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Indirekte Steuerung/Führen über Ziele

Vier Büroangestellte in einem modernen Büro diskutieren stehend

Indirekte Steuerung: Empirische Ergebnisse

Erstes Forschungsergebnis zur indirekten Steuerung

Seit etwa zwei Jahrzehnten wandelt sich Führung im Unternehmen. Globalisierung und Digitalisierung sind wichtige Treiber der Veränderung und haben diese in den vergangenen Jahren stark beschleunigt. Flexible Arbeitsabläufe, die sich durch eine hohe Dynamik und Komplexität auszeichnen, sind das Resultat. Diese veränderten Arbeitsprozesse erfordern eine neue Art der Führung: Unternehmen befinden sich im Wandel von direkter zu indirekter Steuerung. Diese konzentriert sich vor allem auf das Erreichen von gesetzten Zielen und Kennzahlen. Hierfür übertragen Führungskräfte stärker als bisher Verantwortung auf ihre Beschäftigten.

Die fünf Kernmerkmale indirekter Steuerung sind:

  1. Vorgesetzte führen über Ziele
  2. Vorgesetzte übertragen die Verantwortung für die Zielerreichung auf Beschäftigte aller Hierarchieebenen. Zugleich räumen sie den Beschäftigten Freiheiten ein, auf welchem Weg sie ihre Ziele erreichen (z.B. Einteilung von Arbeitspaketen)
  3. Ziele sind Indikatoren für unternehmerischen Erfolg
  4. Beschäftigte erhalten systematische Rückmeldungen zum Zielerreichungsgrad
  5. Vorgesetzte betreiben Benchmarking anhand von Kennzahlen

Ziele als wichtige Stellschraube

Die VBG hat zu diesem Thema ein Team der Fachhochschule Nordwestschweiz mit einer Studie beauftragt. Die Leitung hatte Prof. Dr. Andreas Krause, Professor und Dozent für Angewandte Psychologie, Studiengangsleiter CAS Betriebliches Gesundheitsmanagement. Das Ergebnis: Gute indirekte Steuerung beziehungsweise Führung über Ziele bietet viele Chancen, unter anderem zufriedene Beschäftigte durch eine hohe Autonomie in der eigenen Arbeit.

Dr. Susanne Roscher, Projektleiterin von „Mitdenken 4.0“ und leitende Arbeitspsychologin der VBG, fasst das Ergebnis zusammen: „Gute indirekte Steuerung mit Führung über Ziele bietet viele Chancen und erhöht die Zufriedenheit der Beschäftigten durch eine hohe Autonomie in der eigenen Arbeit. In unserer Beratung erleben wir immer wieder, dass Führung über Ziele auch unerwünschte Nebenwirkungen haben kann. Wenn diese zu starr gesetzt werden und Kennzahlensysteme zu wenige Handlungsspielräume bieten, sinken Produktivität, Arbeitsqualität und Motivation.“

Das Bemühen, die gesetzten Ziele zu erreichen, geht oftmals auch mit einer Gefährdung der eigenen Gesundheit bei den Beschäftigten einher. Folgende Verhaltensweisen sind typisch für dieses Phänomen:

  • Ausdehnen der Arbeitszeit
  • Intensivieren der Arbeit
  • Präsentismus im Krankheitsfall
  • Vortäuschen von beruflichem Erfolg
  • Senken der fachlichen Qualität zugunsten des ökonomischen Erfolgs
  • Umgehen von Schutz- und Sicherheitsstandards
  • Vermehrter Substanzkonsum zur Leistungssteigerung oder Erholung

Frühwarnsysteme nutzen

Damit sich derartiges Verhalten nicht verfestigt, gilt es, vorhandene Frühwarnsysteme (etwa Gefährdungsbeurteilungen) zu nutzen und die bekannten Merkmale so zu gestalten, dass sie die Gesundheit nicht beeinträchtigen. Ein sehr vielversprechender Ansatzpunkt – neben mehreren anderen – ist die Gestaltung der Ziele. Diese beeinflussen das Verhalten der Führungskräfte und Beschäftigten maßgeblich und sind somit eine wichtige Stellschraube, um indirekte Steuerung gesundheitsförderlich zu gestalten.

Die VBG hat zu diesem Thema ein Faktenblatt entwickelt, das wertvolle Hinweise liefert, wie sich indirekte Führung gut gestalten lässt.

Faktenblatt:
Gesund erfolgsorientiert arbeiten – Chancen nutzen, Risiken vermeiden

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