenunfällen (mehrere Personen) den Unfall sofort melden (z. B. telefonisch oder per Fax).
  • Eine Unfalluntersuchung durchführen und geeignete Maßnahmen zur Vermeidung ähnlicher Unfälle treffen.
  • Dafür sorgen, dass Unfälle mit weniger als 3 Tagen Ausfallzeit ordnungsgemäß dokumentiert werden (z. B. Verbandbuch).

5 Weitere Informationen

Betriebliche Notfallorganisation
Handeln im Notfall
Sofortmaßnahmen bei Unfällen mit elektrischem Strom
Sofortmaßnahmen bei Unfällen mit Gefahrstoffen
























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