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Gefahrstoffe sicher aufbewahren und nutzen

Reinigungsmittel werden in mit Gefahrstoffsymbolen versehenen Kanistern auf einer Palette transportiert

Broschüre

Gefahrstoffe sicher lagern

Warum die Kennzeichnung und regelrechte Handhabung von Gefahrstoffen wichtig sind

Was sind Gefahrstoffe?

Als Gefahrstoffe werden Stoffe und Stoffgemische bezeichnet, die für Menschen gesundheitsschädlich sind. Sie treten in fester, flüssiger oder gasförmiger Form auf und können durch Einatmen, Verschlucken oder durch Haut- sowie Augenkontakt in den menschlichen Körper gelangen. Gefahrstoffe gefährden die Gesundheit und haben im schlimmsten Fall tödliche Folgen. Deshalb ist ein sicherer und verantwortungsvoller Umgang mit Gefahrstoffen notwendig. Die Aufgabe von Sicherheitsbeauftragten ist es, für deren Kennzeichnung, sichere Aufbewahrung und ordnungsgemäße Handhabung durch die Beschäftigten zu sorgen.

Die gefährlichen Stoffe und Stoffgemische haben eine oder mehrere der nachfolgenden Eigenschaften:

  • sehr giftig
  • giftig
  • gesundheitsschädlich
  • ätzend
  • reizend
  • sensibilisierend
  • explosionsgefährlich
  • brandfördernd
  • hoch entzündlich
  • leicht entzündlich
  • entzündlich
  • krebserzeugend
  • fortpflanzungsgefährdend
  • erbgutverändernd
  • umweltgefährlich

Zu den Gefahrstoffen zählen ebenfalls Stoffe, deren Verwendung gefährliche Stoffe erzeugt. So zum Beispiel Schweißrauche, die beim Schweißen legierter Stähle entstehen oder Verbrennungsrückstände (Rußpartikel) aus Dieselmotoren.


Wie Sie Gefahrstoffe vorschriftsmäßig kennzeichnen

Arbeitsplätze

Kennzeichnen Sie stets alle Arbeitsplätze, an denen mit Gefahrstoffen umgegangen wird durch

  • Warnschilder mit Hinweisen auf die Gefahren
  • Gebotsschilder für die erforderlichen persönlichen Schutzausrüstungen
  • Verbotsschilder, die beispielsweise das Rauchen oder den Zutritt für Unbefugte verbieten sowie
  • Hinweisschilder, zum Beispiel zur Ersten Hilfe oder zum Verhalten bei Störfällen.

Siehe auch Unfallverhütungsvorschrift "Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung " (ASR A1.3). 

Behälter und Verpackungen

Lassen Sie Verpackungen, Behälter und Gefäße mit Gefahrenbezeichnungen und den zugehörigen Gefahrensymbolen versehen, um Gefahrstoffe kenntlich zu machen. Jede Kennzeichnung muss mindestens folgende Informationen enthalten:

  • Stoffbezeichnung
  • Gefahrensymbole
  • Gefahren- und Sicherheitshinweise
  • Angaben zum Hersteller (Anschrift, Tel.-Nr.)

Stellen Sie zudem sicher, dass Gefahrstoffe von den Beschäftigten nur in begrenzten Mengen am Arbeitsplatz aufbewahrt werden. Der vorgeschriebene Richtwert besagt: Nur so viel zu verwenden, wie für den Fortlauf der Arbeit (maximal jedoch für den Bedarf einer Arbeitsschicht) nötig ist.


Geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen

Gefährdungsbeurteilung

Ermitteln Sie immer vor der Verwendung von Gefahrstoffen die möglichen Gefährdungen mittels einer Gefährdungsbeurteilung und treffen Sie anschließend die erforderlichen Schutzmaßnahmen. Diese sind in der folgenden Reihenfolge umzusetzen:

  1. Ersatzstoffprüfung
  2. technische Schutzmaßnahmen
  3. organisatorische Schutzmaßnahmen und personenbezogene Schutzmaßnahmen

Ersatzstoffprüfung

Ziel einer Ersatzstoffprüfung ist zu ermitteln, ob sich verwendete Gefahrstoffe durch ungefährliche oder weniger gefährliche Stoffe ersetzen lassen.

So können Sie beispielsweise bei

  • Lackierarbeiten lösemittelhaltige Lacke gegen Wasserlacke
  • Reinigungsarbeiten lösemittelhaltige Reinigungsmittel gegen Produkte auf Wasserbasis

austauschen.

Technische Schutzmaßnahmen

Ist ein Austausch der Gefahrstoffe nicht möglich, treffen Sie entsprechende technische Schutzmaßnahmen wie die

  • Verwendung geschlossener Anlagen und Apparaturen, zum Beispiel für Reinigungsarbeiten
  • Absaugung von Dämpfen, Stäuben oder Rauchen (z. B. Verwendung einer Schweißrauchabsaugung)
  • Be- und Entlüftung der Arbeitsräume.

Derartige Einrichtungen sind laufend auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen.

Organisatorische Schutzmaßnahmen

Wenn sich mögliche Gefährdungen durch technische Schutzmaßnahmen nicht komplett beseitigen lassen, müssen Sie außerdem organisatorische Schutzmaßnahmen ergreifen:

  • durch Messungen prüfen, ob zulässige Grenzwerte eingehalten werden
  • Beschäftigungsbeschränkungen für gefährdete Personen (wie Jugendliche und Schwangere) aufstellen
  • Betriebsanweisungen:
    Legen Sie gemeinsam mit anderen Verantwortlichen in schriftlichen Betriebsanweisungen fest, was Ihre Kolleginnen und Kollegen für den sicheren Umgang mit Gefahrstoffen beachten müssen. Geben Sie darin an, welche persönlichen Schutzausrüstungen nötig sind und welche Erste-Hilfe-Maßnahmen im Ernstfall in Betracht kommen.
  • Mengenbegrenzung (siehe Absatz „Behälter und Verpackungen“)

Personenbezogene Schutzmaßnahmen

Sollten die Beschäftigten trotz technischer und organisatorischer Schutzmaßnahmen restlichen Gefährdungen ausgesetzt sein, müssen sie sich durch Persönliche Schutzausrüstungen (PSA) schützen. Dazu zählen unter anderem Atemschutz, Schutzhandschuhe, Augen- und Gesichtsschutz und Schutzkleidung. Gehen Sie in Ihrer Vorbildfunktion mit gutem Beispiel voran und regen Sie so Ihre Kollegen dazu an, die persönliche Schutzausrüstung stets zu nutzen.

Keine Lebensmittelgefäße benutzen

Achten Sie darauf, dass Betriebsangehörige für Gefahrstoffe ausschließlich geeignete Gefäße verwenden. Diese müssen aufgrund ihrer Form und ihres Aussehens deutlich von Lebensmittelgefäßen (wie Limonaden- oder Milchflaschen) zu unterscheiden sein.

Ballons, Fässer und Behälter sicher entleeren

Wenn Ballons, Fässer oder andere Behälter von ätzenden Stoffen, Säuren, Laugen und anderen Gefahrstoffen entleert werden, müssen Beschäftigte die dafür bestimmten Vorrichtungen (etwa Ballonkipper, Heber, Pumpen) benutzen. Auf keinen Fall dürfen sie solche Flüssigkeiten mit dem Mund ansaugen! Versehentlich verschüttete Gefahrstoffe, sind sofort und unter Beachtung der Hinweise auf der Betriebsanweisung oder dem Sicherheitsdatenblatt zu beseitigen.


Arbeitsmedizinische Vorsorge und Hygiene

In bestimmten Fällen ist beim Umgang mit Gefahrstoffen eine gesundheitliche Überwachung der Beschäftigten durch arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen vorgeschrieben. Prüfen Sie, ob dies in Ihrem Unternehmen zutrifft. Weisen Sie die Beschäftigten auf die Körperreinigung, Verwendung von Hautschutzmitteln und das Ess- und Trinkverbot in Arbeitsräumen, in denen mit Gefahrstoffen gearbeitet wird, hin.

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