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Bezahlte Sportlerinnen und Sportler außerhalb einer Hauptbeschäftigung

Zum Saisonstart 2017/2018 ist der aktuelle Status der bezahlten Sportlerinnen und Sportler festzustellen. Hierfür verschickt die VBG am 14. August 2017 die Unterlagen für das planmäßige Statusfeststellungsverfahren. Der Rücksendetermin ist der 15. September 2017.

Kriterien für die Feststellung des Unfallversicherungsschutzes

Im Sport erfolgt die Abgrenzung einer unfallversicherten und damit beitragspflichtigen Beschäftigung vom unversicherten Freizeitsport im Rahmen einer Gesamtbetrachtung der für die Sportausübung maßgebenden Umstände. Bei dieser Gesamtschau kommt es für das Vorliegen eines Beschäftigungsverhältnisses darauf an, dass der Sport zu Erwerbszwecken und nicht nur als Freizeithobby betrieben wird. Ein Kriterium hierfür ist das Überschreiten der 200-Euro-Grenze. Ein weiteres Kriterium für die Bejahung des Erwerbszwecks ist, dass die Zahlungen an die Sportlerinnen und Sportler auch einen angemessenen Gegenwert für den zeitlichen Einsatz darstellen, um damit wesentlich zur Sicherung des Lebensunterhaltes beitragen zu können. Dieses Kriterium ist erfüllt, wenn bei einer Betrachtung allein des Zeitaufwands für den Kernbereich der sportlichen Betätigung (Training und Wettkampf) pro Stunde der derzeit in Deutschland als angemessen angenommene Entgeltbetrag von 8,50 Euro brutto erreicht wird. Dieser Betrag wird für die Zwecke des Statusfeststellungsverfahrens auch über das Jahr 2016 hinaus zugrunde gelegt.

Der Unfallversicherungsschutz für die Sportausübung außerhalb einer Hauptbeschäftigung setzt seit 01.01.2015 voraus, dass Sportlerinnen und Sportler Geld- oder Sachleistungen erhalten, die

  1. individuell („Lohnsteuerkarte“) oder pauschal („Minijob“) der Einkommensteuer und den Sozialversicherungsbeiträgen unterworfen werden und in jedem Monat der Vertragslaufzeit die Grenze von 200 Euro netto überschreiten (netto = ausgezahlte Geldbeträge und erbrachte Sachleistungen)

    und

  2. einen angemessenen Gegenwert für den zeitlichen Einsatz ihrer sportlichen Betätigung darstellen. Hierfür darf der Betrag von 8,50 Euro brutto je Stunde für den Kernbereich der sportlichen Betätigung (Training und Wettkampf) nicht unterschritten werden. Zu dieser Feststellung wird der monatliche Nettobetrag zuzüglich der ggf. vom Sportler / von der Sportlerin getragenen Einkommensteuer und / oder Sozialversicherungsbeiträge ins Verhältnis zum regelmäßigen monatlichen Zeitaufwand für Training und Wettkampf gesetzt. Hierbei sind jeweils die regulären Spieldauern vom Anpfiff bis zum Abpfiff (inkl. der zum Spiel gehörenden Pausen und Unterbrechungen) sowie die regulären reinen (Mannschafts-) Trainingsdauern (vom Trainingsbeginn bis zum Trainingsende, d.h. Umkleidezeiten, Reisezeiten bei Auswärtsspielen, Besprechungen etc. bleiben unberücksichtigt) zu addieren und der Berechnung zugrunde zu legen. Diese Betrachtung erfolgt grundsätzlich für alle Spieler / Spielerinnen einer Mannschaft einheitlich bezogen auf einen Zeitraum mitten in der laufenden Spielsaison und unabhängig davon, ob der einzelne Sportler / die einzelne Sportlerin tatsächlich teilgenommen hat. Ausnahmsweise, d.h. wenn einzelne Sportlerinnen / Sportler vereinbarungsgemäß vom Rest der Mannschaft abweichende Trainingspflichten haben, ist diese Betrachtung personenindividuell vorzunehmen.

    Der monatliche Zeitaufwand wird mit folgender Formel berechnet:

    Formel regelmäßiger monatlicher Zeitaufwand

    Der so ermittelte monatliche Zeitaufwand gilt für die gesamte Saison.

Für den gesetzlichen Unfallversicherungsschutz müssen beide unter Ziffer (1) und (2) genannten Voraussetzungen kumulativ erfüllt sein. Für bezahlte Sportlerinnen und Sportler unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung gilt nur die in Ziffer (1) genannte 200-Euro-Grenze.

Bei den Prüfungen, ob die Grenze von 200 Euro netto im Monat überschritten und die Zahlungen in Höhe von 8,50 Euro brutto je Zeitstunde für die sportliche Betätigung im Kernbereich nicht unterschritten ist, bleiben folgende Leistungen unberücksichtigt:

  • Unregelmäßige Geld- oder Sachleistungen
    z. B. Sieg-, Auflauf-, Leistungs-, Punkt- oder Bleibeprämien, einmalige Zuwendungen

    Achtung! Unregelmäßige Geld- oder Sachleistungen, auch wenn diese der Einkommensteuer und Sozialversicherungsbeiträgen unterworfen wurden, bleiben nur bei der Klärung der Frage, ob überhaupt Unfallversicherungsschutz besteht, unberücksichtigt (200-Euro-Grenze). Besteht Unfallversicherungsschutz (weil die unter (1) und (2) genannten Voraussetzungen erfüllt sind), müssen unregelmäßige Geld- oder Sachleistungen zusätzlich zu den regelmäßigen Geld- oder Sachleistungen im Entgeltnachweis angegeben werden.
  • Erstattungen von durch Belege nachgewiesenen tatsächlichen Auslagen für das Sportunternehmen/den Sportverein
    z. B. für Fahrkarten, Sportgeräte, Reinigung der vom Sportunternehmen/-verein zur Verfügung gestellten Sportbekleidung.
  • Alle Geld- oder Sachleistungen, die kein beitrags- und nachweispflichtiges Arbeitsentgelt in der gesetzlichen Unfallversicherung sind, selbst wenn sie regelmäßig gezahlt werden
    z. B. Fahrtkostenzuschüsse, Mahlzeiten, Getränke.

Sie finden eine Auflistung der beitrags- und nachweispflichtigen Entgelte in der gesetzlichen Unfallversicherung im Arbeitsentgeltkatalog der DGUV.

Bei Amateur- und Vertragssportlern/-innen, die die unter (1) und (2) genannten Voraussetzungen ab 01.01.2015 nicht erfüllen, stellt die Sportausübung eine unversicherte Freizeitbetätigung dar.

Faltblatt

Arbeitsentgeltkatalog der DGUV

Formularbeispiel zur Statusfeststellung

Broschüre

Informationen für Sportvereine

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