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Gefährdungsbeurteilung – So geht’s

Warum die Gefährdungsbeurteilung wichtig ist

Die Gefährdungsbeurteilung unterstützt als Verfahren das Ziel im Arbeitsschutz Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten zu gewährleisten und zu verbessern. Das Arbeitsschutzgesetz und weitere Rechtsvorschriften verpflichten Unternehmen, die Gefährdungsbeurteilung durchzuführen und erforderliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Der Nutzen für das Unternehmen geht aber weit über die Erfüllung der gesetzlichen Verpflichtungen hinaus: Die Gefährdungsbeurteilung ist ein Führungsinstrument für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess mit dem durch eine gute Präventionskultur und Gesundheitskompetenz im Unternehmen auch die Unternehmensproduktivität verbessert werden kann.

Den Begriff „Gefährdungsbeurteilung“ verstehen wir auf diesen Internetseiten prozessbezogen als systematische Ermittlung und Bewertung von Gefährdungen und Belastungen bei Arbeitstätigkeiten, das Festlegen geeigneter Arbeitsschutzmaßnahmen, deren Umsetzung im Betrieb, die Wirksamkeitskontrolle der getroffenen Maßnahmen sowie die prozessbegleitende Dokumentation.

Rechtsgrundlagen

Die Pflicht zur Durchführung und Dokumentation von Gefährdungsbeurteilungen ist in den Paragrafen 5 und 6 des Arbeitsschutzgesetzes und in mehreren Verordnungen, zum Beispiel in der Arbeitsstättenverordnung, Betriebssicherheitsverordnung, Gefahrstoffverordnung und anderen sowie in der Unfallverhütungsvorschrift „Grundsätze der Prävention“ (DGUV Vorschrift 1) festgeschrieben.

Im Jahr 2013 wurde im § 5 des Arbeitsschutzgesetzes die Gefährdung durch psychische Belastungen in die Liste der Gefährdungen aufgenommen. Psychische Belastungen und Gefährdungen resultieren aus allen relevanten Einwirkungen und Gefährdungsfaktoren. Sie stehen also immer im Zusammenhang mit den anderen Gefährdungen im Betrieb .

Verantwortliche und Beteiligte

Verantwortlich für die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung ist grundsätzlich die Unternehmensleitung. Sie kann diese Aufgabe delegieren, zum Beispiel an Führungskräfte des Unternehmens, bleibt jedoch für die korrekte Durchführung und wirksame Umsetzung der Arbeitsschutzmaßnahmen verantwortlich.

Meistens beteiligen sich folgende Personen an der Gefährdungsbeurteilung:

  • Führungskräfte (verantwortlich für die Durchführung)
  • Fachkräfte für Arbeitssicherheit (Beratung und Unterstützung)
  • Betriebsärztinnen und -ärzte (Beratung und Unterstützung)
  • Betriebsräte (Mitbestimmungsrecht)
  • Sicherheitsbeauftragte (Informationsermittlung und Prozessbegleitung)
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Informationsbereitstellung und Unterstützung)
  • Externe Arbeitsschutzfachleute (Beratung und Unterstützung)

Wichtig ist insbesondere die Einbeziehung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Sicherheitsbeauftragten, da diese als unmittelbar Betroffene die Gefährdungen und Belastungen im betrieblichen Alltag am besten kennen.

Anlässe für die Gefährdungsbeurteilung

Grundsätzlich muss für jeden Arbeitsplatz vor Aufnahme der Tätigkeit eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden. Diese muss regelmäßig überprüft und gegebenenfalls aktualisiert werden.

Es gibt keine rechtlich bindenden Vorgaben für die Aktualisierungsintervalle. Wenn keine besonderen Anlässe Anpassungen der Gefährdungsbeurteilung erfordern, haben sich in der Praxis für Mitgliedsbetriebe der VBG Zeiträume von drei bis fünf Jahren zwischen den Überprüfungen bewährt (siehe DGUV Vorschrift 2 Anlage 1).

Die Gefährdungsbeurteilung muss angepasst werden, wenn sich die Arbeitsbedingungen ändern. Unabhängig davon sind Aktualisierungen insbesondere bei folgenden Anlässen notwendig:

  • Verwendung neuer Arbeitsstoffe
  • Veränderung von Arbeitsmitteln und Maschinen
  • Änderungen von Arbeitsbereichen und Verkehrswegen
  • Änderungen von Arbeitsverfahren und Tätigkeiten
  • Änderungen der Arbeitsorganisation
  • Auftreten von Unfällen, arbeitsbedingten Erkrankungen und Berufskrankheiten
  • Auftreten von Belastungen und Beschwerden
  • Änderungen von Vorschriften
  • ... 

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