Navigation und Service

VBG - Ihre gesetzliche Unfallversicherung (Link zur Startseite)

Bereichsmenu Wildtierhaltung

Anforderungen an Verriegelungssysteme im Zoo

Bedienungs- und Verrieglungseinheit am Zugang eines Außengeheges

Broschüre

Anforderungen an Verriegelungseinrichtungen in Gehegen der Sicherheitsstufe III

Hinweise zur Planung, Umsetzung und Wirkungsweise in Gehegen

In Gehegen der Sicherheitsstufe III können Zwangsverrie­gelungen zum Beispiel als Ergebnis einer Gefährdungsbe­urteilung notwendig sein. Dies ist von den folgenden Faktoren abhängig:

  • Lage, Ausdehnung und Gestaltung des Gehegekomple­xes
  • Eigenarten des Tierbestandes
  • Besonderheiten im betrieblichen Ablauf.

Mit Hilfe von Zwangsverrie­gelungen soll sichergestellt werden, dass vor dem Betreten eines Geheges alle zugehörigen Schieber geschlossen sind und es zu keinem unbeabsichtigten Kontakt mit einem besonders gefähr­lichen Tier kommt.


Planung

Wer Zwangsverrie­gelungen als Sicherheitsmaßnahme verwendet, sollte bei der Planung alle zu erwartenden Arbeitsabläufe oder Betriebszustände berücksichtigen. Dazu zählen beispielsweise Wartungsarbei­ten oder Reparaturarbeiten an Schiebern, Rundläufe zwischen den Gehegen und Änderungen des Tierbestandes. Beachten Sie außerdem die unterschiedlichen Schließungsberechtigungen für Personengruppen.

Auch im Störungsfall muss ein sicherer Zustand der Schließanlage gewährleistet sein. Deswegen sind alle Leitungen tiersicher zu verlegen und Systemkomponenten zu wählen, die gegen äußere Einwirkung (etwa durch Tierurin) absolut resistent sind.

Halten sich Beschäftigte im Gehege auf, muss ein unbeabsichtigtes Öffnen der Schieber zu angrenzenden Gehegen ausgeschlossen werden. Achten Sie vor allem beim Aufenthalt in großen, unübersichtlichen Anlagen auf die Persönliche Sicherung. Bei unmittelbarer erheblicher Gefahr für die Mitarbeiter müssen diese den Arbeitsbereich unverzüglich verlassen sowie Helferinnen und Helfer das Gehege betreten können.


Umsetzung

Zwangsverrie­gelungen ermöglichen die gegenseitige Verriegelung von Gehegetüren und Schiebern und können wie folgt realisiert werden: 

  1. Schutzkonzept auf Basis einer Sicherheits-SPS (Spei­cherprogrammierbare Steuerung) mit Stellungsüberwa­chung und Zuhaltungen an den Schiebern und Gehege­türen
  2. Schutzkonzept mit Schlüsseltransfersystem (rein me­chanisch oder elektromechanisch)
  3. Schutzkonzept auf Basis einer Sicherheits-SPS mit Stel­lungsüberwachung und Zuhaltungen an den Schiebern und Türen in Kombination mit einem Schlüsseltransfer­system (Kombination aus Variante 1. und 2.)
  4. Schutzkonzept mit Systemen, die ein vergleichbares Schutzniveau wie die Varianten 1. bis 3. erreichen und die die grundlegenden Sicherheitsanforderungen erfül­len (das vergleichbare Schutzniveau ist im Einzelfall nachzuweisen)


Wirkungsweise

Mittels der Zwangsverrie­gelung soll das Risiko eines unbeabsichtigten Kontakts zwischen Mensch und gefährlichem beziehungsweise besonders gefähr­lichem Tier verhindert werden. (siehe Abbildung) Bei diesem Verrie­gelungsprinzip wird beispielsweise eine Gehegetür mit bestimmten Schiebern gekoppelt und kann nur dann geöffnet werden, wenn die dazugehörigen Schieber verschlossen, gesichert und verriegelt sind. Allerdings entbindet die Zwangsverrie­gelung das Tierpflegeper­sonal nicht von der Pflicht, sich vor dem Betreten des Geheges zu vergewissern, ob sich Tiere darin aufhalten.

Bei einem Schutzkonzept auf Basis einer Sicherheits-SPS (Spei­cherprogrammierbare Steuerung) übernimmt diese die Verarbeitung der sicherheitsgerech­ten Signale von den Stellungsüberwachungen und Zuhal­tungen der Schieber und Gehegetüren. Als ergänzende Schutzmaßnahme dient häufig ein Bildschirm, um die Anwesenheit der Tiere im Innengehege ein zweites Mal überprüfen zu können.

Eine weitere Variante der Zwangsverrie­gelung ist das Mechanische Schlüsseltransfersystem. Dieses lässt die Entnahme eines Gehegeschlüssels nur zu, wenn alle dem Gehege zugeordneten Schieberschlüs­sel eingesteckt sind. Optional kann die Schlüsselwechselstation mit einem zusätzlichen Quittierschlüssel ausgestattet sein. Damit quittieren die Tierpflegerinnen und Tierpfleger, dass alle Tiere tatsächlich abgeschiebert wurden.

Diese Seite

RSS