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VBG - Ihre gesetzliche Unfallversicherung (Link zur Startseite)

Bereichsmenu Jahresbericht

Vorwort

v.l.n.r. Volker Enkerts, Angelika Hölscher, Jürgen Waßmann

Sehr geehrte Damen und Herren,

im April 2015 hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales das Grünbuch Arbeiten 4.0 vorgestellt. Auch für die gesetzliche Unfallversicherung VBG sind die Digitalisierung und der Wandel der Arbeitswelt entscheidende Themen. Nicht nur unsere Prozesse ändern sich, sondern auch die Arbeitsbedingungen in vielen VBG-Mitgliedsunternehmen: Mobiles Arbeiten, Telearbeit und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind einige der Stichworte. Seit knapp 130 Jahren gibt es die gesetzliche Unfallversicherung. Wir haben es dabei gemeinsam stets geschafft, die Unfallversicherung immer wieder der sich wandelnden Arbeitswelt anzupassen. Auch bei Fragen der Digitalisierung und ihren Auswirkungen auf die Arbeit stehen wir als verlässlicher Partner an der Seite unserer Mitgliedsunternehmen und unserer Versicherten.

Die Integration der geflüchteten Menschen aus Syrien und anderen Krisengebieten der Welt fordert auch die VBG. Wir prämieren Zeitarbeitsunternehmen, die ihren Beschäftigten Deutschkurse anbieten. Denn wer versteht, kann auf sich und andere achtgeben. Die Sicherungsdienstleister in Deutschland, die Mitglied bei der VBG sind, haben hohe Mitarbeiterzuwächse, weil der Schutz von Menschen und Gebäuden derzeit Hochkonjunktur hat. Auch die ehrenamtliche Arbeit der Kirchen und vieler anderer Organisationen in der Hilfe für Geflüchtete hat Auswirkungen auf die VBG. Gleichzeitig arbeitet die VBG an der effizienten Erledigung ihrer Kernaufgaben: Prävention und Rehabilitation von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. Mit dem Jahresbericht dokumentieren wir die wichtigsten Ergebnisse.

Präventionsanstrengungen wie Arbeitsschutzmanagementsysteme (AMS) lohnen sich für Unternehmen auch finanziell. Das belegt eine Studie der VBG aus dem letzten Jahr. Das Forschungsprojekt befasste sich mit dem Verhältnis von Kosten und Nutzen von Arbeitsschutzmanagementsystemen. Verglichen wurden 81 Unternehmen mit einem von der VBG begutachteten AMS und 180 Unternehmen ohne AMS. Das Ergebnis: Für jeden in Prävention investierten Euro ergibt sich für das Unternehmen ein Nutzen von 2,30 Euro.

Allein 2015 händigte die VBG bundesweit knapp 80 AMS-Bescheinigungen an Unternehmen aus, die Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz systematisch organisieren und die betrieblichen Abläufe dadurch verbessern.

Neu eingeführt haben wir 2015 das VBG-Prämienverfahren. Es steht den Branchen offen, deren Unfallquoten und Unfalllasten mindestens 50 Prozent über dem VBG-Durchschnitt liegen. Mit einer Prämie belohnen wir die Mitgliedsunternehmen, die beim Arbeitsschutz über ihre Verpflichtung hinaus noch in bestimmte Präventionsmaßnahmen investieren. Im Geschäftsjahr 2015, also dem ersten Jahr des Prämienverfahrens, zeigte sich bereits der Erfolg: Mehr als 400 Prämienanträge erreichten die VBG. Insgesamt eine Million Euro an Prämien hat die VBG schließlich an die teilnehmenden Unternehmen ausgezahlt. Diese hatten 2015 rund 2,5 Millionen Euro in entsprechende unfallverhütende Maßnahmen investiert.

Prävention lohnt sich also in jedem Fall. Damit wir unsere Mitgliedsunternehmen individuell beraten können, bedarf es einer effizienten und zielgerichteten Strategie. Deshalb hat die VBG im Jahr 2015 ein neues Präventionskonzept erarbeitet, Schwerpunktbranchen neu definiert und passgenaue Marketingpläne erstellt. 

Sollte es dennoch zu einem Arbeitsunfall kommen, kümmern wir uns gezielt um die Patienten und Patientinnen. Die Reha-Managerinnen und Reha-Manager sind während der gesamten Rehabilitation die zentralen Ansprechpersonen und erstellen zusammen mit den behandelnden Ärzten individuelle Rehabilitations-Pläne. Das im Frühjahr 2015 erschienene VBG-Fachbuch „Standards für Heilverfahren und Rehabilitation“ unterstützt die tägliche Arbeit von Medizinerinnen und Medizinern sowie von Unfallversicherungsträgern. Es ist in Kooperation mit ausgewiesenen Expertinnen und Experten entstanden. Ziel ist es, nach einem Unfall die Teilhabe unserer Versicherten am Arbeitsleben und am Leben in der Gemeinschaft sicherzustellen.

Mit unserem Konzept Reha 3.0, das 2015 verabschiedet wurde, setzen wir die Ziele der UN-Behindertenrechtskonvention um. Das Erreichen tatsächlicher, umfassender und nachhaltiger Teilhabe und die volle Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen in alle Aspekte des Lebens ist die Herausforderung, der wir uns mit Reha 3.0 stellen. Für unser Konzept haben wir von der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS) ein Zertifikat mit Auszeichnung erhalten. Wir verfolgen einen personenzentrierten, ganzheitlichen und transparenten Ansatz, der die individuellen Bedarfe berücksichtigt und das Selbstbestimmungsrecht achtet.

Wer sich im Falle einer Behinderung oder einer gesundheitlichen Einschränkung nicht sicher ist, an wen er sich mit seinen Fragen wenden soll, für den ist eine Gemeinsame Servicestelle für Rehabilitation (GSS) der VBG die richtige Anlaufstelle.

2015 haben wir damit begonnen, in allen VBG-Bezirksverwaltungen eine solche Anlaufstelle einzurichten. Diese örtlichen Beratungsbüros klären alle Anliegen rund um das Thema Rehabilitation und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Bürgerinnen und Bürger können sich hier beraten lassen und erfahren, welcher Versicherungsträger für ihr Thema zuständig ist.

Ein weiterer Höhepunkt war die Neuausrichtung des VBG-Kundenmagazins. Unter dem Namen Certo ist ein modernes Kundenmagazin entstanden, das jetzt auch komfortabel online (www.certo-app.de) gelesen werden kann – eine kostenbewusste Alternative zur gedruckten Ausgabe. Über die Bestätigung des neuen Konzepts durch unsere Leserinnen und Leser im Rahmen einer Online-Befragung und die Auszeichnung Gold beim Best of Content Marketing Award in der Kategorie App haben wir uns besonders gefreut. 

Der Jahresbericht ist für uns jedes Jahr Anlass, Sie über die VBG-Projekte auf dem Laufenden zu halten. Natürlich sind Sie auch jederzeit herzlich dazu eingeladen, sich auf unserer Webseite www.vbg.de über aktuelle Entwicklungen zu informieren.

Engagierte und qualifizierte Beschäftigte sind der Schlüssel für unseren Erfolg. Unser Dank gilt allen VBG-Mitarbeiterinnen und –Mitarbeitern für ihre Leistungen und ihren Einsatz.

Mit den besten Wünschen für eine sichere Zukunft

Ihre

Volker Enkerts, Vorsitzender des Vorstands

Jürgen Waßmann, alternierender Vorsitzender des Vorstands

Angelika Hölscher, Vorsitzende der Geschäftsführung

Hamburg, 01. Juli 2016

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