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Erfüllen der Organisationsaufgaben

Mann arbeitet konzentriert inmitten einer Baustelle an einer Planungsaufgabe

Broschüre

DGUV Vorschrift 2 - Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit

Erfüllen der Organisationsaufgaben aus dem Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG)

Jedes Unternehmen muss sicherheitstechnisch und arbeitsmedizinisch betreut werden. Je nach Beschäftigtenzahl ergeben sich unterschiedliche Möglichkeiten der Betreuung:

  • Regelbetreuung in Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten
  • Regelbetreuung in Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten
  • Unternehmermodell – mit weniger als 30 beziehungsweise 50 Beschäftigten.
  • Regelbetreuung
    • Der Begriff Regelbetreuung bedeutet dabei, dass im Unternehmen eine Betriebsärztin oder ein Betriebsarzt sowie eine Fachkraft für Arbeitssicherheit bestellt sind, oder ein Vertrag mit einem externen arbeitsmedizinischen oder sicherheitstechnischen Dienst besteht. Die Betriebsärztin oder der Betriebsarzt und die Fachkraft für Arbeitssicherheit müssen die erforderliche Sachkunde aufweisen. Ihre Aufgaben sind schriftlich festzuhalten. Die Betriebsärztinnen und -ärzte sowie die Fachkräfte für Arbeitssicherheit unterstützen und beraten die Unternehmerin beziehungsweise den Unternehmer, in allen Fragen zu Sicherheit und Gesundheit und helfen das Werkzeug „Gefährdungsbeurteilung“ wirkungsvoll einzusetzen.

      Die Einsatzzeiten legen die Unternehmen grundsätzlich eigenverantwortlich anhand eines Verfahrens zur Ermittlung des Betreuungsbedarfs fest. Dieses Verfahren ist im Einzelnen in der DGUV Vorschrift 2 geregelt . Die Mitarbeitervertretung hat hierbei ein Mitspracherecht.

      Die vorgeschriebene Gesamtbetreuung ist aufgeteilt in eine „Grundbetreuung“ und eine „betriebsspezifische Betreuung“. Der Umfang der „Grundbetreuung“ hängt ab vom Gefährdungspotenzial der Branche, zu der das Unternehmen gehört (WZ 2008 Kode). Hierzu sind drei Betreuungsgruppen definiert, denen eine Jahreseinsatzzeit pro Beschäftigtem beziehungsweise Beschäftigter zugeordnet ist. So gehört zum Beispiel die Personenbeförderung im Eisenbahnfernverkehr zur Gruppe 3 (niedrigstes Gefährdungspotenzial mit 0,5 Stunden jährlicher Betreuung), die Güterbeförderung im Eisenbahnverkehr zur Betreuungsgruppe 2 (1,5 Stunden).

      Für das Bestimmen von Art und Umfang der „betriebsspezifischen Betreuung“ sind in der DGUV Vorschrift 2 so genannte „Auslöse- und Aufwandskriterien“ definiert. In der „ Handlungshilfe zur DGUV Vorschrift 2 - Ermittlung betriebsspezifischer Leistungsanteile von Betriebsärzten und Fachkräften für Arbeitssicherheit in der Branche ÖPNV/Bahnen“ sind für diese Kriterien Beispiele aus der Branche ÖPNV/Bahnen, aufgeführt um, die Ableitung der Leistungsanteile in Unternehmen der Branche zu unterstützen.

  • Unternehmermodell
    • Das Unternehmermodell ist für Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten (bei Eisenbahnen mit Güterverkehr bis zu 30 Beschäftigten) eine Alternative zur Regelbetreuung. Nur Unternehmerinnen oder Unternehmer, die aktiv in das Betriebsgeschehen eingebunden sind, können daran teilnehmen. Das Unternehmermodell besteht aus folgenden drei Elementen:

      • Motivations- und Informationsmaßnahmen
      • Fortbildungsmaßnahmen für die Unternehmerin beziehungsweise den Unternehmer
      • einer bedarfsorientierten Betreuung durch die Betriebsärztin oder den Betriebsarzt und die Fachkraft für Arbeitssicherheit.
  • Arbeitsschutzausschuss
    • Bei mehr als 20 Beschäftigten im Unternehmen ist ein Arbeitsschutzausschuss einzurichten. Mitglieder sind neben dem Unternehmer oder seinem Vertreter der Betriebsrat/Personalrat, die Fachkraft für Arbeitssicherheit, der Betriebsarzt beziehungsweise die Betriebsärztin sowie die Sicherheitsbeauftragten. Bei Bedarf können weitere Fachleute hinzugezogen werden. Die Schwerbehindertenvertretung hat ebenfalls das Recht an den Sitzungen des Arbeitsschutzausschusses teilzunehmen. Der Ausschuss trifft sich regelmäßig (mindestens einmal vierteljährlich), und ist das zentrale Instrument zur Koordinierung aller Maßnahmen rund um Sicherheit und Gesundheitsschutz im Unternehmen. Die Ergebnisse werden protokolliert.

  • Sicherheitsbeauftragte (SiBe)
    • Aus § 22 Sozialgesetzbuch VII ergibt sich außerdem für die Unternehmen die Verpflichtung, Sicherheitsbeauftragte zu bestellen. Aufgrund Ihrer Personal-, Sach-, Fach- und Ortskenntnis in Ihrem Bereich sind sie geeignet, den Unternehmer oder die verantwortliche Führungskraft auf mögliche Unfall- und Gesundheitsgefahren aufmerksam zu machen, auch wenn Sie keine Verantwortung tragen. Die VBG bietet auf www.vbg.de/seminare eine Reihe von Ausbildungs- und Fortbildungsseminaren für Sicherheitsbeauftragte an.

      Gemäß der DGUV Vorschrift 1 wird die Anzahl erforderlicher Sicherheitsbeauftragter flexibel aus der Gewichtung von fünf verschiedenen Kriterien ermittelt:

      • Bestehende Unfall- und Gesundheitsgefahren
      • Räumliche Nähe der Sicherheitsbeauftragten zu den Beschäftigten
      • Zeitliche Nähe der Sicherheitsbeauftragten zu den Beschäftigten
      • Fachliche Nähe der Sicherheitsbeauftragten zu den Beschäftigten
      • Anzahl der Beschäftigten

      Eine Hilfe zur orientierenden Berechnung der SiB-Anzahl für Ihr Unternehmen stellt der SiB-Rechner der VBG dar. Die damit ermittelte Anzahl muss dann abgestimmt werden mit den o. g. Kriterien.